NGC 7814 - eine Spiralgalaxie im Pegasus



Diese Aufnahme des Astrofotografen Julian Zoller zeigt die Spiralgalaxie NGC 7814 im Sternbild Pegasus. Von den Spiralarmen ist allerdings nichts zu sehen, da wir auf die Kante der flachen galaktischen Scheibe schauen.

Der Kernbereich der Galaxie ist bei NGC 7814 besonders ausgeprägt, so dass die Galaxie wie eine Spindel aussieht. Vor der hellen Kernaufwölbung - die Astronomen nennen diesen sphärischen Bereich einer Galaxie "Bulge" - zeichnet sich ganz filigran ein dünnes Band aus Staub ab. Dieses markiert die galaktische Ebene. Könnten wir auf die Scheibe statt auf die Kante von NGC 7814 schauen, würden wir hier die Spiralarme sehen. In diesem dunklen Band entstehen aus Gas und Staub neue Sterne und Planeten, während im Bulge der Galaxie nur alte Sterne anzutreffen sind.

Mit einerm Durchmesser von 80.000 Lichtjahren ist die Galaxie NGC 7814 etwas kleiner als unsere Milchstraße.

Das Sternbild Pegasus wird auch Herbstviereck genannt. Der Herbst auf der Nordhalbkugel ist nicht gerade mit hellen Sternen gesegnet. Um so auffälliger ist dieses Viereck aus eigentlich gar nicht so hellen Sternen am Herbsthimmel. Der Stern in der linken oberen Ecke gehört allerdings schon zum Sternbild Andromeda. Das Bild unten, erzeugt mit Redshift 8, zeigt die Lage der Galaxie NGC 7814 im Pegasus.



Man muss von dem Stern Algenib nur ein bisschen nach rechts oben schwenken. Mit dem Teleskop geht das schnell. Wollte man mit einem lichtschnellen Raumschiff von Algenib zu NGC 7814 fliegen, wäre man 50 Millionen Jahre unterwegs! Wie jeder mit bloßem Auge sichtbare Stern, gehört auch Algenib zu unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße.

Der Bildauschnitt wurde von Julian Zoller so gewählt, dass im unteren Bildteil noch schwach eine weitere Galaxie zu sehen ist. Es handelt sich um IC 5381. Diese Galaxie ist eigentlich deutlich größer, als NGC 7814, erscheint aber durch ihre riesige Entfernung von 500 Millionen Lichtjahren im Bild viel kleiner.
 
In der Grafik oben ist auch die Lage der Andromeda-Galaxie angegeben. Sie ist nur 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Im Vergleich zu NGC 7814 und IC 5381 ist das gute kosmische Nachbarschaft.

Rückblick auf den Sommer: Herkuleshaufen M13



Der Kugelsternhaufen Messier 13 gehört zu den Highlights des Sommerhimmels. Er ist einer der größten seiner Art, praktisch in jeder Optik ein interessanter Anblick und dazu noch leicht zu finden. Kein Wunder, dass dieses Objekt so beliebt ist!

Zu finden ist Messier 13 in dem Sternentrapez, das den Körper des Helden Herkules bildet. Hat man dieses Sternenviereck erst einmal ausgemacht, muss man mit seiner Sucheroptik nur noch an der rechten Flanke zwischen den Sternen auf- und abfahren, bis einem ein flaumiges Wölkchen ins Auge springt.



Auch der Astrofotograf Julian Zoller hat die Sichtbarkeit von Messier 13 in diesem Sommer genutzt, um mit seinem 200-Millimeter-Newton, einer Touptek-Astrokamera und viel Knowhow in der Bildbearbeitung die obige Aufnahme zu erstellen.

Kugelsternhaufen sind erstaunliche Himmelsobjekte, deren Entstehung nicht wirklich verstanden ist. Sie gehören zu unserer Galaxie und umkreisen das galaktische Zentrum auf weiten Keplerellipsen. Sie sind also nicht wie unsere Sonne ein Teil der galaktischen Scheibe - der Milchstraße - sondern auch weit abseits dieser Ebene anzutreffen. Dies und das Alter der Sterne in Kugelsternhaufen zeigt, dass sie älter sind als die Entwicklung unserer Galaxie zu ihrer heutigen Form einer flachen Scheibe mit Spiralarmen. Sie sind Relikte aus der Entstehungszeit unserer Heimatgalaxie. Trotz ihrer hohen Sternendichte sind sie also auch erstaunlich stabil.

Zu unserer Galaxie gehören etwa 150 Kugelsternhaufen. Messier 13 ist der hellste am Nordhimmel. Unter idealen Sichtbedingungen ist dieses Objekt sogar mit bloßem Auge zu sehen. Die Auflösung in Sterne gelang allerdings erst Friedrich Wilhelm Herschel im Jahre 1784. Für Charles Messier, der das Objekt im Jahre 1764 als Nummer 13 in seinem berühmten Katalog nebelartiger Objekte aufnahm, war es noch ein "Nebel ohne Sterne". Heute gehen die Astronomen davon aus, dass Messier 13 etwa 600.000 Sonnenmassen enthält, was ungefähr eine Millionen Sterne entspricht. Diese drängen sich in ein Volumen von 160 Lichtjahren Durchmesser.

Dieser gewaltige Ball aus Sternen umkreist das Zentrum unserer Milchstraße in etwa 500 Millionen Jahren. Dabei entfernt er sich auf seiner Bahn bis zu 100.000 Lichtjahre vom Zentrum, kommt ihm aber auch bis auf 15.000 Lichtjahre nahe.

In einem etwas größerem Umfeld ist Messier 13 in diesem Bild zu sehen, das ich mit einem 120-Millimeter Linsenfernrohr bei 900 Millimeter Brennweite aufnahm:


Im Jahre 1974 wurde von dem riesigen Radioteleskop in Arecibo in Puerto Rico eine Botschaft an Intelligenzen gesendet, die auf einem hypothetischen Planeten leben, der um einer der vielen Sterne von M13 kreisen könnte. Eine mögliche Antwort werden wir allerdings erst in 50.000 Jahren erhalten, wobei ein Kugelsternhaufen allerdings eher kein guter Ort für die Bildung eines Planetensystems sein dürfte.

Die Probleme mit Hubble

Der Ausfall eines Gyroskops sorgte dafür, dass der Betrieb des Weltraumteleskops Hubble bis auf weiteres eingestellt werden musste. Die Gyroskope an Bord des Teleskops werden benötigt, um die Orientierung zu bestimmen und mit Hilfe der Reaktionsräder (Schwungräder) zu verändern.

Scott Manley erklärt die Details und wie das Weltraumteleskop auch ohne einem vollständigen Satz an Gyroskopen ausgerichtet werden kann.