Rendezvous mit `Oumuamua


Quelle: ESO/M. Kornmesser
  Dieses Bild zeigt eine künstlerische Darstellung des ersten bekannten interstellaren Besuchers. Der Himmelskörper kam aus Richtung des Sterns Vega, drang mit 95.000 km/h in unser Sonnensystem ein, flog einmal um unsere Sonne herum und ist nun wieder auf den Weg zu den Sternen.

Diese Grafik zeigt die Flugbahn des interstellaren Besuchers:

Quelle: ESO/K. Meech et al.

Entdeckt wurder der, inzwischen offiziell 1I/2017 U1 (`Oumuamua) benannte Körper am 19. Oktober 2017 von Pan-STARRS. Dieses, auf Hawaii befindliche Teleskopsystem, wurde speziell für die Himmelsüberwachung konzipiert. Nachfolgende Beobachtungen mit Großteleskopen, wie dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO, ermöglichten es den Astronomen das Aussehen von `Oumuamua zu entschlüsseln.

Man darf sich diese Beobachtungen aber nicht wie ein simples Fotografieren vorstellen, denn auch in einem großen Teleskop sieht `Oumuamua nur wie ein kleines Pünktchen aus:

Quelle: ESO/K. Meech et al.

Der interstellare Besucher ist der unscheinbare Punkt in der Mitte des Bildes, das aus Aufnahmen verschiedener Großteleskope kombiniert wurde. Da sich `Oumuamua vor den Sternen im Hintergrund schnell vorbei bewegt, die Teleskope aber dieser Bewegung folgen um `Oumuamua fest in der Mitte halten, sind die Sterne zu Strichspuren verzogen.

Die Astronomen maßen bei ihren Beobachtungen die Helligkeit des Objekts und ihre zeitliche Veränderung sehr genau. Aus dieser sogenannten Lichtkurve können die Astronomen Rückschlüsse auf die Form von `Oumuamua ziehen. Und diese Form ist sehr ungewöhnlich: `Oumuamua ist etwa 400 Meter lang, aber nur circa 40 Meter breit - eine intergalaktische Zigarre, zu der auch die dunkelrote Farbe passt, die `Oumuamua vermutlich hat. Die aufwendige Interpretation der Beobachtungsdaten ist die Grundlage für die im Bild ganz oben gezeigte künstlerische Darstellung.

Dass es sich bei `Oumuamua nicht um einen gewöhnlichen Kometen handelt, ergibt sich nicht nur aus seiner Flugbahn und seiner ungewöhnlichen Form, sondern auch daraus, dass der Körper in Sonnennähe keinerlei Aktivität zeigt. Kometen, die sich der Sonne annähern, beginnen in Jupiterentfernung eine Koma auszubilden und in der Entfernung der Erde von der Sonne einen Schweif. Das alles zeigt `Oumuamua nicht.

Übrigens: `Oumuamua kommt zwar aus der Richtung des Sterns Vega, ist aber wohl keine Flaschenpost der Veganer an uns Erdlinge. Trotz der enormen Reisegeschwindigkeit von 95.000 km/h benötigt `Oumuamua 300.000 Jahre, um uns aus der Entfernung der Vega zu erreichen. Vor 300.000 Jahren war die Vega aber noch gar nicht an der Stelle, an der wir den Stern heute sehen.

Dieses Video der NASA fasst unser Wissen über `Oumuamua zusammen.



Es wird am Ende des Videos darauf hingewiesen, dass wir dank verbesserter Beobachtungstechnik in Zukunft häufiger mit der Entdeckung solcher interstellarer Besucher rechnen können - ein neues, sehr spannendes Forschungsfeld!

Quelle und weitere Informationen inklusive einer Darstellung der Licktkurve: ESO-Beobachtungen zeigen, dass der erste interstellare Asteroid mit nichts vergleichbar ist, was wir bisher kennen

Sturm auf Jupiter


 Dieses Aufnahme zeigt einen riesigen Sturm auf der Nordhalbkugel des Gasriesen Jupiter. Das Bild wurde von der Raumsonde Juno bei ihrem neunten nahen Vorbeiflug an Jupiter aufgenommen. Dies war am 24. Oktober 2017. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die NASA-Sonde Juno 10.108 Kilometer über der Wolkendecke Jupiters. Die Auflösung des Bildes beträgt 6,7 km/Pixel.

