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Kleiner Brocken ganz nah

Es gibt eine ganze Reihe astronomischer Aufnahmen, da fragt man sich, ist das wirklich echt? Wenn sich dann herausstellt, ja es ist echt, dann beginnt das Staunen. So auch bei diesem Video:



Wir sehen einen Asteroiden in unmittelbarer Nähe vorbeiziehen - und zwar vor dem Jupiter. Tatsächlich kommt uns dieser ganz spezielle Asteroid dann doch nicht so nahe wie man anhand der Bilder befürchten könnte und ist völlig ungefährlich. Es handelt sich um den Marsmond Phobos, ein ehemaliger Asteroid, knapp 25 km im Durchmesser, der irgendwann mal von unserem Nachbarplaneten eingefangen wurde. Die ungewöhnliche Konstellation zwischen ihm und dem fernen Jupiter wurde am 1. Juni 2011 von der europäischen Raumsonde Mars Express eingefangen, die sich zu diesem Zeitpunkt knapp 11400 km von Phobos entfernt in der Umlaufbahn um den Mars befand. Der Jupiter wiederum war nochmal 529 Millionen km weiter weg.

Das Manöver sieht nicht nur äußerst beeindruckend aus, sondern hilft den Wissenschaftlern auch dabei, die Umlaufbahn von Phobos exakter zu bestimmen, was bei so einem kleinen Brocken, der sich leicht ablenken läßt, gar nicht so einfach ist.

Ganz schön was los in 2011

Das meint man zumindest am JPL-Institut in Kalifornien. Diese Einrichtung der NASA plant und betreut die Planetensonden der amerikanischen Raumfahrtbehörde. Davon sind so viele unterwegs oder gerade im Bau, dass man schnell den Überblick verliert. Dieses JPL-Video fasst zusammen, was in diesem Jahr so passiert oder bereits passiert ist.



Es würde mich nicht wundern, wenn selbst JPL-Mitarbeiter dieses Video anschauen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Für den Überblick erschwerend kommt hinzu, dass es auch Missionen gibt, die einfach nicht enden wollen. Der Rover Opportunity fährt schon seit sieben Jahren auf dem Mars rum! Andere Dauerläufer unter den Missionen, wie die Saturnsonde Cassini, wurden gar nicht erst erwähnt.

Hier noch der im Video angegebene Link zum JPL: http://www.jpl.nasa.gov/

Aufstieg und Ausstieg: Von Raumsonden und Kosmonauten

Langsam aber stetig begreift die Menschheit das ganze Sonnensystem als Heimat. Wenn wir auch noch nicht selbst zu den Planeten fliegen können, so erkunden unsere Späher vorab das Terrain und geben uns mit immer besserer Fernerkundungstechnik das Gefühl, vor Ort zu sein. Da uns dies so wahrscheinlich nie für den galaktischen Raum außerhalb unseres Sonnensystems gelingen wird, bilden die Planetenwelten im Gravitationstopf der Sonne unser Zuhause. Wie sehr die Menschen seit Erfindung der Raumfahrt schon in die unentdeckten Länder ausgreifen, verdeutlicht wunderbar diese Graphik von Adam Crowe, die sämtliche Planetenmissionen durch ihre schematisch angedeuteten Flugbahnen auflistet.



Sehr schön erkennt man an der Grafik auch, welchen Planeten wir den Vorzug geben und wo es eher schwierig ist hinzugelangen.

Auf das Bild hat mich Stephan Fichtner aufmerksam gemacht, derselbe Stephan, der in seinem Beitrag Alexei Leonov in Deutschland über den Besuch des ersten Weltraumspaziergängers bei der ESA in Darmstadt ausführlich berichtete. Warum Stephan von dem sympathischen Kosmonauten so angetan war, wird in diesem Video klar, das wohl auch während seines Besuchs entstand. Leonov kommt einfach gut rüber.