Der Flug des Falken

Der Firma SpaceX gelingt es als erstes kommerzielles Unternehmen eine Rakete in den Erdorbit zu schießen. Der zweistufigen Rakete Falcon 1 gelang der Bilderbuchflug in den Erdorbit gestern vom Pazifik Atoll Kwajalein, nachdem zunächst drei vorangegangene Versuche gescheitert waren. Damit ist SpaceX die erste nicht von einer Behörde unterstützte, rein kommerzielle Organisation, die in den Erdorbit vorstoßen kann. Ziel des circa 500 Mitarbeiter starken Unternehmens ist es kostengüntige und zuverlässige Satellitenstarts anbieten zu können. Außerdem will man zukünftig die Internationale Raumstation ISS anfliegen, sowohl mit Versorgungsflügen, als auch mit Astronauten. Kurz nach dem erfolgreichen Weltraumspaziergang der Chinesen ist dies ein weiterer "Angriff" auf die bisher den Zugang zum Erdorbit dominierenden staatlichen Behörden der USA und Russlands.
Mehr dazu auch auf Spiegel-Online

Glückliches Erfurt

Wohl dem, der so einen Radiosender hat. Der Sender Freier Rundfunk Erfurt International bietet seinen Hörern monatlich ein Raumfahrtjournal: In der Ausgabe vom heutigen Sonntag wurde ausführlich über das Projekt Lofar und der Begegnung Rosettas mit dem Asteroiden Steins gesprochen. Das ganze sachlich, inhaltlich anspruchsvoll mit qualifizierten Interviewpartnern und ohne nervige Weltraumsphärenklängenuntermalung - dafür mit sympathischen sächsischen Akzent. Dank Internet kann diese Sendung auch via Webradio verfolgt werden. Ich kann das nur empfehlen.

Das Beste an der NASA


Am 01. Oktober feiert die NASA ihr 50-jähriges Jubiläum. Welche der wissenschaftlichen Missionen der Internetgemeinde am besten gefallen hat, ist auf space.com nachzulesen. Hier kann jeder zehn ausgewählten NASA-Programmen Punkte vergeben. Das Ergebnis sehen Sie unter Best NASA Science Mission Klicken Sie auf eines der Bilder, informieren Sie sich über die Mission und geben Sie Ihre Punkte ab.
Das Ganze ist natürlich total sinnfrei. Was heißt es schon, dass Hubble "besser" als Cassini ist? Außerdem fehlen ein paar der schönsten Missionen, zum Beispiel Galileos Reise ins Jupiter-System und die ganze bemannte Raumfahrt inklusive Mondlandung wird unter "Human Spaceflight" abgefertigt. Aber Spaß macht es trotzdem!

WETI - Warten auf die Aliens


"Woher kommen wir, wohin gehen wir und können wir zwischendurch mal einen Kaffee trinken?" Warten ist für die Mitglieder des neu gegründeten Instituts WETI eine vollwertige wissenschaftliche Methode. Anstatt wie die Kollegen von SETI aktiv nach Außerirdischen zu suchen, ziehen sie es vor, zu warten.
WETI steht für Wait for Extra Terrestrial Intelligence, also warten auf außerirdische Intelligenz. Die Gründung des Intituts ist ein Meilenstein in der Geschichte des wissenschaftlich sinnvollen Wartens und besitzt gegenüber anderen Methoden der Astrobiologie handfeste Vorteile: Warten ist billiger, weniger nervenaufreibend und verursacht keine zusätzlich Erderwärmung.

Lesetipp: Die chaotische Geburt der Planeten


Die Kurzversion ist schnell erzählt: Eine interstelare Wolke aus Gas und Staub kollabiert (warum eigentlich?) zu einer rotierenden Scheibe, in deren Zentrum sich ein Stern bildet. Aus Dichtefluktuationen wachsen Planeten in der Scheibe, das restliche Baumaterial wird vom Strahlungsdruck des neuen Sterns weggeblasen - fertig!
Wie chaotisch allerdings wirklich die Entstehung der Planeten ist, kann in einem Artikel des Juni-Heft von Spektrum der Wissenschaft nachgelesen werden: "Die chaotische Geburt der Planeten" von Douglas N.C. Lin. (siehe auch: http://www.spektrum.de/artikel/951058 )
Demnach verläuft die Planetenentstehung in 8 Phasen:
  1. Eine interstellare Wolke kollabiert
  2. Die Scheibe sortiert sich selbst
  3. Planetenkeimlinge entstehen
  4. Ein Gasriese wird geboren
  5. Der Gasriese wird unruhig
  6. Andere Gasriesen schließen sich der Familie an
  7. Erdähnliche Planeten fügen sich zusammen
  8. Letztes Reinemachen im Sonnensystem
Ein wirklich übersichtlicher Artikel, den ich sehr gerne weiterempfehle.