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Kleiner Brocken ganz nah

Es gibt eine ganze Reihe astronomischer Aufnahmen, da fragt man sich, ist das wirklich echt? Wenn sich dann herausstellt, ja es ist echt, dann beginnt das Staunen. So auch bei diesem Video:



Wir sehen einen Asteroiden in unmittelbarer Nähe vorbeiziehen - und zwar vor dem Jupiter. Tatsächlich kommt uns dieser ganz spezielle Asteroid dann doch nicht so nahe wie man anhand der Bilder befürchten könnte und ist völlig ungefährlich. Es handelt sich um den Marsmond Phobos, ein ehemaliger Asteroid, knapp 25 km im Durchmesser, der irgendwann mal von unserem Nachbarplaneten eingefangen wurde. Die ungewöhnliche Konstellation zwischen ihm und dem fernen Jupiter wurde am 1. Juni 2011 von der europäischen Raumsonde Mars Express eingefangen, die sich zu diesem Zeitpunkt knapp 11400 km von Phobos entfernt in der Umlaufbahn um den Mars befand. Der Jupiter wiederum war nochmal 529 Millionen km weiter weg.

Das Manöver sieht nicht nur äußerst beeindruckend aus, sondern hilft den Wissenschaftlern auch dabei, die Umlaufbahn von Phobos exakter zu bestimmen, was bei so einem kleinen Brocken, der sich leicht ablenken läßt, gar nicht so einfach ist.

Das jeweils bekannte Universum

Martin Waldseemüller ist vielleicht die unbekannteste Berühmtheit meiner Heimatstadt Freiburg im Breisgau. So um 1470 geboren studierte er an der dortigen Universität Mathematik und Geographie und freundete sich mit dem Elsässer Matthias Ringmann an. Mit ihm zusammen zog er ein paar Kilometer westwärts nach Saint-Dié-des-Vosges um dort als Professor unter anderem Kosmologie und Kartografie zu unterrichten. Viel rumgekommen ist er also nicht, doch die geographische Verfasstheit der Welt hat ihn offensichtlich fasziniert. So schrieb er ein Buch über den italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci und verfasste zusammen mit Matthias Ringmann ein bedeutendes Werk, das im Stile der damaligen Zeit einen langen Titel hatte: "Die vollständige Kosmografie nach der Überlieferung des Ptolemäus und nach Amerigo Vespucci sowie nach anderen Abbildungen"



Dieses Werk bestand aus einem Globus, einer Weltkarte und einer Beischrift - ein Booklet, wie wir heute sagen würden. Auf dieser Karte wird die neue Welt erstmalig zu Ehren des Seefahrers Amerika genannt. Vermutlich geschah dies aufgrund eines Irrtums. Columbus war zu seiner Lebzeit nicht so berühmt, wie wir das heute glauben würden (schon damals war nur bekannt, wer publiziert). So trägt die neue Welt nicht den Namen seines Entdeckers, sondern den Namen desjenigen, der wohl als erster kapierte, dass es wirklich eine neue Welt ist - und das ist doch auch schön.

Diese nette Geschichte, wie ein Freiburger einen ganzen Kontinent benannte, wollte ich schon immer mal hier erzählen und zwar nicht nur, weil sie nett ist, sondern zum einen, weil ich es faszinierend finde, wie die naheliegende Frage wo auf unserer Welt was ist, im Laufe der Geschichte behandelt wurde. Siehe dazu auch der Literaturtipp: Der mittelalterliche Kosmos.

Zum anderen sind wir aber durchaus in einer ähnlichen Situation wie Martin Waldseemüller. Unser Wissen über den Aufbau der Welt verdanken wir nicht eigener Anschauung und Reisen. Selbst die euphorisch Stern- oder gar Kosmosfahrer genannten Nachfahren Amerigo Vespuccis kommen ja nicht weit. Verkleinert man nämlich die Sonne auf die Größe einer ordentlichen Grapefruit (Maßstab 1:10 Milliarden), befindet sich die Erde in fünfzehn Metern Abstand und hat gerade mal die Größe eines Kügelchens, vergleichbar dem in der Spitze eines Kugelschreibers. Der Mond ist in diesem Maßstab nicht mehr zu sehen, sein Orbit aber mit der Handfläche leicht abzudecken. Diese knapp vier Zentimer sind es, die wir bisher bereist haben, wo hingegen der nächste Stern in diesem Maßstab 4400 Kilometer weit entfernt steht. So viel zum Thema "Astro"nauten.

