Homer im All
Homer und die Weltraumnahrung:
Homer und die Evolution:
Keine Sorge, das wird jetzt keine Serie.
VB 10b - der astrometrische Exoplanet
Der Stern VB 10 befindet sich im Sternbild Aquila (Adler) in zwanzig Lichtjahren Entfernung. Es handelt sich um einen massearmen M-Stern. Der Planet VB 10b hingegen hat die sechsfache Jupitermasse. Wie das Diagramm oben zeigt, hat sein Orbit in etwa den Durchmesser des Merkur in unserem Sonnensystem. Dennoch gehört VB 10b nicht zu den so genannten heißen Jupitern, eine unter Exoplaneten häufige Objektklasse (siehe zum Beispiel "Olis Exoplanet"). Dies liegt daran, dass der M-Stern VB 10 vergleichsweise leuchtschwach ist. Es könnten sich also innerhalb der Bahn von VB 10b noch Gesteinsplaneten in "kuscheliger" Entfernung zum Stern befinden. Das System um VB 10 wäre dann eine Art Miniausgabe unseres Sonnensystems.
Wesley Traub, Chefwissenschaftler des Exoplanet Exploration Program am JPL meinte dazu:
"Das ist eine aufregende Entdeckung, denn sie zeigt, dass Planeten um extrem massearme Sterne gefunden werden können. Dies zeigt, dass die Natur gerne Planeten formt, auch um Sterne, die sich von unserer Sonne stark unterscheiden."Das nachfolgende Video verdeutlicht die Schwierigkeit der Messung. Der Stern bewegt sich aufgrund seiner relativen Nähe zu uns recht schnell vor dem Fixsternhintergrund. Dieser proper motion genannten Bewegung ist ein Wackeln überlagert, dass durch die Parallaxe, also die Bewegung der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne verursacht wird. Diese beiden Bewegungen müssen rausgerechnet werden, damit die kleine, planetenverursachte Bewegung ermittelt werden kann. Ein paar Daten hierzu: Die schnelle Bewegung beträgt bei diesem Stern 1,5 Winkelsekunden pro Jahr. Die Parallaxe knapp 0,2 Winkelsekunden pro Jahr. Die Wackelbewegung, mit der sich der Planet verrät beträgt aber nur 0,006 Winkelsekunden!
Die blaue Bahn mit dem roten Punkt markiert zu den verschiedenen Zeiten die Position des Planeten VB 10b.
(Quelle: JPL/NASA)
Exoplaneten – und ein bisschen Eigenwerbung
Weltraumteleskop, das ihn entdeckt hat. Niederländische Forscher haben damit erstmals Phasen an einem Exoplaneten nachgewiesen (wie wir sie von Merkur und Venus oder dem Mond kennen).Angelesen: Bemannte Raumfahrzeuge

"Raumfahrzeuge [...] sind die Gestalt gewordene Weiterentwicklung des Traums vom Fliegen." Seit Juri Gagarins Wostok 1 sind da einige zusammengekommen und dank der Chinesen und der privaten Raumfahrtindustrie nimmt die Unübersichtlichkeit eher noch zu. Eugen Reichl, Raumfahrtenthusiast, Mitarbeiter bei EADS Astrium, Herausgeber von Space 2009 und Raumfahrt-Blogger (Astra's Spacelogs) lässt das völlig kalt. Er schwimmt in Tabellen und Akronymen wie ein Fisch im Wasser.
Heute habe ich sein handliches Taschenbüchlein Bemannte Raumfahrzeuge in die Hände bekommen. Auf gerade mal 127 Seiten stellt er in dem kleinen Taschenbuch alle Vehikel vor, mit denen sich bisher Menschen über der etwas willkürlichen, aber einprägsamen 100-Kilometer-Grenze bewegt haben. Viele Seiten braucht es dafür nicht, denn die meisten Raumfahrzeuge blieben Projektstudien; oder erinnert sich etwa noch jemand an den europäischen Raumgleiter Hermes?
