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Weltuntergang - jetzt auch hier!

Eigentlich ist das hier nicht der Ort, um esoterische Spinnereien, Verschwörungstheorien und Pseudowissenschaften abzuhandeln, aber an Silvester sei es auch mir einmal erlaubt, mein Lieblingsweltuntergangszenario zu posten.

Das Video zeigt wunderbar, dass eben nicht jugendliche Rebellion und adoleszente Verwirrung - gepaart mit dem Wunsch das andere Geschlecht zu beeindrucken - ausreichen, um etwas wirklich großartiges und endgültiges zu bewirken. Man braucht dazu auch die Frustation aus zwanzig Jahre durchlebten Erwachsenenleben. Aber seht selbst:

Was sind Parawissenschaften?

Vortrag von Amardeo Sarma von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e. V., gehalten am 16. September 2011 in Mannheim, präsentiert von Säkularen-Humanisten - GBS Rhein-Neckar e.V.











Das Universum, ausnahmsweise mal ganz lokal betrachtet

Deutschland ist ein sehr unbedeutender Teil des Universums und somit ist Deutschlands Zustand völlig egal. Dummerweise sind wir aber in diese D-Raumzeitblase eingeschlossen, selbst auswandern verlagert hier nur das Problem. Also machen wir aus der Not eine Tugend und versuchen wir durch die Teilnahme an den Wahlen die D-Blase komfortabler für uns einzurichten. Blöd nur, dass es kaum jemanden gibt, den man in D wählen könnte. Unser Problem beschreibt Michael Miersch für den Cicero in einer so dermaßen klaren und treffenden Sprache, dass ich mich zu diesem Out-of-Topic-Beitrag hinreißen lasse: Deutschland fehlt eine Fortschrittspartei.

Diese Einsicht verdankt er der amerikanischen Newsweek, die festgestellt hat, dass kein westliches Land so technologiefeindlich ist, wie Deutschland. Das jüngste Negativbeispiel hierfür liefern die Grünen, die kurz vor den Wahlen ihre Lieblingssau durchs Dorf jagen: Studie sieht erhöhtes Leukämierisiko für Kinder. Der Spiegel, Deutschlands hysterisches Nachrichtenmagazin, hilft mit dieser tendenziösen Überschrift eifrig beim Sautreiben mit, um dann im Beitrag zu schreiben:
"Von einem letztgültigen Beweis will der Forscher allerdings nicht sprechen: Aufgrund der Vielzahl von Risikofaktoren könne man keine direkte Kausalbeziehung zwischen Krebserkrankungen und Atomkraftnutzung herstellen."
Aber zurück zum Thema. Michael Miersch schreibt in seinem Beitrag:
"Eine mächtige Koalition aus Öko-Aktivisten, Pfarrern, Politikern und Journalisten hat es geschafft, dass die Deutschen neue Technologien nicht mehr als Chance, sondern nur noch als Risiko betrachten."
Man stelle sich vor, heute würde das Farbfernsehen eingeführt werden, wie weiland 1967 durch Willy Brandt und seinem symbolischen Knopfdruck. Was würde geschehen? Die Grünen würden sofort eine Studie wegen des vermeintlichen Leukämierisikos in der Nähe von Farbfernsehern in Auftrag geben, die SPD würde dem Farbfernsehen nur zustimmen, wenn der Hartz IV-Regelsatz dafür erhöht wird. Für die CDU muss das Farbfernsehen zentral gestoppt werden können, wenn mehr Farben erscheinen, als Zensursula oder die Kirchen vertragen (man stelle sich vor, die Menschen würden sehen, wie farbig die Welt im Diesseits ist). Die Linken würden das Farbfernsehen verbieten, weil die Geräte von wenigen Monopolisten des Militärisch-Industriellen-Komplex geliefert werden (wer Farbfernseher bauen kann, kann auch Panzer bauen, ist ja logisch). Die FDP als fortschrittlichste Partei Deutschlands hält einfach die Klappe. Erstens fragt sie keiner, denn die Journalisten fühlen sich von der hysterischen Stimme viel stärker angezogen, als von der vernünftigen, und zweitens ist die FDP zu fantasielos, als dass sie sich an den Rockzipfel einer anderen Partei als der bürgerlichen hängen will und mit denen will man es sich ja nicht verscherzen. Ergo, kein Farbfernsehen für Deutschland. Solange wir nicht gegen Österreich Fußball spielen ist das eigentlich sowieso unnötig, denkt das abgehängte Prekariat.

Nun sind aber nicht alle Deutschen hysterische Schöngeister, die Karottenmümmeln für eine ausfüllende Ganztagestätigkeit halten und die Dynamik der restlichen Welt für pathologisch. Was ist mit den Menschen, die die Nase voll haben von den Fortschrittsverweigeren, den Nichtsblickern, hochbezahlten dauerbeferienten Lehrern und alternativen Natur- und Geistheilern? Für sie schreibt Michael Miersch einen Absatz, der eine überaus treffende Analyse darstellt:
"Große Teile der sogenannten technischen Intelligenz – Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker – haben sich frustriert aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie zappen weg, wenn politische Magazine im Fernsehen laufen, und schauen nur noch selten in die Zeitungen, weil sie dort nichts weiter zu erwarten haben als die nächste Hysterie. Sie fühlen sich fremd im eigenen Land – obwohl sie den Wohlstand dieses Landes zu einem Großteil erwirtschaften. Sie erhoffen nichts mehr von den Parteien, weil sie zu oft erlebt haben, wie Politiker die Ängste bedienen, die technophobe Aktivisten schüren."
"Deutschland kann es besser" ist der Wahlkampfslogan der FDP und greift auch den Beitrag von Michael Miersch ausführlich auf: Über die Wissenschaftsfeindlichkeit. Diese kleine, aber im Unterschied zu den Piraten doch äußerst etablierte Partei, hat tatsächlich gute Chancen hier in eine politische Lücke einzudringen, die durch die Vergrünisierung der anderen Parteien gerissen wurde und so ein Thema für sich zu besetzen. Ob die Liberalen diese Chance wirklich ergreifen werden ist für mich die spannendste Frage in diesem Wahlkampf.



Ursprünglich gefunden in: Telepolis