Dennoch machen wir es wie weiland Martin Waldeemüller und entwerfen eine Karte vom Aufbau des Universums und träumen uns dahin. Diese ganze Vorgeschichte halte ich für notwendig, um das folgende Video würdigen zu können, das einen faszinierenden Flug durch das bekannte Universum zeigt. Wir haben keine Garantie, dass dieses Video ebenfalls mal in einer Videosammlung mit dem Namen "Der mittelalterliche Kosmos" landet und unsere Ururururenkel sich darüber amüsieren. Das verbindet dieses Video mit der Karte von Martin Waldseemüller und Matthias Ringmann, es ist das Beste, was wir derzeit haben. In Anlehung an Waldseemüller könnte man das Video nennen: "Die vollständige Kosmografie nach der Überlieferung der weisen und hochgelehrten Astronomen und tapferen Raumfahrer sowie nach anderen Abbildungen"



Quelle: Wikipedia-Eintrag zu Martin Waldseemüller, lesenswerter SWR-Beitrag: Wie Amerika zu seinem Namen kam

Der Orionnebel in 3D

So kennen (und lieben) wir ihn, den Orionnebel. Filamente aus Gas und Staub, gehalten in feinsten Rosa-Tönen. In der Mitte dann das Trapez, die heißen hellen Sterne, die die Nebelmassen überhaupt erst zum Leuchten anregen.

Der Orionnebel mal aus ungewohnter Perspektive: Im Tiefflug über die Nebelfilamente: Image Credit: NASA, G. Bacon, L. Frattare, Z. Levay, and F. Summers (STScI/AURA)

Aber wie sieht das ganze aus, wenn wir uns mitten hineinbegeben würden, oder einfach mal aus einer anderen Richtung auf unser liebstes Beobachtungsobjekt am Winterhimmel schauen? Das "Science Visualization Team" des Hubble Space Telescope Science Institute (kurz STScI) hat sich daran gemacht aus 2D-Hubblebildern 3D-Versionen zu erstellen. 3D-Versionen, in denen man per Animation herumschweben kann, so auch im Orionnebel. Verpackt hat man das ganze dann in einen IMAX-Film, der (hoffentlich?) auch in die deutschen IMAX-Kinos kommt. Wer nicht warten möchte, der kann aber auch gerne schonmal reinschnuppern, erste Trailer gibt es schon.

Soweit so gut. einen kleinen Haken gibt es nämlich noch. Filmchen wie dieser erwecken nämlich leider den Eindruck, daß der Himmel von den leuchtenden Gasen taghell erleuchtet wird, wenn man tatsächlich inmitten des Orionnebels herumfliegen würde. Dem ist leider nicht so, das Gas ist dazu viel zu dünn...

Schön anzusehen sind sie trotzdem, zum Beispiel auch diese schöne Animation des Hayden Planetarium in New York:

Der Bruchteil eines Punktes

Jeder, der sich mit Astronomie beschäftigt - egal ob professionell oder einfach nur so - erlebt und bildet in sich die kosmische Perspektive aus: Wir Menschen sind für das Universum so unbedeutend, dass nicht nur all unsere gewaltigen Monumentalbauten praktisch nicht zu erkennen sind, sondern unser ganzer Planet Erde einem mikroskopischen Staubkorn gleicht. Fast die gesamte Masse unseres Sonnensystems steckt in der Sonne und der nennenswerte Rest in Jupiter. Die wirkliche Welt, die sich dem Astronomen und Raumfahrern erschließt, ist so gewaltig, dass das menschliche Ringen um Besitz eines Bruchstücks des Staubkorns Erde unglaublich lächerlich erscheint; genauso lächerlich wie das Ringen um geistigen Besitz: religiöse Dogmen und Rechthabereien. Selbst wenn Gott die Erde erschaffen haben sollte, was für eine lausige Schöpfung ist denn das? Nicht viel besser als Lisa Simpsons Genesis Tub.
Diese kosmische Perspektive hat etwas sehr befreiendes, weil sie all die Eroberer, Krawallpolitiker und Religioten wie Kaiser ohne Kleider stehen lässt. Außerdem zeigt uns die Astronomie, dass wir Teil von etwas viel größerem sind und der Entdeckerhorizont niemals endet.
Der amerikanische Astronom Carl Sagan machte den Vorschlag, die Kameras der Raumsonde Voyager 1 auf die Erde zurück zu richten, nachdem die Sonde ihre Arbeit getan hatte und die großen Planeten unseres Sonnensystems besucht hatte. Am 14. Februar 1990 entstand so ein Bild aus 6,4 Milliarden Kilometer Entfernung (etwa sechs Lichtstunden oder 43 Astronomische Einheiten).