"So schmal das vorliegende Buch auch ist, es ist doch vollständig, denn es beinhaltet alle bemannten Raumfahrzeuge, die es bis heute in den Weltraum geschafft haben." (Eugen Reichl)Dazu kommen noch Raumfahrzeuge, die es wohl noch in den Weltraum schaffen werden, wie beispielsweise das Raumschiff Orion der NASA oder das schnittige SpaceShipTwo von Virgin Galactic. Klar, dass das Buch kein sprachlicher Leckerbissen ist, sondern eine hohe Informationsdichte hat, geschrieben für Leser, die sich einen schnellen Überblick erarbeiten oder etwas Konkretes nachlesen wollen. Dazu bietet das Buch viele Abbildungen und Risszeichnungen, letztere leider ohne Beschreibung, so dass es wohl der Fantasie des Lesers überlassen bleibt die Bauteile zu benennen. Dennoch werde ich das Büchlein fleißig studieren, um im Lichtecho etwas weniger Nonsens zu schreiben.
Das Buch Bemannte Raumfahrzeuge ist in der Typenkompass-Reihe im Motorbuch-Verlag erschienen, also eine Reihe, in der es eher um Traktoren, Feuerwehrautos und Panzer geht, sprich: Alles was Männern Spaß macht. Mit seinen beiden Titel Bemannte Raumfahrzeuge und Space Shuttle schlägt Eugen Reichl da eher aus der Art. Mir soll es recht sein.
Bibliographische Angaben laut Science-Shop:
Eugen Reichl
Bemannte Raumfahrzeuge
Seit 1960
Typenkompass
2008, 127 S. m. zahlr. meist farb. Abb.
Einband: Kartoniert
Verlag: Motorbuch
ISBN: 9783613029811
Preis: € 9,95
Der Zustand: China zum Mond, Affen im Weltraum, Neugierde in Eberswalde
Besser ein Weltraumaffe, als ein Hundekosmonaut: Während die Sowjetunion die Hundedame Laika auf ein Himmelfahrtskommando schickte, überlebten die Affen Miss Baker und Able ihren Flug unversehrt. Die beiden Affendamen waren die ersten Primaten, der amerikanischen Raumfahrt und flogen lange vor dem ersten nackten Affen Alan B. Shepard. Ihr Flug fand heute vor 50 Jahren statt: Am 28. Mai 1959. Mit einer Jupiter AM-18 flogen sie auf fast 600 Kilometer Höhe, wobei sie für circa neun Minuten der Schwerelosigkeit ausgesetzt waren. Anders als Laika haben sie ihren Flug nicht nur gut überstanden, sie wurden sogar als echte Stars gefeiert. Diesen Ruhm konnte aber nur Miss Baker richtig auskosten, denn die Affendame lebte bis 1984, während Able früh verstarb. Das folgende Video zeigt eine historische Dokumenation des Fluges von Miss Baker und Able:
Fairerweise muss man dazu sagen, dass auch Weltraumaffen nicht unbedingt gesünder lebten als Hundekosmonauten, denn es gab in der amerikanischen Raumfahrt auch Pannen, die zum Tod des "space monkey" führten.
Wenn wir schon dabei sind: Ein weiterer berühmter Affe der amerikanischen Raumfahrt ist der Schimpanse Ham. Sein Flug ist besonders bedeutsam, da er dazu diente, das Mercury-System zu testen, mit dem später Alan B. Shepard als erster nackte Affe ins All flog. Dass der haarige Kollege den Vorzug bekam, wurmte Shepard natürlich.
Landeplätze für Mars Rover: Das Mars Science Laboratory (MSL) ist ein schickes Labor auf Rädern, dass 2011 zum Mars fliegen soll. Es wurde nun nach dem Vorschlag einer vorwitzigen Schülerin Curiosity getauft. Ein Bericht hierzu findet sich auf astronomie-heute: Die "Neugier" für den Mars. Wo aber soll die nächste Generation der Marsroboter landen? Geeignete Landeplätze werden mit dem Mars Reconnaissance Orbiter gesucht. In einem auch auf Youtube veröffentlichten Video präsentiert Richard Zurek vom Jet Propulsion Laboratory der NASA mögliche Landeplätze. Da es das Video nur im breiten Format gibt, habe ich es in dem Lichtecho-Player ganz unten auf dieser Seite eingebaut (scrollen lohnt sich, es sind schöne HiRISE-Aufnahmen dabei).
