Fang die ISS!!!

Hier ein witziges Bild von Pete Glastonbury aus Devizes, Wiltshire, Großbritannien. Es zeigt seine Tochter beim Versuch mittels Trampolin die Internationale Raumstation zu fangen. Das hübsche Bild gelang Pete und seiner Tochter am 21. April.


Der Versuch misslang, da die ISS sich in 350 km Höhe bewegt, trotzdem: Nice Try!

Wer wissen will, wann er die ISS (oder andere Himnmelskörper) über seinen lokalen Himmel sehen kann, sollte zu heavens-above.com gehen. Unter "Configuration" erstmal den Standort eingeben (am besten via "Database" erst das Land auswählen und dann die Stadt eintippen) und dann unter "Satellites" die ISS auswählen. So weiß ich nun, dass die ISS heute Abend an unserem Tag der offenen Tür in Schriesheim gleich zweimal zu sehen ist, nämlich um 22:08 Uhr und 23:41 Uhr. Das erste mal sogar besonders hell: -2,9 mag. Auch die Blickrichtung gibt Heavens-Above an. Wie sieht es bei Euch aus? Einfach mal das schöne Tool ausprobieren!

Bildquelle und technische Angaben zur Aufnahme: spaceweather.com

Planet Erde: Eine kleine Expedition

Der Vorteil am Planet Erde ist seine einfache Erreichbarkeit. Auch wenn es aufregendere Orte im Sonnensystem gibt, ist doch kein anderer Planet dem Hobbyastronauten so preisgünstig zugänglich wie der blaue. Hier mein Expeditionsbericht von gestern:


Nur die Schwarzwaldtouristik bringt es fertig, aus einem 240x192 Meter großen Teich eine Attraktion zu machen, ein x-Sterne Hotel zu bauen und Busladungen voller Touristen Kuckucksuhren und Schwarzwälder Schinken anzudrehen.

Vor dem Massentourismus war der über 1.000 Meter hoch im schwarzen Wald gelegene Mummelsee offensichtlich ein bezaubender Ort, der irgendwie gut ins Elbenland von Herr der Ringe gepasst hätte. Das lässt jedenfalls sein mittelalterlicher Name Lacus Mirabilis (Wundersee) vermuten. Man erzählt sich Geschichten von Nixen und einem Seekönig und "hilfreichen Seeweiblein". Der Romantiker Eduard Mörike fühlte sich zum Gedicht Die Geister am Mummelsee inspiriert.

Lässt man das x-Sterne Hotel rechterhand liegen, begibt man sich über einen reizvollen Wanderweg zum Aufstieg zur Hornisgrinde. Hier ein Schnappschuss vom malerischen Ausblick beim Aufstieg:

Die Hornisgrinde ist mit 1164 Meter Höhe der höchste Berg im Nordschwarzwald. Mit seinem langen kahlen Bergrücken und der tief in den so genannten Biberkessel abfallenden Flanke erinnert der Berg sehr an sein südliches Pedant, dem Feldberg. Auch dort haben wir ein Komposit aus flachen Rücken und Karsee, dem Feldsee. Beide Landschaften wurden in der letzten Eiszeit geformt. Große Gletschermassen erodierten die Berge zu langen flachen Rücken. Wo das Eis von den steilen Flanken auf flacheres Gelände trifft, "hobelt" es Vertiefungen aus, die Kare, in denen sich heute das Wasser staut. Während der Feldsee am Feldberg und der Mummelsee an der Hornisgrinde noch echte Seen sind, ist der Biberkessel zu einem Moor verlandet. Typisch für Karseen wie Feld- und Mummelsee ist ihre Artenarmut: Nur wenige Spezialisten können in diesen nährstoffarmen Gewässern leben.

Charakteristisch für die Hornisgrinde ist das Hochmoor auf dem Gipfel. Obwohl der Feldberg höher als die Hornisgrinde ist, fällt doch auf den nördlicheren der beiden Berge mehr Niederschlag. Das liegt daran, dass auch die Vogesen im Westen auf der anderen Rheinseite niedriger sind, als im Südschwarzwald. Somit stellt die Hornisgrinde das erste nennenswerte Hindernis für die Wolken aus dem Atlantik dar, weshalb es zu viel Aufwindniederschlag kommt. Da die Hornisgrinde bis auf den Buntsandstein erodiert ist, gibt es keine wasserführenden Schichten. Das Wasser staut sich also auf dem relativ flachen Bergrücken und es bildet sich eine Moorvegetation.

