Der koronale Massenauswurf von gestern

Mit diesem tollen Video soll für die nicht minder tolle Internetseite http://www.thesuntoday.org/ Werbung gemacht werden, auf der zwei Sonnenphysiker grundlegendes und aktuelles über die Sonne berichten. Hier ihr Video zum Zustand der Sonne von gestern:



Am Anfang erinnert das Video daran, mit was wir es hier zu tun haben: Ein heißer Plasmaball mit 109 Erddurchmessern. Die ersten Aufnahmen, gewonnen mit dem Satelliten SDO zeigt die Chromosphäre der Sonne bei 20.000 Kelvin. Die Chromosphäre ist die Schicht der Sonne, die der Photosphäre überlagert ist. Da wir den Großteil des Sonnenlichts von de rPhotosphäre erhalten, erscheint sie wie die Oberfläche der Sonne. Demnach rechnet man die Chromosphäre zur Atmosphäre der Sonne. Das sollte man aber nicht zu bildlich nehmen, denn die Sonne ist ja kein fester Körper, sondern einfach nur ein Gasball mit verschiedenen Schichten.

In der Mitte der Aufnahme sehen wir eine Sonneneruption (der Stärke C 7,7). Ab Minute 0:50 wechselt das Video zu einer höheren Temperatur und somit kürzeren Wellenlänge. Bei Minute 1:10 wechselt das Video sogar den Satelliten. Wir beobachten jetzt von SOHO aus die Korona der Sonne. Die Korona ist eine weitere "Atmosphären"-Schicht oberhalb der Chromosphäre. Dazu blendet das Instrument die hell strahlende Sonne aus. Das Bild in der Mitte ist nachträglich einmontiert um die Größe der Sonne unter der Blende anzuzeigen. Die SOHO-Aufnahmen, insbesonder im zweiten Teil, zeigen einen koronalen Massenauswurf, der im Zusammenhang mit der Sonneneruption steht. Bei diesem Massenauswurf wird Plasma von der Sonne weggeschleudert. In diesem Fall mit 640 km/s direkt auf die Erde zu. Mit dem Eintreffen rechnen die Astronomen am 24. Juni. Die Welt geht dabei nicht unter, vielmehr dürfen sich Polarlichtbeobachter freuen. Am Ende des Videos sehen wir in einer Animation, wie der koronale Massenauswurf (CME) die Strecke Sonne-Erde zurücklegt. Da die Materie auf uns zukommt, sieht es so aus, als ob der CME die Sonne wie einen Halo umgeben würde.

Das Video wurde übrigens mit dem genialen Tool http://www.helioviewer.org/ erzeugt (und natürlich nachträglich mit Kommentaren versehen). Um zu demonstrieren, wie simpel der Umgang mit diesem Tool ist, habe ich eben mal schnell ein Video gemacht, das die Photosphäre mit dem Sonnenflecken 1236 zeigt.



Dieser Sonnenfleck liegt unterhalb der Sonneneruption in der Chromosphäre. Das Video zeigt etwa einen Tag. Sonnenflecken in der Photosphäre sind relativ leicht zu beobachten und ein Maß für die Sonnenaktivität. Das Video zeigt die Sonne bei 450 nm Wellenlänge im sichtbaren Licht, also in etwa so, wie wir die Sonne sehen würden, wenn wir mit geeigneten Schutzfiltern die Augen vor der intensiven Strahlung zu schützen.

Bei der Gelegenheit sei mal wieder gesagt: Wer ohne Schutz in die Sonne schaut, macht seine Augen kaputt. Wer ohne Schutz mit einem optischen Instrument in die Sonne schaut, macht seine Augen sofort kaputt. Als "Schutz" gilt nur speziell zu diesen Zweck hergestellte Sonnenfilter und nichts irgendwie selbstgebasteltes.Sonnenfilter gibt es im Astronomiefachhandel.

Kommentare:

  1. Hach. Leider wohne ich viel zu südlich für die Aurora borealis. <3
    Die fände ich noch süchtig machender als den Mond,wenn ich sie denn beobachten könnte.
    24. Juni. Merk ich mir. Gibts wenigstens dann tolle Videos/Bilder.

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen Anke! Ja, dann würden wir wohl endgültig zu Nachttieren mutieren :-)
    Aktuelle Informationen zu Polarlichtern findest Du hier: http://www.spaceweather.com/
    Da laden auch die glücklichen Nordbewohner ihre Bilder hoch:
    http://www.spaceweather.com/aurora/gallery_01jun11.htm

    AntwortenLöschen