Unsere kosmische Nachbarschaft in 3D

Die Erde, dritter Planet im Sonnensystem, in dessen Zentrum ein mittelgroßer, mittelmäßig heller, gelblicher Stern steht, die Sonne. Der Stern zieht seine Bahn um das Zentrum der Milchstraße, relativ weit außen schon, in einem der vielen Spiralarme, den wir den Orion-Arm nennen. Unsere Heimatgalaxie ist schon ein stattliches Exemplar ihrer Art, das neben einem Schwarm von Kugelsternhaufen auch eine Reihe von kleinen Begleitgalaxien um sich schart.Gleiches macht auch unsere nächste größere Nachbarin, die Andromedagalaxie, die sich derzeit fleißig auf uns zu bewegt - genau wie wir uns auf sie zubewegen. Gemeinsam mit der Dreiecksgalaxie bilden die zwei und ihr Anhang die Lokale Gruppe von Galaxien. Aber wie geht es dann weiter?

Die Lokale Gruppe ist Bestandteil des Virgo-Superhaufens, zu dem auch der Virgo-Galaxienhaufen gehört. Dessen Galaxien sind durchschnittlich schon 65 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Wir können messen, daß auch der Virgohaufen fleißig an uns zieht. Trotzdem entfernen sich die Galaxien des Virgohaufens von uns, Schuld daran ist die Expansion des Universums. Und außerhalb des Virgohaufens, wie sieht es da aus? In welche Richtungen gibt es weitere Galaxien oder Ansammlungen von Galaxien? Um das herauszufinden, wirft man am besten erstmal einen Blick in eine Himmelsdurchmusterung. Derzeit stehen mit Pan-STARRS, VISTA, VST oder dem LSST ja eine ganze Reihe von Teleskopen vor Himmelsdurchmusterungen in den Startlöchern oder haben ihre Arbeit vor kurzem aufgenommen.

Eine der Himmelsdurchmusterungen, die schon seit einigen Jahren abgeschlossen ist und wo daher schon alle Daten des kompletten Himmels zur Verfügung stehen, ist 2MASS, der Two Micron All Sky Survey. Wie der Name andeutet, hat 2MASS im nahen Infraroten beobachtet und dabei auch jede Menge Galaxien abgelichtet. Damit hätten wir also schonmal eine Himmelskarte von Galaxien, wissen aber noch nicht wie weit sie weg sind. Das herauszufinden, war Aufgabe des 2MASS Redshift Survey (2MRS), bei dem in jahrelangen Nachbeobachtungen die Rotverschiebungen der abgelichteten Objekte gemessen wurden. Für unsere kosmische Nachbarschaft läßt sich die wiederum einigermaßen genau in Entfernungen umrechnen.

Mit dem 2MASS Redshift Survey ist man bei der Durchmusterung des Himmels nach nahen Galaxien so nah an die Milchstraßenebene herangerückt wie nie zuvor. Image Credit: T.H. Jarrett (IPAC/SSC)

Das Resultat ist eine farbkodierte Karte, die uns zeigt wo sich jede der vermessenen Galaxien im Raum befindet. Die Farbdarstellung macht wunderbar sichtbar, wo sich Galaxien zu Haufen gleicher Entfernung anordnen und wo sich bereits die typischen Strukturen des Kosmos - walls and voids genannt - herausbilden. Wohlgemerkt, diese Karte beinhaltet "nur" die 43.000 nächsten Galaxien bis zu einer Rotverschiebung von etwa z=0.03, was grob 370 Millionen Lichtjahren Entfernung entspricht. Die am weitesten entfernten Galaxien, die man heute kennt, kommen auf z-Werte im Bereich 8-10. Das Licht war von ihnen bis zu uns bis zu 13 Milliarden Jahre lang unterwegs, während sich der Raum um sie herum fleißig ausgedehnt hat, daß daß sie inzwischen mehr als 40 Milliarden Lichtjahre weit weg sein können.

Frühstück mit Thomas Reiter


Seit gut einem Monat ist Thomas Reiter ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt am ESOC in Darmstadt. Heute stellte er nun sich selbst, seine Ziele als ESA-Direktor ud sein Kompetenzteam der Presse vor.