Das Bild zeigt einen typischen Eindruck der noch braunen Vegetation im Frühjahr (mancherorts liegt hier noch Schnee). Bei den "Sträuchern" handelt sich um Bergkiefern der Unterart Latsche.


Das Hochmoor ist ständig gefährdet: Wenn beispielsweise Wanderer quer zu den Wegen laufen, schaffen sie Trittspuren, die als Wasserleiter das Moor entwässern. Dann siedeln sich Strauchgewächse an und schließlich die Pionierpflanzen des Waldes, zum Beispiel Birken. Daher wird inzwischen viel Wert darauf gelegt, die Touristenströme sorgsam über den Berg zu führen und durch einen sehr schönen Lehrpfad aufzuklären.

Leider lässt sich auf diesem Bild die grandiose Fernsicht nur sehr wage erahnen, die man von der Hornisgrinde auf das Rheintal hat.


Aber das war sicherlich nicht mein letztes Foto von diesem Berg. Diese Fernsicht diente 1722 der Landvermessung. Der Dreifürstenstein auf der Hornisgrinde markierte die Grenzlinien der an diesem Punkt damals aufeinanderstoßenden Länder Markgrafschaft Baden, Herzogtum Württemberg und dem Fürstbistum Straßburg.

Verschandelt wir die Hornisgrinde durch eine Windkraftanlage, die wie das Exemplar unten sich dadurch auszeichnet, dass sie immerzu stillzustehen scheint.


Als Laie hab ich oft den Eindruck, dass die Ernte von Windkraft im Schwarzwald gut gemeint, aber schlecht durchdacht ist. Wind ist hier einfach sehr unregelmäßig. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren, wenn ich mich irren sollte, denn letztlich ist die Wahrnehmung subjektiv: Wenn es richtig windet, geht man ja auch nicht wandern - es sei denn an der Küste, wo es eben immer windet.

Kleiner Einkehrtipp. Neben der auf Tourismus ausgerichteten Gastronomie am Mummelsee gibt es eine große Hütte am Ochsenlager auf der anderen Seite des Bergrückens. Da lohnt es sich vorbeizuschauen. Das Rothaus schmeckt aber auf beiden Seiten der Hornisgrinde gleich.

First Orbit - Juri Gagarins Flug in Echtzeit

Am 12. April 1961 startete Juri Gagarin zu seinem historischen Erstflug. Dieser dauerte 108 Minuten, in denen er als erster Mensch die Erde von oben sah (von ganz oben). Der Film First Orbit nimmt sich 108 Minuten Zeit, um den ganzen Flug zu zeigen - also nicht nur den Start am Anfang und die Parade am Ende. Nehmt Euch 108 Minuten Zeit, wie Juri Gagarin:



Eigens für dieses Video wurde eine neue Musik komponiert. Doch das Beste ist, dass es unter maßgeblicher Beteiligung der Besatzung der Internationalen Raumstation ISS entstand! So vermischt sich der historische Originalton mit modernen Aufnahmen der Erde von oben. Für letztere kommt gegen Ende des Videos das ISS-Modul Cupola ins Bild. Die Cupola ist ein für Raumfahrtverhältnisse riesiges Aussichtsfenster für träumende (aber auch Roboterarm bedienende) Raumfahrer.

Die Jupiterwindmühle Juno steht am Weltraumbahnhof bereit

Noch Zukunftsmusik: Juno vor Jupiter, Credit: NASA/JPL-Caltech
Hurra, nach der guten alten Raumsonde Galileo gibt es endlich wieder eine NASA-Sonde, die zum Jupitersystem fliegen soll! So wie derzeit die Raumsonde Cassini unser Vorposten bei Saturn ist, wird Juno zum größten Planeten unseres Sonnensystems fliegen - geile Bilder sind da garantiert.

