Natürlich ist er Supermann!

Credit: ESA

Ob er denn ein Supermann sei, will die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Geophysiker Alexander Gerst wissen. Bescheiden widerspricht der Angesprochene vehement, doch wir wissen es besser: Der 35-jährige Geophysiker aus Künzelsau ist unser nächster Mann im All. Voraussichtlich Mai 2014 geht es via russischem Sojus-Raumschiff hoch hinaus auf die Internationale Raumstation ISS. In fast 400 Kilometer Höhe mit 28.000 km/h in 90 Minuten um die Erde. Natürlich ist er Supermann!

"Mann" wohlgemerkt, bereits der elfte deutsche Mann im All. Eine Frau aus unserem Land hat noch nie die 100 Kilometer Marke überschritten, was sich aber ändern könnte, glaubt man dem Verein zur Förderung der Raumfahrt e.V. und ihrer neuen Publikation Space 2012.


 Von dort strahlt Sonja Rohde vom Buchcover, ein Foto aufgenommen während eines Parabelflugs zum Training in der Schwerelosigkeit. Sie will als zahlende Passagierin mit dem privatfinanzierten Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic am luftleeren Raum schnuppern.

Aber zurück zu Supermann: Ein Leistungssportler ist Alexander Gerst nicht. Für einen Astronauten ist ein zu gut ausgebildeter Körper in der Schwerelosigkeit eher ungünstig. Wenn die Beanspruchung durch die Schwerkraft wegfällt, fährt der Körper seinen Verbrauch runter. Ein zu großes Herz gerät dann in Schwierigkeiten. Dennoch liest sich sein Training wie eine Mischung aus Bundeswehr-Einzelkämpferlehrgang und Camel-Trophy. Die Vorbereitung auf den Überlebenskampf dient aber nicht nur dem Fall, dass die Sojus-Kapsel bei ihrer Rückkehr auf die Erde das Ziel verfehlt und irgendwo in der russischen Wildnis runterkommt, sondern schweißt auch die Astronauten zusammen. Den Charakter der Mit-Supermänner lernt man eben am besten in Extremsituationen kennen.

Das ganze lesenswerte Interview mit Alexander Gerst ist im Sportteil(!) der FAZ zu lesen: Ohne Sport kein Überleben

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen