Bill Gerstenmaier, der NASA-Direktor für den Raumfahrtbetrieb, hat die neuen Astronauten vorgestellt. Drei Frauen und sechs Männer im Alter von 30 bis 43 wurden aus 3500 Bewerbern ausgewählt und treten im August ihre Ausbildung an. Sie sollen eine tragende Rolle in der weiteren Erforschung des Alls spielen, das Wort "Mond" wird jedoch tunlichst vermieden.
Denn das neue Mondprogramm scheint beileibe noch nicht in trockenen Tüchern zu sein. Zwar wird schon fleißig an den neuen Ares-Trägerraketen gebastelt und sogar getestet, beim Meeting des U.S. Human Space Flight Plans Committee in Washington DC hat NASA Space Shuttle Program Manager John Shannon allerdings eine ganz andere Option präsentiert: die seitliche Montage einer Oberstufe an den von den Shuttles bekannten Tanks und Boostern.
Besonders bemerkenswert finde ich die Beschreibung "High Confidence Heavy Lift Launch Vehicle". Denn bei den ständigen Treibstofflecks der Tanks habe ich persönlich in deren Tauglichkeit nicht unbedingt das allergrößte Vertrauen …
Blog-Teleskop # 29

Das neunundzwanzigste Blog-Teleskop steht diesmal im Blog austroscepticus Vorbei schauen lohnt sich, denn das Blogteleskop sammelt die Beiträge zur Astronomie aus der Blogosphäre der letzten zwei Wochen.
Das Archiv findet sich im Blog von Florian Freistetter: Astrodicticum simplex Bei ihm können sich alle Blogger melden, die auch gerne mal das Teleskop ausleihen wollen.
Freigeister auf dem Mars: Free Spirit!

Die alte Marsrover Dame 1) Spirit steckt immernoch im Sandloch bei ihrem Standort Home Plate fest. Die Free Spirit-Bewegung des JPL der NASA versucht durch die Nachbildung der verfahrenen Situation auf der Erde eine Lösung zu finden. Ein baugleicher Rover auf der Erde wird hierfür in den Dreck gefahren. Das interessante daran ist natürlich die Frage, wie man Marsboden nachbildet. Hier ein nettes Video über die Sandkastenspiele am JPL.
Da Spirit also nun gezwungen ist an Ort und Stelle zu bleiben, bleibt ihr Muse für den Sternenhimmel. Eigentlich ist die Marsrover natürlich dafür nicht gemacht, wie man an diesem Bild unschwer sehen kann:
Die meisten Sterne auf der Aufnahme sind Artefakte. Deutlich zu sehen ist jedoch der helle Stern Canopus im Sternbild Carina, der sich aufgrund der Belichtungszeit als Strichspur zeigt.
Natürlich ist es nicht nur die Zeit, die sich Spirit auf diese Weise vertreibt, sie hat schlichtweg jede Menge Energie. Dies liegt natürlich zum einen an ihrer festgefahrenen Position, aber auch daran, dass ein Brise Marswind ihre Solarpanele vom Staub befreit hat.
Die Sternguckerrei hat auch einen wissenschaftlichen Hintergrund, wie Jim Bell erklärt. Jim Bell ist für die beiden großen Augen von Spirit verantwortlich und hat ein wunderbares Buch geschrieben (wer's mir nicht glaubt, der lese die Rezension von Wolfgang Steinicke: Grüße vom Mars). Jedenfalls meint Jim Bell:
"Wir beobachten die Sterne auf der Suche nach Hinweisen auf Nachtwolken, Nebel und Dunst. Gelegentlich versuchen wir auch die Erde und die Venus kurz nach Sonnenuntergang abzubilden. Das funktioniert recht gut, aber das helle Dämmerungslicht bereitet Schwierigkeiten. Wir versuchen noch längere Belichtungszeiten rauszukitzeln."Die wiederholte Beobachtung heller Sterne dient also dem Studium der Marsatmosphäre, so wie das die Marslander tagsüber mit der Sonne schon immer getan haben. Dennoch ist die Vorstellung Astronomie von einem anderen Himmelskörper aus zu betreiben sehr faszinierend.
1) Rover sind weiblich, siehe hierzu: Baby-Krater am Wegesrand
Quelle: JPL und universe today
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