Auch wenn der Start erst für den 5. August 2011 geplant ist, lohnt es sich, jetzt mal einen Blick auf Juno zu werfen, denn die Raumsonde ist nun am Kennedy Space Center in Florida eingetroffen, von wo aus sie ihre Reise antreten wird. Vorher muss sie noch für Tests in die Klimakammer. Außerdem müssen sowohl das Magnetometer, als auch die drei Solarausleger montiert werden. Diese drei Solarpanels geben der rotierenden Sonde die Anmutung einer Windmühle und sie sind auch was ganz besonderes: Noch nie zuvor hat man versucht mit einer solarzellenbestückten Raumsonde das äußere Sonnensystem zu erkunden. Da der Jupiter in etwa fünffacher Entfernung von der Erde seine Runden dreht, erhält er nur 1/25 (=1/5²) des Sonnenlichts. Jeder der Solarpanele ist daher stolze 20 Meter lang. Sie werden während der gesamten Mission auf die Sonne ausgerichtet bleiben.

Und die Mission dauert lang: Auch wenn Juno schon diesen Sommer startet (*Daumen drück*) kommt sie erst im Juli 2016 bei Jupiter an! Ganze fünf Jahre kreuzt Juno durch das innere Sonnensystem, um Schwung für den großen Tripp zu holen. Für die Raumfahrttechniker sind diese Swingbys inzwischen Routine, praktisch alle neueren Sonden haben solche weiten Reisen hinter sich. Der Grund ist offensichtlich: Das, was man an den inneren Planeten an Schwung mitbekommt, braucht man zu Beginn nicht in eine riesige Rakete zu stecken - Geduld spart hier also echtes Geld. Dennoch wird Juno mit der mächtigsten Variante der Atlas-V starten, nämlich die Variante mit fünf Feststoffboostern. Das Planetenbillard bringt Juno übrigens im Jahr 2013 wieder zurück zur Erde.

Ist Juno an Jupiter angekommen, soll er den Gasriesen in 4.800 Kilometer Höhe über den Wolken 32 Mal auf einer polaren Umlaufbahn umrunden, was ungefähr ein (Erden-)Jahr dauert. Dann gilt die Mission als Erfolg und wir werden sehen, wie es weitergeht.

Zur Entspannung ein verspielter Trailer zur Mission:


Mit seiner stark elliptischen Bahn über die Pole vermeidet Juno einen langen Aufenthalt in der Strahlungszone Jupiters und wird zum ersten Mal detaillierte Ansichten der Pole liefern. Zum Beobachtungsprogramm zählen somit die Polarlichter und das mächtige Magnetfeld Jupiters. Neben dem Magnetfeld lässt auch die Untersuchung des Gravitationsfeldes Rückschlüsse auf Jupiters Kern zu. Außerdem untersucht Juno natürlich die spektakuläre Atmosphäre des Gasriesen, dazu gehören Wolkenbewegung, Temperaturverlauf und die Zusammensetzung. Insbesondere der Gehalt an Wasser interessiert die Astronomen. Diesmal nicht wegen der Frage nach dem Leben im All, sondern um konkurrierende Modelle über die Jupiterentstehung zu prüfen.

Was ist eigentlich mit den spektakulären Jupitermonden? Insbesondere die vier großen galileiischen Monde sind so riesig und interessant, wie erdähnliche Planeten auch. Juno konzentriert seinen Blick auf Jupiter selbst, speziell für die großen Monde waren ambitionierte Nachfolgemissionen geplant. Wie es aktuell um diese steht, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Beitrag Große ESA-Missionen im kleineren Format? auf weltderphysik.de lässt aber nichts Gutes erahnen.

Für die Technikfreaks eine Übersicht über Juno und seine Nutzlast aus neun wissenschaftlichen Instrumenten:

Eine Beschreibung zu dem Bild gibt es hier bei der NASA.

Quellen: universe today und NASA/Juno

Raumschiffe aus 50 Jahren bemannte Raumfahrt

Das 50. Jubiläum von Juri Gagarins Erstflug bedeutet auch 50 Jahre Raumschiffe. Hierzu gibt es wieder eine schöne Infografik von space.com

Wir sehen darin die beiden ersten Raumfahrzeuge, Gagarins Raumschiff Wostok und Amerikas Raumfahrzeug aus dem Mercury-Programm. Beide Geräte waren für einen Weltraumreisenden ausgelegt, der sich darin allerdings nicht frei bewegen konnte, sondern eingezwängt auf seinen individuell angefertigten Konturensessel festgeschnallt saß. Die Raumschiffe bestehen jeweils aus einem Gerätemodul und der eigentlichen Landekapsel. Nur letztere übersteht den Rücksturz zur Erde. Beim Wostok-Raumfahrzeug ist dieser duale Aufbau gut zu erkennen.