Der Sturm rotiert gegen den Uhrzeigersinn. Die Wolken, die den Sturm bilden, haben unterschiedliche Höhen. Die dunkleren Wolken liegen tiefer in der Atmosphäre als die helleren Bereiche. Entlang der hellen "Arme" des Sturms sind hohe, leuchtende Wolken und Wolkenbänke zu sehen, die Schatten auf die darunter liegenden Wolken werfen. Das Sonnenlicht kommt von links.

Diese leuchtend hellen Wolkenbänke entstehen vermutlich aus Aufwinden, die weiße Ammoniak-Kristalle mit sich führen. Sie überragen ihre Umgebung um 7 bis 12 Kilometer.

Quelle und weitere Infos:
https://www.nasa.gov/juno
Image Credits: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstädt/ Seán Doran

NGC 891 - eine Galaxie in Kantenstellung



Wenn es um Galaxien geht, ist der berühmte Andromeda-Nebel die erste Adresse im Sternbild Andromeda. Völlig zurecht, denn diese Galaxie ist die uns nächstgelegene Spiralgalaxie und das am weitesten entfernte Objekt, dass man mit bloßem Auge sehen kann. Sie ist 2,5 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt - für Galaxien ein Katzensprung.

Doch hat das Sternbild Andromeda mehr zu bieten, zum Beispiel die Galaxie NGC 891. Dabei handelt es sich um eine Spiralgalaxie in Kantenstellung, das heißt, wir sehen die flache Scheibe der Galaxie von der Seite. Das Zentrum solcher Spiralgalaxien ist gewölbt, so dass sie in Kantenstellung nicht völlig flach, sondern eher spindelförmig erscheinen.

Ein hervorstechendes Merkmal ist das dunkle Staubband, das sich durch die ganze Länge der Scheibe zieht. Das ist der Ort, an dem neue Sterne entstehen.

So wie NGC 891 könnte auch unsere Milchstraße aus dieser Entfernung aussehen, denn NGC 891 ist von Größe, Leuchtkraft, Morphologie und der Anzahl der Kugelsternhaufen her unserer Heimatgalaxie sehr ähnlich.

Die Galaxie NGC 891 befindet sich weniger als 4° östlich des Sterns Almach (Gamma Andromedae). Almach gehört zur Kette der Sterne, die das Sternbild Andromeda kennzeichnen. Man muss also dieser Kette über Almach hinaus folgen, um dann etwas südlich auf NGC 891 zu stoßen, so wie es diese Abbildung aus Stellarium zeigt:


Von rechts nach links (West nach Ost) zeigt das Bild das Sternbild Pegasus (Herbstviereck), die sich anschließende Kette der Andromeda, mit der oberhalb stehenden Andromeda-Galaxie und schließlich das Sternbild Perseus. Dazwischen befindet sich mit einem blauen Quadrat markiert NGC 891. Mit einem 8"-Teleskop ist NGC 891 visuell gut erreichbar. Um das dunkle Staubband zu erkennen, sollte es aber schon ein 14-Zöller sein - oder eben eine Kamera.

Mit 24 Millionen Lichtjahren Entfernung gehört NGC 891 nicht mehr zu der lokalen Gruppe von Galaxien, die im Wesentlichen aus unserer Milchstraße und der Andromeda-Galaxie besteht. Aber auch NGC 891 ist nicht allein, sondern gehört zu einer anderen Gruppe, die nach der Galaxie NGC 1023 benannt ist.
NGC 1023 ist eine große linsenförmige Galaxie, die eine Gruppe aus etwa 25 Galaxien beherrscht. Man findet sie im Sternbild Perseus, das der Andromeda benachbart ist.

Das Bild oben wurde von Julian Zoller aufgenommen. Er verwendete dazu ein 200/1200 Newton-Teleskop auf der klassischen EQ-6-Montierung mit einer Ep3cmos06300kpa-Kamera von ToupTek.