Als Pale Blue Dot ging es in die Geschichte ein und Carl Sagan nutzte den Titel für ein gleichnamiges Buch (deutsch: Blauer Punkt im All). In dem Buch beschreibt er seinen Eindruck angesichts des Bildes:
"The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors, so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds. Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light."
Aus Carl Sagan Pale Blue Dot: A Vision of the Human Future in Space Random House, 1994

Wie sich das in den eigenen Worten Carl Sagans anhört, zeigt dieses schöne Video, in denen das Zitat mit modernen Aufnahmen kombiniert wurde und der gute Geist des Youtube-Channels WissensMagazin einen deutschen Untertitel beigesteuert hat:

Bullshit - ich liebe es!

Eine meiner absoluten Lieblingsserien auf Youtube ist Penn & Teller. Der Dicke mit der großen Klappe und sein kleiner schweigsamer Kollege präsentieren den ganzen Bullshit, an den Menschen so glauben. Es ist unglaublich, was da an Aberglaube und Verfolgungswahn zusammenkommt, aber wohl doch nur in Amerika, oder?

Jedenfalls habe ich eine Folge von Penn & Teller gefunden, die hierher passt (naja ein bißchen wenigstens). Es geht um Entführungen durch Außerirdische, ein bizarres Thema, das ich eigentlich nur aus der Fernsehserie Akte X (und den Simpsons) kenne. Hätte ich diese Folge von Penn & Teller früher gekannt, hätte ich mir die Serie sparen können - was mich so nebenbei wieder darin erinnert, wie jung das Internet ist. Jedenfalls hätte ich nie gedacht, dass Akte X Reality-TV ist. Aber seht selbst:







Was lernen wir daraus? Die beiden Weltkrieger Bush und W. Bush sind in Wirklichkeit außerirdische Reptilien! Hmm, vieleicht sollten wir doch mehr auf die außerirdischen Entführungsopfer hören.

Filmreifer Crash

Das Infrarotobservatorium Spitzer hat im etwa 100 Lichtjahre entfernten jungen Sonnensystem HD 172555 im Sternbild Pfau Überreste einer Kollision zweier Planetoiden aufgespürt. Das Team um Carey Lisse vom Applied Physics Lab der Johns Hopkins University in Maryland, USA, fand im Spektrum des Sterns amorphe Silikate, also im wesentlichen Glassplitter. Um diese zu erzeugen, ist eine enorme Hitze nötig, wie sie nur zustande kommt, wenn ein mindestens mondgroßer Körper auf einen Planeten von den Ausmaßen Merkurs oder mehr prallt.

Das System HD 172555 wird auf ein Alter von lediglich einem Dutzend Millionen Jahre geschätzt. Als unser eigenes Planetensystem vor rund 4,5 Milliarden Jahren in dieser Phase war, wurde es ebenfalls von einigen solcher Kollisionen erschüttert. Unser eigener Mond geht beispielsweise auf den Zusammenstoß der Erde mit der marsgroßen "Theia" zurück, deren Trümmer dann zum altbekannten Erdtrabanten wurden.

In den 1950ern waren Katastrophenfilme ja gang und gäbe. Wenn sich jemand in Hollywood die folgende Animation anschaut, dürfen wir uns auf 'was gefasst machen ...


Homer im All

Ja, ich bin ein großer Simpsons-Fan, daher kann ich es mir nicht verkneifen, zwei Videos einzustellen, die ja doch irgendwie zum Lichtecho passen.

Homer und die Weltraumnahrung:



Homer und die Evolution:



Keine Sorge, das wird jetzt keine Serie.

Der einsame Astronaut im YouCube

An dieser Stelle sei mal Ehrensenf gedankt. Dieser echt gut gemachten Seite verdanke ich viele nützliche und lustige Entdeckungen im Internet. Eher unter lustig fällt YouCube. Mit diesem Tool kann man sechs Youtube-Videos auf einem Würfel gleichzeitig ablaufen lassen.

Dieses Tool möchte ich nutzen, um einen echten Youtube-Klassiker hier mal zu präsentieren. Es sind die herrlich minimalistischen Filme um den einsamen Astronauten. Beim letzten Flug des Apolloprogramms wurde er auf dem Mond vergessen und wird seit dem von Mission Control der NASA bei Laune gehalten - mehr schlecht als recht.