Das sicherlich erfolgreichste Raumschiff ist die russische Sojus. Hier kommt zu der Landekapsel noch ein Orbitalmodul hinzu, in der sich die drei Kosmonauten nach dem Start aufhalten können. Gelandet wird dann wieder nur in der engen Kapsel. Das Orbitalmodul ist das runde Ding vorne am Raumschiff.
Das Apollo-Raumschiff ist das amerikanische Pedant zur Sojus. Nach den Mondlandungen verfolgten die Amerikaner diese technische Strategie allerdings nicht weiter, sondern entwickelten das Space Shuttle. Einerseits manövrierten sich die Amerikaner damit in eine Sackgasse, denn während das Shuttle-Programm derzeit eingestellt wird, fliegen die Sojus noch immer. Doch andererseits darf man nicht vergessen, dass das Space Shuttle maßgeblich am Aubau der Internationalen Raumstation ISS beteiligt war. Es liefert auch unser europäisches Modul Columbus. Mit dem nicht abgebildeten Dragon-System von SpaceX könnte die NASA diesen Fehler wieder korrigieren.

Apropos SpaceX: Auch andere Privatunternehmen mischen mit. So zeigt die Grafik das schnittige SpaceShipOne, ein Konzept hoher Reife, mit dem betuchte Touristen ins All hopsen sollen.

Die Grafik zeigt außerdem wichtige Raumstationen. Auf der russischen Station Saljut 6 verbrachte der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, fast acht Tage. Auch die Mir wurde von mehreren deutschen Astronauten besucht. Die Internationale Raumstation ISS stellt derzeit den Höhepunkt dieser Entwicklung dar. Sie soll auf jeden Fall bis 2020 genutzt werden. Wie es dann weiter geht, steht in den Sternen: Welche technischen und wissenschaftlichen Erfolge kann die ISS neben ihrer politischen und kulturellen Bedeutung aufweisen? Wird es in Zukunft überhaupt geeignete Trägersysteme geben, um Stationen zu errichten? Welche Rolle spielt auch hier die Privatwirtschaft, zum Beispiel der kommerzielle Raumstationenentwickler Bigelow Aerospace?

See the spaceships that have launched astronauts and cosmonauts into space in the first 50 years of human spaceflight.
Quelle: SPACE.com: All about our solar system, outer space and exploration

Menschen im All: Rekorde, Rekorde, Rekorde!



