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Monde des Saturn

Image Credit: Cassini Imaging Team, SSI, JPL, NASA


Der Planet Saturn hat nicht nur den schönsten Ring, sondern auch die meisten Monde aller Planeten in unserem Sonnensystem. Nachdem eine Beobachtungskampagne 20 neue Monde bekannt gab, kommt der Herr der Ringe auf 82 Gefolgsleute. Der eigentlich größere Planet Jupiter hat "nur" 79.

Allerdings sind diese neuen Monde Winzlinge im Bereich von fünf Kilometern Durchmesser. Es gibt im Grunde keine definierte Untergrenze für die Größe eines Mondes. Man wird sicherlich auch bei Jupiter in Zukunft noch fündig werden:
Using some of the largest telescopes in the world, we are now completing the inventory of small moons around the giant planets.
So die entsprechende Ankündigung des beteiligten Astronomen Scott Sheppard. Übrigens kann man sich noch bis zum 6. Dezember an der Namensfindung für die neuen Monde beteiligen: Help Name 20 Newly Discovered Moons of Saturn!

Im Teleskop machen die neuen Monde natürlich nicht viel her. Es sind kleine Lichtpunkte. Der Planet Saturn ist im günstigsten Fall 1,2 Milliarden Kilometer von unserer Erde entfernt.

Wie muss man sich eine Welt vorstellen, die aus einem 120.000 Kilometer durchmessenden Gasriesen mit einem komplexen Ringsystem und 82 Monden besteht? Einen Eindruck davon vermitteln uns die Bilder der Raumsonde Cassini, die von 2004 bis 2017 im Saturnsystem unterwegs war. Das Bild oben ist einer der Postkarten, die uns Cassini aus dieser Welt geschickt hat.

Die Aufnahme stammt vom 29. Juli 2011 und zeigt fünf Monde mittlerer Größe. Sie sind allesamt deutlich größer als die zwanzig neu entdeckten Winzlinge, aber auch kleiner als der planetengroße Titan. Von links nach rechts sind es Janus (178km), Pandora (84km), Enceladus (499km), Mimas (397km) und Rhea (1530km). In Klammern ist jeweils der Monddurchmesser angegeben.

Der Mond Rhea im Vordergrund ist der zweitgrößte Mond des Saturn. Er wurde bereits im Jahre 1672 von dem Namensgeber der Raumsonde, dem Astronomen Giovanni Domenico Cassini, entdeckt. Besonders hell und glatt erscheint der Mond Enceladus. Er ist von einem dicken Eispanzer umgeben. Der Mond Pandora markiert den F-Ring des Ringsystems.

Das Bild vermittelt einen Eindruck wie faszinierend und vor allem auch dynamisch der Himmelsanblick von einer Raumstation aus sein muss, die den Saturn umkreist.

Der Wassermond über den Eisringen


 Eines der erstaunlichsten Raumfahrzeuge aller Zeiten ist die Saturnsonde Cassini. Das Gemeinschaftsprojekt von NASA, ESA und ASI (Agenzia Spaziale Italiana) kreist seit 2004 in dem riesigen Saturnsystem, mit seinem fantastischen Ringen und über 60 Monden!

Die Aufnahme oben stammt vom 29. Juli 2015. Cassini surft über die Ringe des Saturn und blickt zurück. So gelingt diese fantastische Aufnahme der schmalen Sichel des Mondes Enceladus. Eine Million Kilometer trennen das Raumfahrzeug vom Mond. Da wir fast genau in Richtung Sonne blicken, sehen wir nur eine schmale Sichel. Das ist ganz so, wie bei unserem irdischen Mond, der sich immer dann als schmale Neumondsichel zeigt, wenn er nahe der Blickrichtung zur Sonne steht.

Der fünfhundert Kilometer durchmessende Mond Enceladus ist eine faszinierende Welt, die von Cassini bereits öfters genauer untersucht wurde. In seiner Südpolregion finden wir aktive Geysire, die Wassereis und Staub in das Saturnsystem blasen. Wer in der Großansicht der Aufnahme ganz genau hinschaut, kann diese Geysire am unteren dunklen Rand des Mondes erkennen.
Die Analyse der Cassini-Daten lässt die Astronomen vermuten, dass sich unter der dicken Eisschicht der Enceladus-Oberfläche ein riesiger Ozean befindet. Dieser Ozean spannt sich um den ganzen Mond. Es scheint sogar so zu sein, dass der innere Kern des Mondes keinerlei Kontakt zur Oberfläche hat und der Mond quasi im riesigen Ozean umherschwappt.

Image Credit: Cassini Imaging Team, SSI, JPL, ESA, NASA
Quelle: apod.nasa.gov

Die mit dem Tiger tanzt



Die Raumsonde Cassini tanzt seit 2004 um den Saturn und kommt dabei immerwieder einem der Saturnmonde nahe, jeder eine Welt für sich. Gestern war es wieder der Mond mit den Tigerstreifen, Enceladus genannt. Auf der Seite CICLOPS veröffentlicht das Cassini-Kamerateam die Rohdaten dieser Begegnung. Ich habe das Bild oben ausgewählt, da es für mich alles ausdrückt, was die Planetenforschung so - sorry, ich muss das jetzt so schreiben - megageil macht: Wir umkreisen mit unseren ferngesteuerten Kamera-Augen fremde Welten und entdecken Dinge, die wir so auf unserer Erde nicht kennen. Doch da die Physik überall im All gilt, können wir versuchen, uns einen Reim darauf zu machen. Was wir hier sehen, ist Kryovulkanismus, ein Eisvulkan schleudert im Gegenlicht der Sonne seine eisige Fracht hoch hinaus; hoch, weil keine Atmosphäre ihn daran hindert. Carolin hatte bereits erhellendes dazu gepostet: Ozeane unter dem ewigen Eis auf Enceladus? Das Bild in ihrem Beitrag zeigt auch wunderbar die Tigerstreifen genannten Strukturen auf Enceladus, die im Zusammenhang mit dem Kryovulkanismus stehen.

Die Raumsonde Cassini befindet sich seit Juli 2004 im Saturn-System. Den Mond Enceladus hat sie nun in gerade mal 102 Kilometern Höhe überflogen. Eine wirklich toll gemachte Seite zu Cassini bietet das JPL-Institut der NASA: http://saturn.jpl.nasa.gov.