Ein möglicher Kandidat ist dabei auch der Krater Eberswalde, benannt nach der Stadt in Brandenburg. Es könnte also durchaus sein, dass Curiosity in Eberswalde landet. Der sechzig Kilometer durchmessende Einschlagskrater ist interessant, da er vermutlich einst ein Flussdelta beherbergte. Der Krater befindet sich auf der Südhalbkugel des Mars.
Was denkst Du über das Universum?
The Universe from Christopher Bales on Vimeo.
Und? Was hättest Du dem sympathischen Gymnasiasten geantwortet?
Heutiger Bericht zum Zustand des Universums
Am Freitag um 14:36 Uhr unserer Zeit soll die Sojus-Kapsel an die ISS andocken. Neben dem Startvideo liefere ich auch gerne noch das offizielle Statement der ESA-Direktorin für bemannte Raumfahrt, Simonetta Di Pippo nach:
"Diesen Start mitzuerleben ist ein besonderer Moment, ein Moment der Vollendung, der neue Gelegenheiten eröffnet und uns alle dem vollen Einsatz der ISS zur Vorbereitung neuer Explorationsmissionen zu anderen Zielen näherbringt. Ich freue mich auf eine sechsköpfige ISS-Bordmannschaft und die damit verbundene volle Nutzung des wissenschaftlichen Potenzials der Station sowie die Durchführung von Tätigkeiten zur Vorbereitung von Missionen zu künftigen Zielen. In den letzten vierzehn Tagen ist allerhand passiert: die Auslieferung des Verbindungsknotens Nr. 3, die Auswahl von sechs neuen Mitgliedern des Europäischen Astronautenkorps und nun dieser Meilenstein. Die bemannte Raumfahrt und die Exploration gewinnen an Schwung, und wir werden darauf hinarbeiten, dass Europa noch bedeutendere Gelegenheiten auf diesem Gebiet nutzt" (Quelle: ESA)Die Dame hat viel vor, denn sie spricht gleich zweimal von neuen zukünftigen Zielen!
Interessant ist auch dieser Satz des ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain:
"Die europäischen wissenschaftlichen Labors und die Instrumente an Bord des Columbus-Moduls werden nun, überwacht vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen, täglich genutzt. Die sechsköpfige Mannschaft wird weit mehr Bordressourcen als bisher für wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt aufwenden können." (Quelle: ESA)Geforscht werden soll in den Bereichen Humanphysiologie, Biologie, Strahlungsdosimetrie, Exobiologie, Fluidphysik und Werkstoffwissenschaften.
Soviel vorerst mal dazu.
Ein anderes Thema ist das drohende vierzigjährige Jubiläum der Mondlandung. Drohend, weil wir wahrscheinlich multimedial mit dem "A small step for a man ..."-Zitat und anderen Highlights der Apollo 11 Mission überschüttet werden. In Amerika gibt es nun einen Aufruf zur einer Petition, den 20. Juli zum Feiertag zu machen, nämlich den Space Exploration Day. Ich weiß nicht so recht, ob ich die Idee gut finden soll. Mit Feiertagen soll ja auch etwas zementiert werden, wie zum Beispiel die deutsche Einheit. Raumfahrt sollte doch aber etwas dynamisches, auch alltägliches haben und nicht ein geschichtliches Monument darstellen. Als Kolumbus Amerika entdeckte, haben die Spanier ja auch nicht gesagt: "Fein, machen wir einen Feiertag draus und vergessen wir das Ganze." Nein, sie haben Amerika immerwieder neu entdeckt.
Außerdem ist Himmelfahrt ja schon ein Feiertag in Deutschland.
Ich fände es besser, die Yuri's Night zu fördern, anstatt einen amerikanisch-patriotischen Apollo-Feiertag. Die Yuri's Night ist ja schon international etabliert, sie benötigt nur noch mehr Aufmerksamkeit - und vor allem ist sie eine (Party)-Night.
Zu guter Letzt noch was zum träumen. Dank Ehrensenf bin ich auf dieses schöne Video aufmerksam geworden: Ein gewisser William Castleman zeigt uns die Texas Star Party von früh bis spät:
Galactic Center of Milky Way Rises over Texas Star Party from William Castleman on Vimeo.
Die ISS wird international
Bald wird es eng! Am Mittwoch um 12:34 Uhr unserer Zeit startet die russische Raumkapsel Sojus TMA-15 zur Internationalen Raumstation ISS. Der Start erfolgt vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Sojus TMA-15 wird zwei Tage später an die ISS andocken. Mit den drei Neuankömmlingen, das sind Bob Thirsk (Kanada), Roman Romanenko (Russland) und Frank De Winne (Belgien), wird die Besatzung auf sechs Mitglieder anwachsen. Am Bord befinden sich derzeit der Russe Gennady Padalka, der Amerikaner Michael Barratt und der Japaner Koichi Wakata. Diese Expedition 20 genannte Besatzung besteht somit aus Mitgliedern aller am Bau und Betrieb der ISS beteiligten Weltraumorganisationen, die ISS ist dann wirklich international.
Expedition 20 wird beweisen müssen, ob die ISS eine sechsköpfige Langzeitbesatzung tragen kann. Bisher war bei solch einem Personenrummel auf der ISS immer ein Space Shuttle angedockt. Eine große Langzeitbesatzung ist aber notwendig, um die ISS auch wirklich für die Forschung zu nutzen - an Labormodulen mangelt es ja nicht. Bisher standen für Experimente in etwa aber nur 20 Stunden pro Woche an Manpower zur Verfügung - zu wenig für die Ansprüche der ISS.
Überleben könnten die sechs Mitglieder der Expedition 20 bis Oktober, denn so lange reicht die Nahrung. Vorher wird aber schon ein Space Shuttle andocken und dabei auch einen Teil der Besatzung austauschen. Im Oktober findet mit einer Sojus-Kapsel ein weiterer Wechsel in der Crew statt. Dann wird man von der Expedition 21 sprechen und der belgische Astronaut Frank De Winne wird ihr Kommandant sein. Er ist damit der erste europäische Kommandant der ISS.
Dieses Video gibt völlig kommentarlos, aber dafür um so stimmungsvoller, einen Einblick in den Aufenthalt der drei Raumfahrer in Baikonur wieder. Ihre letzten Tage, bevor sie am Mittwoch in den Himmel steigen.
NASA TV wir den Start live übertragen:
http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html
Mehr Licht???
So ähnlich, wie mit dem Licht und den Sternen. Nicht im Stern, sondern im Spiegel bin ich da über was gestolpert, was mich stutzen ließ: Auf der einen Seite ein lobenswerter Artikel, wenn auch weiterführende Links seinen Nutzen noch wesentlich erhöht hätten (zumindest doch auf lichtverschmutzung.de!), auf der anderen Seite das "Lob" eines Kunst- und Kulturfestivals, bei dem der Sternhimmel an die Nürnberger Kaiserburg projiziert wurde.Silikon in der Astrofotografie

Carolin ist ganz begeistert von neuen Spektrograph X-Shooter am VLT. Was sie wahrscheinlich nicht weiß: Astronomen fotografieren seit neuestem mit Silikon, denn:
"Silikon hat das Silber und Pixel haben das Silberhalogenid ersetzt."So steht es in dem Buch Unser Fenster zum Weltraum von Lars Lindberg Christensen und Govert Schilling.
Okay, Spaß beiseite: Die falsche Übersetztung des englischen Wortes Silicon zu Silikon, statt Silizium, ist ein solcher Klassiker schlechter wissenschaftlicher Übersetzungen, dass man sich eigentlich nur wundern kann, diesem Fehler immernoch zu begegnen. Im Falle von diesem Buch tut es mir auch echt leid, denn zum einen ist es das offizielle Buch zum internationalen Jahr der Astronomie und zum anderen ist es das eigentlich auch zu recht, denn zusammen mit der beiliegenden DVD Eyes on the Skies macht es gute Werbung für die Astronomie. Der Lichtecho-Blogger Oliver Dreissigacker hatte sich das Buch für Spektrum der Wissenschaft genauer angeschaut. Seine ausführliche Rezension steht hier: 400 Jahre fern sehen
X-Shooter - Gamma Ray Bursts im Visier
X-Shooter ist ein Spektrograph mit wesentlich besserer Auflösung als die beiden FORS-Instrumente, der zusätzlich auch noch einen viel größeren Wellenlängenbereich abdeckt: Mit X-Shooter hat man mit einer Aufnahme ein flächendeckendes Spektrum in drei Teilen von 300 nm bis 2.4 µm - vom nahen Ultraviolett bis weit in den Infrarotbereich - im Kasten. Dadurch ist X-Shooter prädestiniert für die Untersuchung von Objekten, bei denen man noch gar nicht weiß, womit man es eigentlich zu tun hat und wo die für eine nähere Untersuchung interessanten Spektralbereiche liegen, zum Beispiel Gamma Ray Bursts. Je nach Rotverschiebung muß man dort in sichtbaren Licht oder im Infraroten suchen um seine Entfernung genau bestimmen zu können. Aber auch für zeitlich schnell veränderliche Himmelsobjekte, die man gleichzeitig über einen möglichst großen Spektralbereich beobachten möchte, ist X-Shooter das Instrument der Wahl.
Eines der ersten X-Shooter-Spektren. Achtung: Die Farben sind irreführend, in wirklichkeit ist der Großteil des Spektrums nicht mehr für das menschliche Auge erfaßbar. Image Credit: ESONach nur fünf Jahren Entwicklungs- und Bauzeit konnte X-Shooter Ende letzten Jahres für erste Tests zum Paranal gebracht werden. Als ich Mitte März am VLT war, liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, und nur einen Tag nach meiner Abreise vom Paranal, am 14. März, hieß es First Light für das Instrument in seiner finalen Konfiguration. X-Shooter ist jetzt im Cassegrain-Fokus von Kueyen, Unit Telescope 2, angebracht und steht ab Oktober für die gesamte wissenschaftliche Community zur Verfügung. Über 150 Beobachtungsanträge für 350 Nächte sind für das darauf folgende halbe Jahr eingereicht worden, damit ist X-Shooter nach dem Infrarotspektrographen CRIRES sofort zum zweitbegehrtesten VLT-Instrument aufgestiegen. Weitere VLT-Instrumente der zweiten Generation sind derzeit in PLanung oder im Bau: KMOS, ein Multi-Objekt-Spektrograph für das Infrarote als Gegenstück zum optischen FLAMES, dann MUSE, ein Weitfeld-Integral-Field Spektrograph im sichtbaren Licht, und schließlich SPHERE, ein Hochkontrast-Imager mit adaptiver Optik, der extrasolare Planeten studieren soll
Angelesen: Moonwalker

So viele Bücher, so wenig Zeit! In meinem Brotberuf laufen mir täglich viele Bücher über den Weg, von denen ich viele auf jeden Fall irgendwann mal lesen will. Da ich aber selber nie weiß, ob und wann dies der Fall sein wird und ich es aber schade fände, wenn diese Bücher unerwähnt bleiben, will ich zukünftig hier im Blog auch gerne mal über meinen ersten Eindruck noch nicht gelesener Bücher schreiben - und wer weiß, vielleicht findet sich ja unter den Kommentatoren jemand, der das Buch schon gelesen hat.
Heute lief mir das Buch Moonwalker - wie der Mond das Leben der Apollo-Astronauten verwandelte von Andrew Smith über den Schreibtisch. Mit dieser Verwandlung ist vermutlich nicht irgendein "Overview-Effekt" gemeint, also eine Änderung in der Einstellung dem Leben und der Menschheit gegenüber, die sich einstellt, wenn man die blaue Kugel mal von einem anderen Himmelskörper aus gesehen hat. Es geht in dem Buch wohl um Handfesteres: Was macht man eigentlich, nachdem man auf dem Mond war? In ein altes Leben kann man kaum zurück, denn zu lange hat man auf diesen Moment hingearbeitet, um dann in wenigen Tagen seine Mission durchzuführen und zu unwahrscheinlich ist eine zweite Chance, für einen weiterer Flug ins All (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Glaubt man dem Prolog des Buches kamen die Mondrückkehrer nicht gut klar mit der Situation. Edwin Aldrin wurde alkoholkrank, Alan Bean malt Ölbilder vom Mond, Edgar Mitchell und Jim Irwin wandeln sich zu esoterischen Spinnern, denen auf dem Mond eine Intelligenz begegnet sein will. Die Scheidungrate der Mondheimkehrer war astronomisch. Nur der "furchterregende" Alan Shepard, Amerikas erster Astronaut, scheint dazugewonnen zu haben. Der grobe Klotz hat auf dem Mond geweint und ist als milde gestimmte Persönlichkeit zurückgekehrt.
