O-hayō gozaimasu, HTV!

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA schlug heute um eine Minute nach Mitternacht Ortszeit ein neues Kapitel ihrer Aktivitäten auf: Mit dem erfolgreichen Jungfernflug ihres Frachtschiffs "HTV" (nach der Trägerrakete: H-2 Transfer Vehicle) ist das Land der aufgehenden Sonne jetzt in der Lage, Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation durchzuführen.

Dort wurde letztes Jahr das erste Modul des japanischen Labors Kibō (きぼう für "Hoffnung") von Akihiko Hoshide in Betrieb genommen. Mittlerweile ist es komplett und wurde zuletzt von Koichi Wakata betreut. Da die Mannschaftsstärke der ISS inzwischen auf sechs erhöht wurde, ist auch ein höheres Transportaufkommen unerlässlich. Zwar ist mittlerweile die ESA mit den ATVs im Geschäft, die Logistikflüge der Spaceshuttles fallen dafür jedoch in absehbarer Zeit weg.

Das HTV hat zu seinem "Cousin" ATV mit sechs Tonnen Nutzlast eine etwas geringere Frachtkapazität und dockt auch nicht selbständig an der Station an. Vielmehr nähert es sich nach etwa fünf Tagen Flug bis auf etwa zehn Meter an den Bug der Station an und wird dann mit dem kanadischen Greifarm an einen freien Port des US-Moduls Harmony angeflanscht.

Der Beginn des Startvideos zieht sich etwas hin, richtig los geht's erst ab der 4-Minuten-Marke. Interessant ist die Begleitung durch den NASA-Kommentator. Die US-Raumfahrtbehörde hält sich wohl insgeheim eine Option offen, japanische Flüge zu buchen, falls SpaceX und/oder Orbital Sciences Corp. ihre Dienste nicht rechtzeitig zu Verfügung stellen können.

Wer eine Viertelstunde Zeit hat, kann sich auch das längere Feature zu Gemüte führen. Guten Flug!

Kommentare:

  1. Danke für das Video, aber viel sieht man ja nicht, das müssen die Japaner noch üben ;-) Die Idee nicht direkt anzudocken, sondern sich vom Greifarm einfangen zu lassen, finde ich aber elegant.

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  2. Ich schätze mal, dass "Harmony" dafür einfach nicht ausgerüstet ist. Und da wird das HTV ja untergebracht, Kibō selbst hat ja keinen Andockport.

    Von dort wird aber der Anflug automatisch gesteuert. Bis auf die letzten zehn Meter eben.

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