Alte Bilder von Europa neu bearbeitet

Crisscrossing Bands, image credit: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute
 Bei der amerikanischen Raumfahrbehörde NASA plant man für die Zukunft: Die Raumsonde Europa Clipper soll sich in 45 Vorbeiflügen dem   Jupitermond Europa bis auf 25 Kilometern annähern. Um besser auf das vorbereitet zu sein, was die Astronomen dann erwartet, haben die Wissenschaftler in aufwendiger Arbeit alte Aufnahmen der Jupiter-Sonde Galileo aus den neunziger Jahren neu bearbeitet. Herausgekommen sind diese spektakulären Aufnahmen des Jupitermondes Europa.

Chaos Near Agenor Linea, image credit: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute
Die Auflösung der Bilder liegt bei etwa 220 Meter pro Pixel. Die Ausschnitte der Mondlandschaft sind jeweils circa 280 Kilometer groß.

Chaos Transition, image credit: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute
Die drei Bilder zeigen Regionen, die alle auf dem gleichen Längengrad liegen. Die Bilder wurden am 26. September 1998 beim 17. Orbit der Raumsonde Galileo um Jupiter aufgenommen. Das nächste Bild zeigt die Lage der drei Regionen auf dem Europa-Globus:

Image credit: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute

Europa gehört zu den vier großen Monden Jupiters, die Galileo Galilei 1610 mit seinem einfachen Teleskop entdeckte. Jeder kann heutzutage diese Entdeckung mit einem Fernglas nachvollziehen. Die vier Galilei'schen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind jeweils spannende Welten für sich, die von ihrer Größe her als Planeten durchgehen würden, wären sie nicht zusammen mit Jupiter entstanden und noch heute in seinem Gravitationsfeld gefangen.

Europa ist mit einem Durchmesser von 3.122 Kilometern der kleinste der vier großen Monde. Er umkreist in 3,5 Erdtagen den Jupiter. Wäre er dem Gasriesen Jupiter nicht so nahe, könnte man Europa mit dem bloßen Auge sehen.

Ganz anders als unser Erdmond bestehen die Galilei'schen Monde zu einem beträchtlichen Teil aus Eis. Bei Europa ist das geradezu offensichtlich. Wir schauen auf eine Fläche gefrorenen Wassereis aus der tafelförmige Eisberge herausragen und die von einem gewaltigen Netzwerk farbiger Rillen durchzogen wird. Echte Berge aus Gestein, wie wir sie kennen hat Europa nicht. Der Mond ist glatt wie ein Babypopo mit Erhöhungen von gerade mal ein paar hundert Metern.

Die geringe Kraterdichte zeigt, dass sich die Oberfläche Europas ständig erneuert. Der Mond ist also geologisch aktiv. Bei unserer Erde ist es plastisch verformbares oder sogar aufgeschmolzenes Magma-Gestein, das den Planeten aktiv hält. Die Oberfläche des Mondes Europa hingegen wird von einem gewaltigen Ozean flüssigen Wassers unter dem Eis geformt. Die Energie für das Aufschmelzen des Eises bezieht der Mond aus den Gezeitenkräften im Gravitationsfeld des Gasriesen Jupiters.

Mit der Mission Europa Clipper wollen die Forscher mehr über diesen Ozean erfahren. Wie tief ist er? Wie hoch ist sein Salzgehalt? Könnte Leben wie wir es kennen in ihm existieren?

Dieses Video stellt die Mission Europa Clipper vor:

Mondsichel mit Meer der Gefahren



Die schmale Mondsichel ist immer ein reizvoller Hingucker, vor allem, wenn sie sich wie derzeit mit der strahlenden Venus am Himmel trifft.

Astronomen geben das Alter des Mondes in Tagen nach der Neumondphase an. Der Mond ist in der Aufnahme oben demnach vier Tage alt. Dieses Mondalter bezieht sich auf die Phasengestalt des Mondes, nicht auf die Entstehung des Himmelskörpers selbst. Der Mond ist aus der noch jungen Erde hervorgegangen, nachdem diese kurz nach ihrer Entstehung mit einem marsgroßen Planeten kollidierte. Der Mond ist aus den Trümmern dieser Kollision entstanden und damit fast so alt wie unsere Erde.