Mit der Zusammenlegung der Direktorate Bemannte Raumfahrt und Satellitenbetrieb realisiert die Europäische Weltraumagentur am Standort Darmstadt die Synergien zweier Programmdirektionen und schafft einen Kristallisationskeim zukünftiger bemannter und unbemannter Missionen. 17 Satelliten von 14 Missionen werden zur Zeit von Darmstadt aus kontrolliert und 12 weitere Satellitenmissionen sind konkret in der Vorbereitung. Daneben spielt auch die so genannte Space Situational Awareness (SSA) eine immer größere Rolle.

Für Thomas Reiter liegen neben der unbemannten Raumfahrt die Schwerpunkte seiner zukünftigen Tätigkeit im Ausbau der bemannten Missionen. So sollen die neuen Astronauten der ESA schon in den kommenden Jahren auf der ISS und auch darüber hinaus Aufgaben wahrnehmen. Alexander Gerst wird nach heutiger Planung schon 2014 zur ISS fliegen und ist darüber hinaus als Geologe auch ein heißer Kandidat Reiters für eine Rückkehr zum Mond.

Das Ziel einer bemannten europäischen Mondmission, eines rückkehrfähigen oder gar bemannten ATVs sowie Explorationsmissionen zum Roten Planeten auf der Suche nach heutigem oder vergangenem Leben gehören für Reiter zu den Zielen nach dem Ende der ISS-Nutzung im Jahr 2020 oder danach.

Insgesamt begegnete man einem sehr "aufgeräumten" Ex-Astronauten und Raumfahrtmanager, der nach seinen Lehr- und Wanderjahren nun wieder nah an seinen Ursprung (Thomas Reiter wurde am 23.Mai 1958 in Frankfurt am Main geboren) zurückgekehrt ist.

Das Wetter von gestern: Aufnahmen von Jupiter neu bearbeitet

Voyager 1, künstlerische Darstellung, NASA
Als die NASA Sonde Voyager-1 im Januar 1979 am Planeten Jupiter vorbei flog, machte sie 58 Aufnahmen vom König der Planeten. Die Aufnahmen ergeben einen beeindruckenden Film, der das dynamische Wettergeschehen in Jupiters oberer Atmosphäre zeigt - inklusive dem Großen Roten Fleck - ein Wirbelsturm, der schon seit Jahrhunderten wütet.

Bjorn Jonsson hat die Aufnahmen von Voyager-1 neu bearbeitet und zu einem neuen Film zusammengestellt:



Da sich die Raumsonde während der Aufnahmen Jupiter von 58 Million auf 36 Million Kilometer annäherte, vergrößert sich die Auflösung der Bilder im Laufe des Films.

Jupiter ist mit einem Äquatordurchmesser von 142.800 Kilometern der größte Planet unseres Sonnensystems. Von der Sonne aus gesehen zieht er als fünfter Planet zwischen Mars und Saturn seine Kreise. Somit ist Jupiter der innerste der vier Gasriesen. Da er jenseits der "Frostgrenze" entstanden ist, konnte er bei seiner Bildung auf Eis aus Wasserstoffverbindungen - vor allem Wasser, Ammoniak und Methan - als Baumaterial zugreifen - Material, das im inneren Sonnensystem nicht kondensiert vorliegt. So kam Jupiter zu seinem riesenhaften Wachstum und seiner großen dynamischen Atmosphäre.

Voyager-1 war nicht der erste irdische Besucher an Jupiter. Vorher flogen schon die Raumsonden Pioneer-10 und Pioneer-11 vorbei.

Quelle, weitere Links und Details zum Film: universetoday.com

Was haben die Römer je für uns getan?

Das ist die Kernfrage, die sich die Volksfront von Judäa in Das Leben des Brian stellt. Die Ironie im Film besteht darin, dass die Wutbürger der Befreiungsorganisation den verhassten Römern die Zivilisation anrechnen müsse.



Heute ist Rom die Hauptstadt zweier Staaten, weshalb die Frage "Was haben die Römer je für uns getan?" noch komplizierter ist, als zu Brians Zeiten. Beide Staaten haben äußerst peinliche Staatsoberhäupter. Der eine im feinen Zwirn vergreift sich an Minderjährige, der ander trägt Frauenkleider und lässt seine Angestellten sich an Minderjährige vergreifen. Aber immerhin steht der Herr im feinen Zwirn einem irgendwie immernoch demokratischen Staat vor, der sich ganz enorm in die bemannte Raumfahrt einbringt. Mit Roberto Vittori und Paolo Nespoli stellt Italien derzeit gleich zwei ESA-Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS.

