Sonne aktuell: Eine schöne Fleckengruppe!


Diese schöne Fleckengruppe konnte gestern Nachmittag Julian Zoller an der Volkssternwarte Schriesheim  fotografieren. Zum Einsatz kamen ein einfaches Newton-Teleskop mit Sonnenfilterfolie auf einer EQ-6-Montierung zusammen mit einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera. Wie sehen die Sonne somit im "Weißlicht", das heißt so, wie sie auch unserem Auge erscheinen würde, könnten wir ungeschützt mit dem Teleskop in die Sonne sehen (was wir nicht können!).

Auch wenn Sonnenflecken die Sonne lokal verdunkeln sind sie Ausdruck für hohe Sonnenaktivität, während dessen die Strahlung der Sonne insgesamt erhöht ist. An der Stelle der Flecken treten Magnetfelder aus dem Sonneninneren senkrecht nach außen. Die Magnetfelder verhindern ein Nachströmen des heißen Plasma aus dem Sonneninneren, so dass die Sonne an dieser Stelle lokal auskühlt. "Kühl" ist allerdings relativ: Statt der normalen Temperatur der ungestörten Sonnenphotosphäre von circa 5.800 Kelvin sind die Sonnenflecken immernoch deutlich über 4.000 Kelvin heiß. Was den Austritt der Magnetfelder bewirkt ist nicht wirklich verstanden. Einer Theorie nach sehen wir von oben auf eine Art Wirbelsturm, der innerhalb der Photosphäre stattfindet. Das in den Sturm einströmende Plasma (man denke an die Luft, die hier auf der Erde in ein Tiefdruckgebiet einströmt) trägt Magnetfelder mit sich und verdichtet das Feld, das dann an der Stelle des Fleckes nach außen tritt.

Sonnenflecken treten in einem 11-jährigen Zyklus auf. Das Maximum des aktuellen Zyklus wird für 2013 erwartet. Die Fleckengruppen sind dabei immer länglich entlang eines Breitengrades orientiert, so wie in diesem Bild oben.

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