Leider kann man das YouCube-Format nicht einbinden, daher gibt es die erste Episode des einsamen Astronauten hier ganz klassisch zu sehen:



Wem das gefällt, der klicke nun hier: Lonely Astronaut auf YouCube

Es gibt genau sechs Folgen des einsamen Astronauten, was ja hervorragend auf den Würfel passt. Es lohnt sich, ein bißchen zu warten, da YouCube alle sechs Videos gleichzeitig lädt, hakelt das zunächst ein bißchen. Danach laufen die Filmchen aber ruckelfrei als Endlosschleife. Wenn man mit der Maus auf die Quadrate am linken Bildrand geht, dreht sich der Würfel zum nächsten Video. Viel Spaß damit!

"Frau im Mond" - die Erfindung des Countdowns

Der Film-Klassiker Frau im Mond von Fritz Lang ist mindestens in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen war er einer der letzten Stummfilme aus Deutschland, zum anderen hatte der Regisseur Fritz Lang darin zum ersten mal versucht, einen Mondflug realistisch darzustellen. Dazu engagierte er den deutschen Raketenpionier Hermann Oberth als Berater. Dieser hatte im selben Jahr mit dem Buch "Wege zur Raumschiffahrt" auf sich aufmerksam gemacht. Zur Premiere in Berlin am 15. Oktober 1929 hätte das Team um Oberth eigentlich eine Rakete starten sollen, was ihm aber nicht gelang.

Bemerkenswert an dem Film ist der Start, denn wohl aus dramaturgischen Gründen, erfindet Fritz Lang hier den Countdown. Ich habe den Film, leider nur mit englischen Sprachsequenzen, hier mal eingebaut:

Die Rakete startet kurioserweise aus dem Wasser heraus. Heutzutage wird ein Wasserpool bei den Starts der Space Shuttle genutzt, um die Schallenergie zu mindern. Es handelt sich offensichtlich um eine mehrstufige Rakete. Tapfer, von Stufe zu Stufe, nähern sich die Astronauten der Fluchtgeschwindigkeit von 11,2 Kilometern pro Sekunde. Sie kreisen also nicht zuerst um die Erde, um dann zum Mond zu starten, sondern schießen direkt auf eine Mondbahn ein. Um die Beschleunigung abzufangen hat sich das Team Lang/Oberth gefederte Liegen ausgedacht, nur das Atmen gegen die Beschleunigungskräfte fällt schwer. Kurioserweise sind diese Liegen aber so dermaßen unergonomisch dem Bedienpult angepasst, dass es, wenn ich es richtig sehe, einem Astronauten sogar das Leben kostet. Ergonomie scheint damals kein Kriterium gewesen zu sein, wichtiger war scheinbar, dass man ordentlich gekämmt mit Krawatte startet. Da hat sich dann doch einiges getan, zwischen der Filmpremiere 1929 und Juri Gagarins Flug 1961. Geblieben ist aber immerhin der Countdown.

Kein gewöhnliches Genie


Per Zufall bin ich gerade über eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Youtube gestoßen. No Ordinary Genius erzählt aus dem Leben von Richard Feynman (1918-1988). Der US-amerikanische Physiker und Nobelpreisträger von 1965 galt nicht nur als begnadeter Physiker, sondern ist bis heute eine moderne Ikone für unabhängiges und unkonventionelles Denken - jemand, der sich in keine Schublade stecken lässt und Zeit seines Lebens immer auf der Suche nach Dingen war, von denen er etwas lernen kann. Seine Begeisterung für die Physik steckte seine Studenten an, so dass seine "Feynman Lectures in Physics" zweifelsohne als erfolgreichstes Physik-Lehrbuch der Moderne bezeichnet werden kann.

Diese Feynman-Vorlesungen muss man nicht unbedingt kennen, denn inzwischen gibt es durchaus auch andere gut geschriebene Physik-Lehrbücher, doch seine anekdotischen Autobiographien "Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman!" und "Kümmert Sie was andere Leute denken?" sind gerade für angehende Naturwissenschaftler sehr zu empfehlen. Beide Bücher bilden einen Selbstdenker-Kommentar aus einer spannenden Zeit, die noch heute zu uns ausstrahlt: Richard Feynman arbeitet am Manhatten-Projekt, also dem Bau der ersten Atombome mit, er wirkt im Umfeld der großen Theoretischen Physiker und leistet selbst wesentliche Beiträge (Stichwort: Quantenelektrodynamik), er erlebt die geistige Befreiung der Sechziger, die Hippie- und New-Age-Zeit an der Westküste Amerikas und arbeitet zuletzt in der Untersuchungskommission zum Challenger-Unglück. So verschieden diese Felder auch sind, das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit gibt Richard Feynman halt - "Er benutzte immer sein Gehirn, um sich zu schützen", wie seine Schwester am Ende der Dokumentation No Ordinary Genius sagt. Dieser Schutz erlaubt es ihm, verschiedene Aspekte des Seins zu erkunden und sich selber doch stets treu zu sein und das ist, was man als Leser aus diesen beiden Büchern ziehen kann.



Die sehenswerte Dokumentation No Ordinary Genius habe ich komplett in den Lichtecho-Player unten auf dieser Seite eingestellt.

Richard Feynmans "Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman!" und "Kümmert Sie was andere Leute denken?" gehören in jedes Bücherregal. Es hilft dabei der freundliche Buchhändler um die Ecke oder amazon hier und hier.

"Dunkle Sterne" aus Dunkler Materie

Schwarze Löcher, Dunkle Energie, Dunkle Materie - in der Astrophysik scheint man die großen Unbekannten gerne in düsteren Farben zu malen. Dabei sind diese Begriffe gar nicht schlecht gewählt, denn anders als Sterne oder Planeten geben diese Objekte kein Licht ab, sie verraten sich nur indirekt, beispielsweise durch ihre Masse, also die gravitative Wirkung auf ihre Umgebung.

So exotisch die Dunkle Materie auch ist, selten ist sie nicht, denn 95% der Masse einer Galaxie oder eines Galaxienhaufens bestehen aus ihr. Doch, wenn man sie nicht sehen kann, wie kann man sie entdecken? Wer die Antwort noch nicht weiß, kann sich dieses schöne Stück Astronomie von Vera Rubin persönlich erklären lassen. Ihr verdanken wir frühe Beobachtungen, die auf die Dunkle Materie hinweisen:



Das Video ist Teil einer BBC-Dokumentation: "Most of the Universe is Missing". Leider habe ich keine synchronisierte Fassung gefunden. Die komplette Dokumentation kann in dem Lichtecho-Player unten auf dieser Seite angeschaut werden.

Woraus besteht nun die Dunkle Materie? Ein möglicher Kandidat sind sogenannte WIMPS (Weakly Interacting Massive Particles, also schwach wechselwirkende massive Teilchen). Diese hypothetischen Elementarteilchen besitzen Masse und unterliegen der Schwachen Wechselwirkung, eine weitere fundamentale Kraft neben der Gravitation. Das Besondere an den WIMPS ist, dass sie wie Neutrinos oder Photonen ihre eigenen Antiteilchen sind: Kommen sich zwei WIMPS zu nahe, zerstrahlen sie in Energie, gemäß der Einstein'schen Energie-Masse-Äquvalenz. Dieser Vorgang wird Annihilation genannt.

Geht es nach einer Gruppe amerikanischer Wissenschaftler der University of Michigan fand dieser Prozess in der ersten Sterngeneration nach dem Urknall statt. Materie verdichtete sich zu gewaltigen Kugeln, in deren Inneren die WIMPS durch Annihilation gewaltige Energien erzeugten. Dieser Mechanismus zur Energieerzeugung unterscheidet sich grundlegend von der Kernfusion in heutigen Sterne. Die Wissenschaftler sprechen von Dunklen Sternen (Dark Stars), obwohl diese Sterne sicherlich hell strahlten.

Damit die Annihilation von Dunkler Materie genug Energie liefern kann, muss ein Stern aber mindestens 400 Sonnenmassen haben. Solch eine hohe Dichte von Dunkler Materie ist im frühen Universum aber durchaus gegeben. Geht dem Dunklen Stern im Laufe seiner Existenz der Nachschub an Dunkler Materie aus, kollabiert er vermutlich zu einem Schwarzen Loch.
Bis heute hat man aber diese frühe Sterngeneration (Rotverschiebung z ungefähr 10 bis 50) noch nicht beobachten können.

Die Idee von Dunklen Sternen ist zunächst rein hypothetisch. Die ersten Sterne in unserem Universum entstanden aber jeweils in einem Halo aus Dunkler Materie von über eine Million Sonnenmassen. Es ist also sehr naheliegend zu fragen, welchen Einfluss solch ein Halo auf den ersten Stern hatte. Annihilation Dunkler Materie im Sterninneren ist eine Möglichkeit. Wie jede ordentliche wissenschaftliche Hypothese liefert auch diese eine prinzipiell überprüfbare Vorhersage. Nach dem Modell der Forschergruppe sind die Dunklen Sterne sehr hell, ungefähr eine Million mal leuchtkräftiger als die Sonne, und dabei aber relativ kühl, nämlich 6000 bis 10000 Kelvin. Jetzt muss man sie nur noch finden.

(Quelle: arXiv:0812.4844v1)

Nur fliegen ist schöner

Unter dem Namen Constellation verbirgt sich ein ehrgeiziges Programm der NASA mit dem Ziel zurück zum Mond und darüber hinaus zu fliegen. In dieser Animation sieht man, wie das funktionieren soll. Im Grunde, wie einst bei Apollo, außer, dass die Astronauten und ihr Mondlandegerät in zwei getrennten Raketenstarts in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden. Dort wartet das Raumschiff mit den Astronauten und koppelt an für den gemeinsamen Start zum Mond. Die gute alte Saturn V aus dem Apollo-Programm hatte das ganze Gerät plus Astronauten noch in einem Start hochgebracht. Außerdem werden diesmal alle drei Astronauten auf dem Mond landen, kein Einzelgänger muss im Mondorbit warten, weil das Raumschiff solange unbemannt fliegt.

Schaut man sich dieses schicke Video an, ist man fast geneigt zu fragen, wieso man überhaupt noch hinfliegt: So schön wie die Animation kann die Wirklichkeit gar nicht sein.



Das Video kann auch zusammen mit anderen Filmchen unten in meinem Player angeschaut werden. Den schrecklichen Weihnachtsmann erobert Mars Film nehme ich wie versprochen da wieder raus.

Weihnachtsmann erobert Mars

Jennifer Ouellette vom Blog Twisted Physics verdanke ich einen Hinweis auf den wohl beklopptesten Weihnachtsfilm aller Zeiten: "Santa Claus Conquers The Martians". In diesem Machwerk aus dem Jahre 1964 versucht ein weiser Marsianer die schlechte Laune auf unseren äußeren Nachbarplaneten zu beheben, in dem er dort Weihnachten einführt. Dazu muss der irdische Weihnachtsmann entführt werden, was gar nicht so einfach ist, laufen doch um diese Jahreszeit viele Weihnachtsmänner rum. Also entführen die Marsianer erst zwei Kinder, um an die nötige Information zu kommen, denn wie jedes Kind weiß, lebt der Weihnachtsmann am Nordpol. Das gelingt ihnen auch, der Weihnachtsmann kommt so zum Mars und alle Marsianer werden glücklich. Zwischendurch kommt es noch zu einem Handgemenge, dessen Sinn der Kommentator in dieser Preview auch nicht versteht.



Dieser Film zeigt, wie desaströs die Kombination aus Sciencefiction und Weihnachten sein kann. Wer sich den kompletten Film bis zur Bescherung anschauen will, findet ihn in dem Player unten auf dieser Seite. Nach Weihnachten werde ich ihn aber wieder löschen - versprochen!

Astronomischer Jahresrückblick mit "Planet Wissen"

Was war 2008 wichtig? Die WDR-Wissenschaftssendung "planet wissen" zeigt einen sehr nett gemachten Jahresrückblick zur Astronomie und Raumfahrt. Wer die Sendung verpasst hat oder so wie ich gar keinen Fernseher hat, kann sich das nun auf Youtube anschauen. Den ersten Teil habe ich hier mal eingebunden, wer mehr sehen will kann auf diesen Youtube-Link gehen oder auf dieser Seite ganz nach unten zum Player scrollen.



Ich finde es lohnt sich, mittels dieser Sendung das Astro-Jahr nochmal an einem vorbei ziehen zu lassen - so ganz entspannt wie die Moderatoren. Als Studiogäste treten unter anderem auf: Alan Harris, Thomas Reiter und Harald Lesch.

Todesstern über San Francisco

UFOs sind einfach nicht totzukriegen und ehrlich gesagt finde ich das gar nicht so schlecht. Der Vorstellung von einer technisch überlegenen außerirdischen Existenz, die unsere Erde besucht, verdanken wir eine Fülle guter Sciencefiction-Stories. Wie es wohl aussehe, wenn die Raumschiffe des Star-Wars-Universums wirklich wie selbstverständlich Teil unserer Welt wären, zeigt dieses schöne Video.
Ich liebe es, wie der noch im Rohbau befindliche Todesstern im Laufe des Tages über den Himmel wandert. Ein künstlicher Mond, der wie sein natürliches Pendant auf- und untergeht. Endlich ergibt auch der brüllende Sound der T-Figher einen Sinn.
Irgendwie scheint das Imperium in San Francisco nicht so willkommen zu sein, der Demonstration nach zu urteilen.

Monty Python und der Sinn der Astronomie

Die Komiker von Monty Python sind sauer: Alle möglichen Leute stellen ungefragt und ungeachtet irgendwelcher Urheberrechte Videoclips der kultigen Truppe ins Netz. Daher bieten sie nun selber auf einem Youtube-Kanal eine Auswahl ihres Schaffens an: Monty Python auf youtube

Besonders bemerkenswert ist der Galaxy Song, denn er zeigt ganz im Stile Monty Phytons, warum Astronomie für viele Menschen so anziehend ist, selbst wenn sie sonst nichts mit Naturwissenschaft am Hut haben. Die Story geht so: Frau Brown hat einen schlechten Tag. Ihr Mann hat den Fehler gemacht, sich als Organspender registrieren zu lassen. Nun kommen die Herren in den weißen Kitteln um die Organe zu holen und richten so eine riesige Sauerei in der kleinen Welt der Frau Brown an. Um sie zu trösten steigt Eric Idle aus dem Kühlschrank und verdeutlicht ihr das größere, das ganz große Bild. Das ist der eigentümliche Trost, der von der Astronomie ausgeht: Wenn wir erstmal unsere kleine Welt im richtigen Verhältnis zum Universum zu sehen, schrumpfen auch unsere Probleme auf dieser Welt; sie werden so unbedeutend, wie die Erde in der Galaxie (oder wie Tränen im Regen, wie es im "Blade Runner" heißt).



Hier der Text zum Mitsingen:

Just remember that you're standing on a planet that's evolving
And revolving at nine hundred miles an hour,
That's orbiting at nineteen miles a second, so it's reckoned,
A sun that is the source of all our power.
The sun and you and me and all the stars that we can see
Are moving at a million miles a day
In an outer spiral arm, at forty thousand miles an hour,
Of the galaxy we call the 'Milky Way'.
Our galaxy itself contains a hundred billion stars.
It's a hundred thousand light years side to side.
It bulges in the middle, sixteen thousand light years thick,
But out by us, it's just three thousand light years wide.
We're thirty thousand light years from galactic central point.
We go 'round every two hundred million years,
And our galaxy is only one of millions of billions
In this amazing and expanding universe.

The universe itself keeps on expanding and expanding
In all of the directions it can whizz
As fast as it can go, at the speed of light, you know,
Twelve million miles a minute, and that's the fastest speed there is.
So remember, when you're feeling very small and insecure,
How amazingly unlikely is your birth,
And pray that there's intelligent life somewhere up in space,
'Cause there's bugger all down here on Earth.

Sehr Monty-Phyton-typisch ist auch die Urknallinterpretation.

Wählen in der Schwerelosigkeit

Endlich, möchte man sagen, findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Wahl im fernen Amerika jemals zuvor eine so große Resonanz in unseren Medien hatte, wie diese. Das liegt nicht nur an der mediengerechten Zuspitzung der Wahl auf zwei Personen, sondern auch an der besonderen Bedeutung dieser Wahl, denn schließlich fällt dem Gewinner die riesige Aufgabe zu, all die Schäden wieder zu reparieren, die der Berufssohn George W. Bush angerichtet hat.

Diese Wahl ist also wichtig und so wenden sich die beiden US-Astronauten Michael Fincke und Gregory Chamitoff mit einer Videobotschaft an die amerikanische Bevölkerung, verbunden mit der Aufforderung, vom Wahlrecht auch tatsächlich gebrauch zu machen. Die beiden Astronauten befinden sich derzeit am Bord der Internationalen Raumstation ISS. In dieser hochgelegenen, rasenden Wahlkabine werden sie ihr Kreuzchen machen, denn dies ist dank einem Gesetz des US-Bundesstaats Texas seit 1997 möglich. Dafür übermittelt das Kontrollzentrum in Houston, Texas, den Astronauten einen Stimmzettel in elektronischer Form. Das zuständige Wahlbüro wiederum schickt eine Email mit dem Code zum öffnen des Stimmzettels und schon können die Astronauten abstimmen. klingt kompliziert, aber wie sagt Michael Fincke: "If we can do it, so can you." Möglicherweise hätten die beiden auch einfach vorher Briefwahl machen können, aber dank "Extreme Voting" wird Demokratie erst zur sportlichen Herausforderung - ganz nach amerikanischen Publikumsgeschmack. Wer will da nicht auch dabei sein?

