Der verlorene Schatten des Anirudh Walvekar

Credit: Anirudh Walvekar

Am 13. Mai trat Anirudh Walvekar aus Pune in Indien Mittags auf die Straße und stellte fest, dass er keinen Schatten mehr hat.

Okay, das ist jetzt keine mehrdimensionale Astrophysik oder komplizierte Raketenwissenschaft, aber trotzdem nett. Zu dieser frühsommerlichen Jahreszeit steigt für die Bewohner der Nordhalbkugel die Sonne Tag für Tag höher über den Horizont, genauer: Die Mittagshöhe der Sonne wird immer größer. Dadurch wird nicht nur der Tag länger, sondern der Winkel, mit dem die Sonnenstrahlen auf die Erde treffen steiler. Beides hat den Effekt, dass sich die Erdoberfläche erwärmt - es wird Sommer. Dieser Trend setzt sich fort, bis zur Sommersonnenwende.

Für Bewohner einer Region zwischen dem Äquator und dem nördlichen Wendekreis, also auf einer Breite irgendwo zwischen o und 23,5 Grad, erreicht die Mittagshöhe einmal im Frühsommer 90 Grad. Die Sonne steht dann im Zenit direkt über dem Beobachter und die Schatten verschwinden. An den darauffolgenden Tagen werden die Schatten zwar wieder länger, aber die Sonne läuft dann nicht mehr von links nach recht, sondern von rechts nach links über den Himmel. Im Spätsommer wiederholt sich das Ereignis in umgekehrter Richtung.

Wie gesagt, das ist keine Rocketscience und in der Theorie recht einfach, aber ich fand das Foto ganz nett, weil wir Bewohner nördlich des nördlichen Wendekreis diese Erfahrung ja normalerweise nicht machen.

Wer es doch lieber kompliziert mag, kann ja ausrechnen, auf welchem Breitengrad Pune wohl liegt, wenn der Tag der verschwindenden Schatten auf dem 13. Mai fällt.

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