In seiner frühen Geschichte hat er besonders starke Asteroideneinschläge über sich ergehen lassen. Diese, Heavy Bombardement genannte Phase in der Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems, ist dem Mond ins Gesicht geschrieben. Die dunklen Flecken zeigen große Einschlagkrater, die mit gewaltigen Strömen von Lava ausgefüllt werden. Der dunkle Basalt wurde von frühen Mondbeobachtern als Meer (lateinisch: Mare) interpretiert. Das Mare Crisium (deutsch: Meer der Gefahren) ist am Rande der uns zugewandten Mondseite gelegen und daher in der schmalen Sichel gut zu sehen:



Das Mare Crisium hat einen Durchmesser von etwa 550 Kilometer. Es hebt sich recht scharf von seiner Umgebung ab. Das lavageflutete Einschlagbecken ist von einem 3 Kilometer hohen Ringgebirge umgeben. Im Inneren ist das Mare glatt und eben. Diese Ebene wird von wenigen Wellen und jüngeren Sekundärkratern unterbrochen.

Gas und Staub im Orion

 
Credit: Julian Zoller

Wer durch ein Teleskop schaut, sieht vor allem mehr Sterne als mit bloßem Auge. Dies bemerkte auch einer der ersten Teleskopbauer, der Physiker Galileo Galilei im Jahre 1610. So erkannte er, dass die Milchstraße kein kontinuierliches Band ist, sondern aus zahlreichen einzelnen Sternen besteht, die das Teleskop für das menschliche Auge trennen kann. Dieser Beobachtung folgend sind auch spätere Beobachter davon ausgegangen, dass sich nebelartige Objekte in Sterne auflösen, wenn man nur ein genügend großes Teleskop verwendet.

Moderne Astrofotografen wie Julian Zoller, dem wir die Aufnahme oben verdanken, hüllen das Universum wieder in Staub und Nebel ein. Auf ihren langzeitbelichteten Aufnahmen, angefertigt mit speziellen Kameras, erkennen wir das Material zwischen den Sternen: Relativ dichte Staubbänder legen sich wie Schatten vor das Sternenlicht oder streuen das blaue Licht junger Sterne, die heiß und hell leuchten. Mit ihrer ionisierenden UV-Strahlung regen sie allgegenwärtige Wasserstoffatome im dünnen Gas zum Leuchten an. Das Wasserstoffgas leuchtet in einer charakteristischen roten Farbe von 656 Nanometer Wellenlänge.

Zu sehen ist auf dem Bild der zentrale Teil des Sternbildes Orion. In den Ecken des Bildes ist jeweils einer der hellen Sterne zu sehen, die gemeinsam die Figur des Jägers bilden. Links oben der rötliche Stern Betelgeuse (im deutschen Sprachraum auch Beteigeuze genannt), rechts oben Bellatrix, rechts unten Rigel und schließlich der Stern Saiph, der das rechte Knie des Jägers markiert. Die Strichfigur aus dem Kosmos Himmelsjahr hilft bei der Orientierung:

Credit: Kosmos Himmelsjahr

Wenn wir in Richtung des Sternbildes Orion schauen, betrachten wir den Orion-Arm unserer Milchstraße. Unsere Milchstraße ist eine Spiralgalaxie, für die solche Spiralarme typisch sind. In ihnen verdichtet sich die Materie, es kommt zur Geburt von Sternen, aber auch recht früh zum Tod der besonders massereichen Exemplare. Diese Sterne vergehen in gewaltigen Supernova-Explosionen. Die Frage wie lange es noch dauert, bis uns Betelgeuse dieses kosmische Schauspiel vorführt, wurde im letzten Winter eifrig diskutiert, als dieser Stern ungewöhnlich stark an Leuchtkraft verlor.

Das rotleuchtende Wasserstoffgas zeichnet einen großen Bogen nach, der Barnard's Loop genannt wird, nach dem Astronomen Edward Emerson Barnard (1857-1923). Sein Durchmesser beträgt etwa 300 Lichtjahre, seine Entfernung zu uns 1500 Lichtjahre. Er könnte der Überrest einer Supernova sein, die bereits vor 2 Millionen Jahren einen großen alten Stern zerriss. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns bei Betelgeuse erwartet.

Fotograf: Julian Zoller
Kamera: Canon 600Da
Objektiv: 50mm Sigma Art
Montierung: Skywatcher Star-Adventurer
Belichtung: 173*150s