Wie sich inzwischen rumgesprochen hat, war Juri Gagarin der erste Mensch im Weltall. Das war vor 50 Jahren. Seit dieser Zeit haben sich jede Menge weitere Rekorde in der bemannten Raumfahrt ergeben. Hier eine kleine Auswahl:
  • Der älteste Mensch im All war John Glenn. Mit 77 Jahren zog es ihn nochmal in die Schwerelosigkeit, nach dem er 36 Jahre zuvor als erster Amerikaner den Erdorbit erreicht hat. Seinen zweiten Flug absolvierte er an Bord des Space Shuttle Discovery.
  • Der jüngste Mensch im All war German Stepanowitsch Titow. Mit gerade mal 25 Jahren folgte der Kosmonaut Juri Gagarin als zweiter Russe ins All. Er war nur zweiter, doch sein Flug war dafür länger. So war Titow auch der erste Mensch, der im All geschlafen hat. Genossen hat er seinen Flug womöglich nicht, denn er war wohl auch der erste Mensch mit Raumkrankheit, einer Störung des Gleichgewichtssinnes, vergleichbar der Seekrankheit.
  • Den längsten ununterbrochenen Raumflug führte der Arzt und Kosmonaut Waleri Wladimirowitsch Poljakow durch. 438 Tage verbrachte er auf der Raumstation Mir. Insgesamt kommt er auf 678 Tage Schwerelosigkeit im Erdorbit.
  • Den kürzesten Raumflug absolvierte am 5. Mai 1961 der Amerikaner Alan Shepard durch. Statt um die Erde zu kreisen vollführte er einen 15-minütigen Parabelflug, der ihn auf 185 km Höhe brachte. Mit Apollo 14 durfte er dann aber ein zweites Mal so richtig ran, diesmal bis zum Mond.
  • Am weitesten von der Erde entfernt hat sich bis zum heutigen Tag die Besatzung von Apollo 13. Das war natürlich keine Absicht, sondern der Explosion am Apollo-Raumschiff geschuldet. Die Besatzung der Apollo 13 rettete sich mittels eines Umschwungs um den Mond herum zurück zur Erde und entfernte sich dabei bis auf 400.171 km vom Heimatplaneten.
  • Die längste Zeit im All verteilt auf mehrere Missionen kann der russische Kosmonaut Sergei Konstantinowitsch Krikaljow aufweisen. Er verbrachte insgesamt 803 Tage im Weltall. Zur Mir startet er als Volksgenosse der Sowjetunion, um als Bürger Russlands zu landen. Bei den Frauen hält die Amerikanerin Peggy Whitson den Rekord, bei den europäischen ESA-Astronauten der Deutsche Thomas Reiter.
  • Die längste Zeit auf dem Mond verbrachten die Apollo-17-Astronauten Harrison Schmidt und Eugene Cernan. Fast drei Tage verbrachten die beiden auf der Mondoberfläche. Leider war die längste Mond-Mission auch die letzte. Das Video oben zeigt die beiden beim rumalbern.
  • Die meisten Starts ins All vollführten die NASA-Astronauten Franklin Chang-Diaz und Jerry Ross. Ganze sieben Mal starteten sie mit diversen Space Shuttles in den Erdorbit.
  • Die meisten Weltraumspaziergänge, also Aufenthalte außerhalb eines Raumschiffes oder einer Raumstation absolvierte der Kosmonaut Anatoli Jakowlewitsch Solowjow. Sage und schreibe 16 Mal hat er das schützende Habitat verlassen, mit nichts als Stoff zwischen sich und dem kalten Nichts des Weltalls - insgesamt 82 Stunden!
  • Den längsten Spaziergang im Weltraum hingegen vollführten die Astronauten Jim Voss und Susan Helms durch. Sie verbrachten 8 Stunden und 56 Minuten am Stück außerhalb der Internationalen Raumstation ISS. Im Raumanzug integriert: Erfrischungsgetränke und Müsliriegel.
  • Die meisten Außerirdischen gab es im Juli 2009. Zu dieser Zeit befanden sich 13 Menschen gleichzeitig auf der ISS. Das reicht für ein Volleyballmatch plus Schiedsrichter.
  • Die meisten Frauen im All gab es im April 2010. Damals tummelten sich die drei NASA-Astronautinnen Tracy Caldwell Dyson, Stephanie Wilson und Dorothy Metcalf-Lindenburger gemeinsam mit der Japanerin Naoko Yamazaki auf der ISS. Bemerkenswert an dieser Stelle ist der generelle Mangel an russischen Kosmonautinnen und europäischen Astronautinnen.
Die Erstleistung Juri Gagarins ist sicherlich der Rekord, der in der Geschichtsschreibung der Menschheit einen herausragenden Platz hat. Doch war der Flug Gagarins letztlich nur der Auftakt für viele andere besondere Leistungen, von denen hier nur ein Bruchteil gelistet ist. Wären diese Leistungen nach den Flug Gagarins nicht erbracht worden, wäre auch sein Flug nur eine kuriose Fußnote der Geschichte gewesen.

Quelle und noch ein paar Rekorde mehr: space.com

Coole Infographik: Juri Gagarins Flug

Am 12. April 1961, also vor 50 Jahren, startete der russische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins All, genauer: Auf einen Orbitalflug um die Erde, der 108 Minuten dauerte. Dazu habe ich hier eine coole Infografik gefunden (Quelle siehe unten).
Der 12. April wird nicht nur im Jubiläumsjahr von Raumfahrtenthusiasten gefeiert. Was in Deutschland an Veranstaltungen läuft, steht auf yurisnight.de

Da, wie auch in diesem Jahr, der 12. April nicht unbedingt am partytauglichen Wochenende stattfindet, finden viele Veranstaltungen schon vorher statt - schaut also am besten gleich auf die Seite, damit Ihr nichts verpasst.