Der Chef des Vatikans, Herr Ratzinger aus Dunkelbayern, stellt keinen Astronauten - keinen einzigen. Für die Raumfahrt macht er gar nichts. Himmelfahrt ist für den Mann in Kleidern eine Sache, die der göttlichen Abstammung bedarf. Dennoch kündigt die ESA für heute einen "Event" an: Der Papst wird mit den Astronauten der ISS sprechen. Warum ausgerechnet der Papst? Nur weil zwei Italiener oben sind? Was hat der Vatikan je für uns getan?

Als der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter auf der ISS war, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenfalls eine Liveschaltung in den Orbit - sie konnte sich sogar mit den Kosmonauten auf russisch unterhalten. Ich finde es völlig legitim, wenn Politiker Erfolge der Wissenschaft und Technik für ihre PR nutzen. Solche PR ist die Währung, in der wir Politikern die Rendite für ihr Engagement zurückzahlen. Außerdem ist Frau Merkel derzeit die gewählte Vertreterin unseres Landes, das muss man akzeptieren, ganz egal, wie man sie findet.

Was aber hat Joseph Ratzinger je für die Raumfahrt getan und für wen steht er? Wie soll das weitergehen? Ruft als nächstes der Dalai Lama auf der ISS an? Margot Käßmann? Warum bekommt dieser Mann diese PR?

Auch wenn sie strahlt wie ein Engel, die ISS wurde von Ingenieuren gebaut, nicht von Theologen. Aufnahme aus dem Jahr 2009, NASA
Wie wäre es, wenn der Papst seine Audienz bei den Astronauten (oder ist es umgekehrt) römischen Schulkindern zur Verfügung stellen würde? Der Zeitplan der Astronauten ist vollgepackt, da sind solche Termine wie die mit dem Papst wirklich störend und daher bei der Jugend besser angelegt.

Wie man es richtig macht zeigt Präsident Obama in diesem schon etwas älteren Video:



Update: Der päpstliche Anruf ist nun auf YouTube zu sehen

Endeavours Joyride

Das Space Shuttle Endeavour hat bereits an der Internationalen Raumstation ISS angedockt, wie zum Beispiel auf raumfahrer.net zu lesen ist. Vor dem Andocken absolvieren die Space Shuttles routinemäßig eine verspielt anmutende Flugeinlage, das rendezvous pitch maneuver. Auf diesem Video ist es aus Sicht der ISS-Besatzung zu sehen. Das spektakuläre Flugmanöver gibt uns Gelegenheit die Endeavour von allen Seiten zu betrachten und das vor dem spektakulären Hintergrund unseres Planeten.



Diese Flugeinlage hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Als das Space Shuttle Columbia am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte und die gesamte Besatzung zu Tode kam, war die Ursache schnell erkannt: Beim Start der Columbia hatte ein herabstürzendes Schaumstoffteil die Hitzeschutzkacheln beschädigt. Seit dem führen die Space Shuttle-Kommandanten beim Anflug an die ISS dieses seltsame Flugmanöver durch. Die ISS-Besatzung fotografiert den Bauch des Shuttles und gibt den Ingenieuren am Boden so Gelegenheit, den Zustand der Kacheln zu prüfen. Sollte es zu Auffälligkeiten kommen, können die Astronauten mit einem Außenbordeinsatz am verlängerten Roboterarm die Kacheln flicken. Mit der Analyse der Bilder können sich die Ingenieure erstmal Zeit lassen. Bis jetzt scheint es keine Probleme mit den Kacheln zu geben.

Dieses Manöver lässt sich auch von Physiklehrern didaktisch ausschlachten, zeigt es doch wunderbar die ungestörte Überlagerung der Schwerpunktbewegung (Translation) und der Rotation des Shuttles um den Schwerpunkt. In meinem Physikbuch musste dafür noch ein geworfener Schraubenschlüssel herhalten. Es geht auch mit in die Umlaufbahn geworfenen Raumschiffen.

 +++ Update aus Focus-Online: Risse im Endeavour-Hitzeschild +++

Ganz schön was los in 2011

Das meint man zumindest am JPL-Institut in Kalifornien. Diese Einrichtung der NASA plant und betreut die Planetensonden der amerikanischen Raumfahrtbehörde. Davon sind so viele unterwegs oder gerade im Bau, dass man schnell den Überblick verliert. Dieses JPL-Video fasst zusammen, was in diesem Jahr so passiert oder bereits passiert ist.



Es würde mich nicht wundern, wenn selbst JPL-Mitarbeiter dieses Video anschauen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Für den Überblick erschwerend kommt hinzu, dass es auch Missionen gibt, die einfach nicht enden wollen. Der Rover Opportunity fährt schon seit sieben Jahren auf dem Mars rum! Andere Dauerläufer unter den Missionen, wie die Saturnsonde Cassini, wurden gar nicht erst erwähnt.

Hier noch der im Video angegebene Link zum JPL: http://www.jpl.nasa.gov/

Der Start der Endeavour


Wer es verpasst hat, kann es hier nochmal anschauen. Die heutige Ausgabe von This Week @ NASA startet zum Wochenstart mit dem Start der Woche, bietet dann noch weitere Themen aus der NASA-Welt, die nach hinten immer langweiliger, weil interner werden. Der Anfang des Videos lohnt sich aber auf jeden Fall:


Einen sehr schönen Hintergrundbericht zum Start bietet auch das DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Aufgrund der deutschen Beteiligung am Alpha-Magnet-Spektrometer begleitet das DLR-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen die Mission STS-134 zu der die Endeavour heute um 14:56 Uhr unserer Zeit aufgebrochen ist.

Die Rückkehr von Captain Future

Dem Schriftsonar sei Dank! Jetzt weiß ich nicht nur, dass die literarische Vorlage meiner Kindheits-SF-Serie auf deutsch erschienen ist, sondern auch, dass es sich für Erwachsene lohnt, sie zu lesen. Das ist in etwa so, wie wenn man als Erwachsener feststellt, dass Sibylle Berg die literarische Vorlage von Heidi geliefert hat: Man hatte als Kind seinen Spaß und jetzt wieder!

Hier sind die beiden Bücher:

Die Rückkehr von Captain Future

Der Tod von Captain Future


Im Podcast geht es nur um das erstere Buch, da der zweite Band erst im Sommer erscheinen soll.
Und wer noch nicht kapiert hat, von was ich rede, sollte sich das Video anschauen:

Die bunte Lagune


"Bunt wie ein Papagei ist das Universum geworden", soll der Astrophysiker Rudolf Kippenhahn einst festgestellt haben. Nein, die Farbe des Universums hat sich natürlich nicht geändert, doch mit dem Einzug von Computer und CCD-Kamera in die moderne Himmelsbeobachtung werden die Informationen der Spektrographen sehr oft in repräsentativen Farben dargestellt.

Dieses psychedelische Bild wurde mit dem Gemini South Teleskop in Chile aufgenommen. Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Lagunennebel, der nach dem berühmten Katalog der Himmelsobjekte von Charles Messier auch die Bezeichnung M 8 trägt. Eigentlich besteht M 8 aus zwei Objekten, nämlich den von Charles Messier eigentlich katalogisierten offenen Sternhaufen NGC 6530 und dem von Messier nur nebenbei erwähnten galaktischen Nebel NGC 6523. Auf diesem Bild sehen wir nur einen kleinen südlichen Ausschnitt des Sternhaufens. Es sind dies die hellen blauen Sterne. Die noch jungen Sterne haben sich vor gerade mal zwei Million Jahren aus dem Material der Staub- und Gaswolke gebildet. Mit ihrer energiereichen Strahlung erodieren sie nun die Wolke und regen sie zum Leuchten an. Die hier abgebildete Wolke stellt allerdings auch nur einen kleinen Teil des Lagunennebels dar. In ihm entstehen weitere neue Sterne, während die bereits vorhandenen an dem Baumaterial der zukünftigen Geschwister knabbern. Dieser Ausschnitt zeigt wunderbar diese ganze Dynamik. Dort, wo sich der Staub bereits zu jungen Vorläufersternen verdichtet hat, widersteht er der Erosion. So bilden sich die säulenartigen Strukturen mit den neuen Sternen an der Spitze, noch eingebettet in ihrem Geburtsnebel.

Die Astronomen, die dieses Bild angefertigt haben, interessieren sich aber vor allem für die bogenförmigen Strukturen. Diese Herbig-Haro-Objekte genannten Gebilde entstehen dadurch, dass junge Sterne in zwei gewaltigen Jets entlang ihrer Rotationsachse Gas wegschleudern. Die Herbig-Haro-Objekte bilden sich dort aus, wo dieses schnelle Material auf die umgebende Materie trifft und abgebremst wird.

Der offene Sternhaufen NGC 6530 im Lagunennebel M 8 macht dieses Himmelsobjekt relativ leicht zugänglich. Es kann theoretisch schon mit bloßem Auge entdeckt werden. Allein der hellste Stern des Sternhaufens, 9 Sgr, ist unter idealen Bedingungen mit bloßem Auge erkennbar. M 8 befindet sich in einer Entfernung von knapp 5000 Lichtjahren im Sternbild Schütze (lateinisch Sagittarius). Die Lage des Lagunennebels habe ich hier mal mit dem Programm Stellarium dargestellt. Der Nebel befindet sich innerhalb der blauen Box. Eine Hilfe zur Orientierung bietet der Stern Antares im Skorpion.



Quelle und weiter Informationen zu den gewählten Farben: Gemini Observatory
Literaturtipp: Ronald Stoyan Atlas der Messier-Objekte Oculum-Verlag

Der letzte Flug der Endeavour

Credit: NASA/Frank Michaux

Sieht gut aus für den Start am Montag. Kurz vor 15:00 Uhr unserer Zeit soll das Space Shuttle Endeavour zum letzten Mal in den Erdorbit zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Credit: NASA/Kim Shiflett
An Bord der Endeavour befinden sich dann die oben abgebildeten Herren: Mark Kelly, der Kommandant der Mission, Greg Chamitoff, Andrew Feustel, der ESA-Astronaut Roberto Vittori, Mike Fincke und als Pilot Greg H. Johnson (v.l.n.r.).

Während ihrer 16 Tage im All werden die Astronauten vier Außenbordeinsätze absolvieren und dabei unter anderem das Alpha-Magnetic-Spectrometer an die ISS anschrauben. Das ist eine Art Weltraumteleskop für Antimaterie. Einen kurzen, aber informativen Artikel dazu hat Jan Hattenbach auf FAZ.NET verfasst: Wo bitte ist Antimaterie?

Wie genau die Mission STS-134 ablaufen soll, zeig dieses Video. Gleich zu Beginn erwähnt der Kommandant Mark Kelly das Alpha-Magnetic-Spectrometer.



Nach STS-134 wird das Space Shuttle Endeavour außer Dienst gestellt. Ein guter Zeitpunkt, mal eines der ersten Bilder der Endeavour zu zeigen. Hier sieht man das noch jungfräuliche Space Shuttle am 25 April 1991 auf dem Rockwell-Werksgelände in Palmdale: Noch strahelnd weiß mit einer aerodynamischen Verkleidung am Popo für den Transport auf dem Luftweg zu seinem Bestimmungsort, dem Weltraumbahnhof Kennedy Space Center in Florida.


Das Bild ist dem Artikel The People Behind Endeavour: Engineers Reflect on NASA's Youngest Shuttle entnommen.

Milchstraßenpanorama über Paranal

Dieses schöne Bild der europäischen Südsternwarte ESO hat es verdient im Lichtecho gespiegelt zu werden.
Anklicken lohnt sich! Quelle: Yuri Beletsky/ESO
Das Panorama zeigt unsere Milchstraße, die sich bogenförmig über den Himmel ergießt. Die starke Krümmung entsteht durch den extremen Weitwinkel der Aufnahme. Man sieht links einen hellen "Stern", bei dem es sich allerdings um den Planeten Venus handelt. Venus ist hier Morgenstern, geht also kurz vor der Sonne auf. Die Venus markiert somit grob Osten. Oberhalb eines der Teleskope erkennen wir einen rötlichen Punkt. Das ist der untergehende Vollmond, der somit die westliche Richtung vorgibt. Diese beiden hellen Punkte liegen also etwa 180° auseinander. Die Bildmitte gibt den Blick Richtung Süden wieder.

Warum rötlicher Vollmond? Ganz einfach weil das Bild am 21.12.2010 aufgenommen wurde. Wir werden hier Zeuge einer totalen Mondfinsternis. Der Mond geht also im Erdschatten unter. Er sieht rötlich aus, weil die Erdatmosphäre den langwelligen Teil des Sonnenlichts in den Erdschatten streut und auf den Mond wirft. Kleiner ironischer Einschub: Der Mond steht auf dem Bild über dem Teleskop namens Kuyen, weiß auf Deutsch Mond heißt.

Auf Seiten von Venus ist auf der Aufnahme das Zodiakallicht zu sehen. Das ist Sonnenlicht, das an der Staubebene unseres Planetensystems gestreut wird. Die Form dieses "Lichtkeils" gibt also grob den Verlauf der Ekliptik wieder.

Das Band der Milchstraße stellt die Innenansicht unserer Heimtatgalaxie dar. Über 100 Milliarden Sterne, von denen die meisten in einer Ebene angeordnet sind - zusammen mit dem Gas und Staub, aus denen sie entstanden sind. Die dunklen Staubstrukturen sind bei solchen grandiosen Sichtbedingungen so auffallend, dass Kulturen der südlichen Hemisphäre ihnen Namen gaben, ähnlich wie wir es mit Sternbildern machen.

Zu sehen sind auch die beiden großen Begleitgalaxien unserer Milchstraße, die nach dem berühmten Seefahrer Magellansche Wolken genannt werden. Die große "Wolke" steht etwas links der Bildmitte, die kleine horizontnah darunter.

Das Bild wurde auf dem 2.600 Meter hohen Berg Paranal in der furztrockenen chilenischen Atacama-Wüste aufgenommen. Da stehen die vier 8,2-Meter-Teleskope des VLT (Very Large Teleskope = sehr großes Teleskop, nicht zu verwechseln mit dem extrem großen Teleskop E-ELT oder dem überwältigend großen Teleskop OWL). Die moderne astronomische Einrichtung auf dem Paranal wird von der multinationalen Organisation Europäische Südsternwarte ESO betrieben.

Was geht ab im Mai?

Anders als Astrologen können Astronomen tatsächlich die Zukunft vorhersagen. Hier eine Vorschau der NASA-Astronomen vom amerikanischen JPL-Institut auf das, was uns im Mai erwartet: Planetengeknubbel vor Sonnenaufgang im Osten und der Ringplanet Saturn in der Nacht.



Es ist kein Zufall, dass man in der Himmelsvorschau des JPL-Instituts vor allem die Planeten im Blick hat, ist doch diese wissenschaftlich-technische Einrichtung für die Missionsdurchführung der Planeten-Sonden und -Lander der NASA zuständig.

"Hände weg von meinen Astronauten!"

Kleiner Scherz des US-Präsidenten Barack Obama. Bei seinem Besuch des Kennedy Space Centers der NASA, traf er auch auf die Crew des Space Shuttle Endeavour. Diese befindet sich schon in der medizinischen Quarantäne, denn es wäre ja blöd, wenn sich kurz vor dem Start noch ein Astronaut einen Schnupfen einfangen würde. Als einer der Fotografen husten muss, gibt es eine unmissverständliche Warnung von Präsident Obama:



Apropos kurz vor dem Start: universetoday.com meldet eine weitere Verzögerung um mindestens eine weitere Woche.

ATT - Europas größte Astronomie Börse



Weiter Informationen gibt es auf der Seite der ATT

MAGIC im Schneesturm

Es gibt ja eine ganze Reihe von Teleskopen, die ohne Schutzbbauten im Freien stehen. Radioteleskope zum Beispiel, Wind und Wetter können einem Giganten wie dem 100m-Teleskop in Effelsberg nichts anhaben.

Kaum ein Amateurastronom aber wird sein Fernrohr ohne Schutzbau draußen stehen lassen, und auch die heutigen optischen Großteleskope werden aus gutem Grund nach wie vor in Kuppeln untergebracht. Alle? Fast alle, und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

Das 17m-MAGIC-I-Teleskop auf der Kanareninsel La Palma, aufgenommen von Robert Wagner

Die Rede ist von den Cherenkov-Teleskopen von H.E.S.S. und MAGIC, die indirekt kosmischen Gammastrahlenquellen nachspüren, indem die die Cherenkov-Blitze einfangen, die schnelle Teilchenschauer beim Eindringen in die Erdatmosphäre erzeugen. Cherenkov-Teleskope müssen schnell beweglich sein, um zum Beispiel Gamma Ray Bursts nachjagen zu können. Da ist ein träger Kuppelbau nur hinderlich.

Eingeschneit: 3cm dicke Schneeschicht auf den Spiegelsegmenten von MAGIC-II am Morgen des 1. Mai 2011

Gestern waren in großen Teilen Deutschland ja durchaus heftige Gewitter zu beobachten. Aber auch auf La Palma, dem Standort der beiden 17m großen MAGIC-Teleskope, ist wettertechnisch nicht immer eitel Sonnenschein. Tatsächlich sind die beiden Teleskope über Nacht eingeschneit - und müssen nun erstmal beheizt werden, damit sie wieder einsatzbereit sind, sollte sich bis heute Abend der Nebel verziehen.

Hier kann man übrigens den beiden MAGIC-Teleskopen immer über die Schultern schauen