Schöne Grüße aus Jezero

 Dieses Panorama, zusammengestellt aus 142 Einzelaufnahmen, erstellte der Marsrover Perseverance am dritten Tag nach seiner Landung. Am besten schaut man sich das 360°-Panorama in voller Größe an.

Image Credit: NASAJPL-CaltechMSSSASU

Solche Aufnahmen erstellt der Rover mittels einer Kamera, die auf einem drehbaren Mast montiert ist. Zu erkennen ist auch die Oberseite des Rovers selbst und dahinter zwei helle Flecken auf dem Marsboden. Diese wurden bei der Landung durch die Bremsraketen erzeugt, die den Staub von der Oberfläche geblasen haben.

Die Berge im Hintergrund sind der Rand des Kraters Jezero, in dem Perseverance gelandet ist. Er hat einen Durchmesser von 45 Kilometern und bildete einst den Grund eines Sees. An seiner westlichen Seite hat ein Fluss ein großes Delta geschaffen, also Sedimente in den Kratersee abgelagert. Dieses Delta solch sich der mobile Rover aus der Nähe anschauen. Man erhofft dort auf tonhaltige Sedimente zu stoßen, in denen sich organisches Material gut erhalten kann. Mehr über die Geologie von Jezero gibt es hier auf universetoday.com zu lesen. 

Aus diesem Artikel stammt auch die Grafik mit der Landeposition von Perseverance in Jezero. Der Rover ist mit einem Stern und der offiziellen Bezeichnung "Mars 2020" markiert.

Credit: ESA/DLR/FU Berlin, BY-SA 3.0 IGO

Das Panorama vermittelt auch einen kleinen Eindruck vom Marshimmel. Seine Farbe ist vom allgegenwärtigen Staub geprägt und weniger von Atmosphärengasen. Ein Phänomen, von dem wir eine Ahnung bekommen, wenn der Wind Saharastaub bis nach Europa trägt. Der Himmel erscheint orange und in Richtung Sonne bläulich - genau umgekehrt wie bei der Erde.

Lesetipp: Mehr Kartenmaterial rund um Jezero und eine genaue Beschreibung der Bilder finden sich in dieser Mitteilung des DLR: An in-depth look at the ge­o­log­i­cal con­text of the Mars 2020 land­ing site through the eyes of DLR's HRSC in­stru­ment

Die Landung des Perseverance auf dem Mars

 

Die Landung des Mars-Rovers Perseverance am 20. Februar musste vollautomatisch erfolgen, da jedes Signal vom Mars zur Erde mehrere Minuten unterwegs ist. Ein schnelles Eingreifen der irdischen Flugkontrolle ist nicht möglich. Abgesehen von den technischen Schwierigkeiten macht es auch keinen Sinn Live-Bilder von der Landung zu übertragen. Die Ingenieure können sowieso nicht eingreifen.

Dennoch hat Perseverance seine Landung aufwendig selbst dokumentiert. Diese Bilder wurden für dieses Video mit den Stimmen aus dem Kontrollraum kombiniert, so dass der zeitliche Ablauf der Landung aus der Perspektive des Rovers und der Wissenschaftler zugleich verfolgt werden kann.

 Das Video beginnt mit dem Öffnen des riesigen Fallschirms, der das schnelle Raumschiff beim Eintritt in die Marsatmosphäre dramatisch verlangsamt. Als nächstes trennt sich der Hitzeschild und fällt voraus. Im weiteren Anflug zeigt die Kamera immer detaillierter die Marslandschaft.

Nach dem Abtrennen des Fallschirms bremsen Raketenmotoren den Fall des Rovers. Sobald er dem Marsboden genügend nahegekommen ist, lässt der Himmelskran den Rover an drei Seilen behutsam ab. Sobald die Räder Kontakt haben, lösen sich die Kabel und der Himmelskran fliegt mit seinem Raketenmotoren weg, um den Rover nicht zu beschädigen. Kurz vor der Landung sieht man, wie der sehr feine Marsstaub von den Raketenmotoren des Himmelkrans aufgewirbelt wird.

Der Rover Perseverance steht nun im Krater Jezero und kann mit seiner Arbeit beginnen.