See how the first human spaceflight actually occurred when the Soviet Union launched cosmonaut Yuri Gagarin on Vostok 1 on April 12, 1961 in this SPACE.com infographic.
Source SPACE.com: All about our solar system, outer space and exploration

Wer mal sehen will, wie winzig so eine Vostok-Kapsel ist, der sollte mal ins Technikmuseum Speyer gehen. Auf der Startseite des Museums sieht man derzeit eine echt geflogene Landekapsel. Das ist die braune verschmorte winzige Kugel vor dem riesigen Space Shuttle Buran. Wer da reinschaut und keine Platzangst bekommt, ist cool wie Juri.

Übrigens: Auf der internationalen Seite http://yurisnight.net/ kann man sehen, was global abgeht zur Feier des Weltraumpioniers Juri Gagarin. Ist es nicht erstaunlich, dass ausgerechnet ein Kind des Kalten Krieges, der seinen Ruhm dem Propagandabedürfnis seines Parteiapparates verdankt, zu einer internationalen Ikone wird? Welcher andere Russe hat so eine positive Ausstrahlung auf die Welt? Darin zeigt sich die faszinierende Ambivalenz der Raumfahrt: Einerseits ist sie eine Prestigetechnologie, andererseits aber auch eine die Grenzen überschreitende Pioniertechnologie. Der Astro-, Kosmo-, oder Taikonaut startet als Vertreter seiner Nation in eine Umgebung, die keine Grenzen mehr kennt und jeden Nationalstaat winzig aussehen lässt. Gönnen wir den Russen ihren sympathischen Helden, aber sehen wir ihn auch als Vertreter aller Menschen dieses Planeten. Ich könnte mir vorstellen, dass Juri Gagarin das gefallen hätte.

(Endlich) Neues von Messenger

Nach langen Jahren ist sie am Ziel: Bereits am 3. August 2004 machte sich die Raumsonde Messenger auf den Weg, und das obwohl es doch nur zum sonnennächsten Planeten Merkur gehen sollte. Die lange Reisedauer war allerdings geplant, um Treibstoff zu sparen galt es für Messenger, sich vom Zusammenspiel der Himmelskörper in unserem Sonnensystem auf die richtige Bahn lenken zu lassen um den Merkur nicht nur kurz besuchen zu können, wie es zum Beispiel die Raumsonde Mariner 10 in den 70er Jahren bereits tat.

Ähnliche Vorbeiflüge an Merkur hat allerdings auch Messenger schon hinter sich, 2008 konnte die Sonde den Planeten erstmals dabei unter die Lupe nehmen. Jetzt aber geht es richtig los: Am 18. März 2011 ist sie in die Umlaufbahn um den Merkur eingetreten und soll für mindestens ein Jahr dessen mondähnliche Kraterlandschaft näher untersuchen und vermessen, die Zusammensetzung des Merkurgesteins ermitteln und seinem schwachen Magnetfeld auf den Grund gehen.

Und so sieht Messenger den Merkur von der Umlaufbahn aus:

Erste Aufnahme aus der Umlaufbahn: Der Strahlenkrater Debussy und seine Umgebung. Image Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Tatsächlich ist es so, daß nach wie vor Teile der Merkuroberfläche unbekannt sind, denn die bisherigen Vorbeiflüge von Mariner 10 und Messenger an dem Planeten konnten immer nur einzelne Schnappschüsse liefern. Bald werden die weißen Flecken auf der Merkur-Landkarte aber mit Sicherheit gefüllt sein.

Die Erde verfinstert die Sonne

Geht nicht? Kein Aprilscherz? Geht durchaus, zumindest für eine Raumsonde im Erdorbit, so wie das Solar Dynamics Observatory der NASA. Die Umlaufbahn von SDO bringt es mit sich, daß die Sonde zweimal pro Jahr für ein paar Tage "Finsternis-Saison" hat und die Erde bis zu 72 Minuten lang "im Weg steht", wenn SDO die Sonne beobachten will.

Erdsonnenfinsternis für SDO. Image Credit: NASA/GSFC/SDO

Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis durch den Mond ist der Bedeckungsrand durch die Erdatmosphäre nicht scharf begrenzt.

Und so funktionierts: