Der Himmel im Oktober 2016

Gaia: Die Vermessung des Universums

Die Raumsonde Gaia vermisst bereits seit 2014 die Positionen der Sterne mit bislang nicht bekannter Genauigkeit. Dabei nutzen die Astronomen ein sehr anschauliches Prinzip, nämlich die Messung der Parallaxe. Darunter versteht man die scheinbare Bewegung eines relativ nahen Objektes, wenn man seinen Beobachtungsstandort wechselt: Der Daumen am ausgestreckten Arm springt vor dem weit entfernten Hintergrund hin und her, wenn man ihn mal mit dem linken und mal mit dem rechten Auge betrachtet. Je näher ein Objekt (der Daumen) an der Raumsonde (den Augen) ist, desto größer ist der Parallaxenwinkel (der Sprung).

Die Raumsonde Gaia bewegt sich mit der Erde um die Sonne (genau genommen befindet sie sich am Lagrange-Punkt 2). Im Laufe eines Jahres verschieben sich die Positionen der relativ nahegelegenen Sterne und so kann deren Entfernung präzise bestimmt werden.

In dem Video sehen wir zunächst einen Anflug zu unserer Milchstraße, der uns die Lage der Sonne in unserer Galaxie verdeutlicht. Dann zeigt es die Position der sonnennahen Sterne. Dabei handelt es sich um eine Visualisierung der Gaia-Daten von etwa 600.000 Sternen. Das ist nur ein Bruchteil der über eine Milliarde Sterne, deren Örter im Laufe der Mission vermessen werden soll.


Saturn: Kleiner Mond mit großer Wirkung


 Diese Aufnahme wurde am 02. Juli 2016 von der Raumsonde Cassini aus 1,4 Millionen Kilometern Entfernung gemacht. Cassini befindet sich bereits seit dem Jahr 2004 in einer Umlaufbahn um Saturn. Das Bild zeigt einen Teil seines spektakulären Rings.

Der Saturnring ist keine homogene Struktur. So ist auch auf diesem Bild ein schwarzer Streifen zu erkennen, in dem nur sehr wenig Ringmaterial vorhanden ist. Astronomen sprechen von einer Teilung; in diesem Fall von der Encke-Teilung, benannt nach ihrem Entdecker, dem Berliner Astronomen Johann Franz Encke (1791-1865).

Diese Lücke im Ringsystem wird von der Gravitationswirkung eines nur 28 Kilometer durchmessenden Mondes offen gehalten. Dieser Mond namens Pan ist links von der Bildmitte in der Teilung zu erkennen. Er ist auch verantwortlich für die filigranen "Ringlets" innerhalb der Teilung.
Inzwischen sind zahlreiche solcher Schäferhundmonde bekannt. Wie ein Hund eine Schafherde zusammenhält, strukturieren auch diese kleinen Monde den Saturnring.

Während die 325 Kilometer breite Encke-Teilung mit einem irdischen Teleskop entdeckt wurde, konnte der kleine Mond erst auf Aufnahmen der Raumsonde Voyager 2 identifiziert werden.

Die größte und daher auch schon im Jahre 1675 entdeckte Teilung ist die Cassini'sche Teilung. Nach ihrem Entdecker, Giovanni Domenico Cassini (1625-1712) wurde die moderne Raumsonde benannt. Der Mond, der diese 4800 Kilometer breite Teilung offen hält, ist der 400 Kilometer durchmessende Saturnmond Mimas. Anders als die Encke'sche Teilung ist diese große Teilung relativ leicht mit einem Amateurteleskop zu erkennen.

Quelle: NASA