Mars: Von den Albträumen der "Rover-Driver"

Im Januar 2009 werden es 5 Jahre sein, seitdem die beiden Zwillingsrover Spirit und Opportunity auf dem Mars gelandet sind. Seit 5 Jahren pflügen sie also über den staubigen Marsboden - und das nicht immer ohne Probleme. National Geographic hat zum Jubiläum eine aufregende Dokumentation produziert, die morgen im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt werden wird: "Five Years on Mars". Über die Internetseite von National Geographic können wir aber jetzt schon zwei sehenswerte Ausschnitte sehen, die eindrucksvoll zeigen, was es heißt, zwei Rover über den Mars zu steuern: "Five Years on Mars" - Ausschnitte.
Das erste Video zeigt den Rover Spirit auf der Home Plate genannten Erhebung. Der Marswinter bricht auf der südlichen Mars-Hemisphäre ein, was bedeutet, dass die Sonne in einem immer flacheren Winkel auf die sowieso schon völlig eingestaubten Solarzellen des Rovers strahlt. Um diesen flachen Einfallswinkel zu kompensieren, versuchen die Wissenschaftler auf der Erde den Rover auf einen nach Norden ausgerichteten Abhang zu steuern. Dabei fährt der Rover in einen sandgefüllten Mikrokrater und bleibt stecken. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Wird es dem Team gelingen, den Rover aus der Falle zu befreien, bevor die Sonne so flach steht, dass er "erfriert"? Das ist der Stoff, aus dem die Albträume der Wissenschaftler am JPL gemacht sind.
Das zweite Video ist genauso nervenaufreibend. Es zeigt, wie sich Opportunity in einer Sanddüne fest fährt, was zuerst keiner merkt, um dann mühsam den "Rückwärtsgang" zu suchen.
Ich liebe diese Art Wissenschaft in kleine spannende Geschichten zu verpacken und ich hoffe sehr, dass die komplette Dokumentation mal auf DVD zu haben sein wird. Wenn ich sie finde, werde ich hier davon berichten.

Auf youtube gibt es übrigens auch schon einen Ausschnitt aus der Dokumentation zu sehen:


(Mehr zu dem Film und weitere Ausschnitte gibt es hier: collectspace.com)
Webnews

Mondlandung auf französisch

Zwischendurch mal wieder was zum Lachen: Der französische Extremkomiker Remi Gallard präsentiert seine Version der Mondlandung und geht dabei zwei Golfspielern ziemlich auf die Nerven. Ich finde es lustig, vor allem auch wegen des französischen Funkverkehrs.



P.S.: Der gestern gestarteten Sonde IBEX scheint es laut NASA gut zu gehen:
After a smooth countdown and climb toward space, NASA's IBEX spacecraft is in orbit

Feuerkugel über Sudan

Von wegen beschauliche Himmelsguckerei! Auch in der Astronomie können sich die Ereignisse überschlagen. So wurde erst gestern ein Asteroid entdeckt, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Das 2008 TC3 getaufte Objekt sollte heute früh um kurz vor fünf Uhr über dem Sudan in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei entsteht eine sogenannte Feuerkugel (Bolid), eine sehr helle, gelegentlich auch mit Donner begleitete Leuchterscheinung, bei der der Asteroid unter Funkenschauer und Rauchschweif verglüht. Die größe des Asteroiden soll wenige Meter im Durchmesser betragen, es ist nicht damit zu rechnen, dass er den Ritt durch die Atmosphäre überlebt. Dies ist wohl das erste mal, dass das Auftreten solch einer Feuerkugel vorhergesagt werden konnte.
Das spannende Ereignis kann wunderbar auf dem Blog Astrodictum simplex nachvollzogen werden. Im Kommentarfeld berichtet Markus Griesser von der Sternwarte Eschenberg in Wnterthur, Schweiz, die ganze Nacht von dem Ereignis. Gut, dass es Leute gibt, die die Augen offen halten, während die meisten von uns schlafen, nichtahnend, was da gelegentlich auf uns zukommt.
Diese Animation, die indische Astronomen auf youtube zur Verfügung stellen, zeigt den Weg von 2008 TC3 durch unser Sonnensystem bis zum Treffen mit der Erde: