Ein Weltraumveteran feiert Geburtstag

Neunzehn Jahre zieht das Hubble Space Telescope nun schon seine Runden um die Erde (jede Umrundung dauert 97 Minuten), neunzehn Jahre voller spannender Entdeckungen und aufsehenerregender Aufnahmen. Über 880000 Beobachtungen wurden durchgeführt, davon sind 570000 Bilder von insgesamt 29000 verschiedenen Himmelsobjekten.

Dabei war und ist Hubbles Geschichte durchaus wechselhaft. Wie bei Weltraummissionen üblich dauerte es Jahrzehnte von den ersten Planungen bis zur Realisierung der Mission. Kurz vor Challenger-Katastrophe wurde Hubble fertiggestellt - und mußte dann nochmal vier Jahre am Erdboden bleiben bis das Space Shuttle Discovery den Satelliten dann am 27. April 1990 in 590km Höhe innerhalb aussetzen konnte. Schnell stellte sich heraus, daß der 2.40m durchmessende Hauptspiegel des Weltraumteleskopes fehlerhaft war, was die Abbildungsqualität enorm beeinträchtigte. Glücklicherweise war von Anfang an vorgesehen, daß man Hubble auch im Weltall noch warten und reparieren kann, und 1993 konnte so endlich eine Korrekturoptik installiert werden. Insgesamt viermal haben Astronauten Hubble nun besucht, Bauteile ausgetauscht oder repariert und neue Instrumente montiert. In wenigen Wochen soll das Space Shuttle Atlantis zur dringend notwendigen Service-Mission STS-125 starten: Derzeit sind Hubbles Funktionen stark eingeschränkt, viele der wissenschaftlichen Instrumente sind ausgefallen und müssen repariert werden oder durch Nachfolger ersetzt werden. Auch die Lageregelung des Satelliten und die Datenübertragung zur Erde laufen nur noch auf Notfallsystemen.

Image Credit: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Das alternde Weltraumteleskop kann also einen Jungbrunnen durchaus vertragen, und unter diesem Titel firmiert die Geburtstagsaufnahme des Galaxientrios Arp 194. Zwei der Galaxien verschmelzen gerade miteinander. Bei der Kollision werden große Mengen Gas aus den Galaxien herausgerissen und weggeschleudert, zusätzlich bilden sich in dem Material jede Menge neuer Sterne in großen Sternentstehungsregionen, die es blau aufleuchten lassen. Die blauen Fetzen ziehen sich bis auf 100000 Lichtjahre in die Länge, beinhalten mehrere Millionen Sterne und scheinen in Richtung auf die dritte Galaxie hinzueilen, die aber mit der Wechselwirkung der beiden anderen nichts zu tun hat. Trotzdem wirkt das Bild, als würden die zwei verschmelzenden Galaxien wie ein Springbrunnen aus der dritten hervorschießen.

Shuttlestart Nr. 5 ist derzeit für den 12. Mai geplant. Wünschen wir also der Mission viel Erfolg, so daß uns Hubble noch für viele Jahre mit solchen Aufnahmen erfreuen kann, auch wenn sein Nachfolger, das James Webb Space Telescope schon in den Startlöchern steht.

Kommentare:

  1. Nur eine kurze Korrekturanmerkung: Hubble wurde mit Sicherheit nicht am 27. April 2009 ausgesetzt ;-).

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  2. Uuuups... Typischer Datumsverschreiber. *korrigier*

    Danke fürs finden,
    Caro

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