Die Apollo-Astronauten haben die besten Jahre ihres Lebens einem Projekt geopfert, das Gefahr läuft als Kuriosum des Kalten Krieges in die Geschichte einzugehen, ab und an hervorgekramt, um eine wohlige "Yes, we can!"-Stimmung durchs amerikanische Volk zu pumpen. Auf seinem Höhepunkt verschlang das Apollo-Programm der NASA fünf Prozent des amerikanischen Bundeshaushalts, aber:
"1972 war der Weltraum den Amerikanern bereits scheißegal,"so Andrew Smith. Wie gehen die Astronauten mit diesem geplatzten Traum um? Der von seiner Alkoholsucht genesene Edwin Aldrin wählt die offensive Variante, in dem er sich unermüdlich zu zukünftige Raumfahrtprojekte zu Wort meldet, wie zum Beispiel hier: Gekommen um zu bleiben. Es erscheint kaum ein Sachbuch zur Raumfahrt, zu dem er nicht das Vorwort schreibt. Um andere Apollo-Veteranen ist es stiller geworden. Ich denke sie haben Angst von einst gefeierten Helden zu Freaks des Kalten Krieges zu mutieren.
Neun Apollo-Astronauten wandeln noch über die Erde. Andrew Smith hat sie für Moonwalker alle besucht, bevor kein Mensch mehr lebt, der schonmal auf dem Mond stand - aber wer weiß, vielleicht kommen ja auch wieder ein paar dazu.
Ich denke dieses Buch werde ich wirklich lesen und dann berichten, ob es hält, was es verspricht.
Bibliographische Angaben laut Science-Shop:
Andrew Smith
Moonwalker
Wie der Mond das Leben der Apollo-Astronauten veränderte
2009. 494 S.
Einband: Gebunden
Verlag: Fischer, Frankfurt
ISBN: 9783100772022
Preis in Deutschland € 22,95
Doppel-Landung für die NASA
Es war nach seiner Einladung ins Weiße Haus keine wirkliche Überraschung: Der neue "Kommandant" der Luft- und Weltraumbehörde ist der ehemalige Zwei-Sterne-General und Ex-Astronaut Charles Bolden.Ritt der Walküren
Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, denn diese Musik kenne ich nur aus alten deutschen Wochenschauen, U-Boot-Simulationen für den PC und Apocalypse Now. Ich denke als Astronaut hätte mir jeder andere Song an diesem aufregenden Tag besser gefallen. Die Nibelungen gehören in den Odenwald, nicht ins Weltall.
Für die Dauer der Landung habe ich zum Test mal oben NASA TV via spacevidcast in den Blog eingebunden. Nach der Landung werde ich das wieder entfernen.
Nachtrag: Nach insgesamt 197 Erdumrundungen ist das Space Shuttle Atlantis nun sicher auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien gelandet. Den Livestream habe ich wieder entfernt, dafür gibt es nun dieses schöne Video zu sehen:
Schon einmal Neptun gesehen?
Nach der neuen Klassifikation ist nicht mehr Pluto, sondern Neptun der äußerste Planet unseres Sonnensystems. Das kann man finden wie man will, jedenfalls ist Neptun mit fast 50.000 Kilometer Durchmesser definitiv ein echter Planet, der mit einer Entfernung von dreißig Astronomischen Einheiten das Reich der Gasriesen nach außen abschließt. Aber wer hat Neptun wirklich mal gesehen? Mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,9 mag ist er für das bloße Auge nicht zu sehen, aber durchaus in Reichweite kleiner Teleskope und sogar von Feldstechern. Ein Problem ist nur, dass man dazu wissen muss, wo er denn gerade am Himmel steht. Der Vergleich mit einer Sternkarte verrät dann seine Position. Gelegentlich kommen dem irdischen Beobachter aber auch die großen Brüder Neptuns zur Hilfe. Am 27. Mai wird Jupiter vor Neptun vorbeiziehen, es kommt zu einer Begegnung der beiden Gasriesen, man spricht von einer Konjunktion. Der sehr auffällige Jupiter verrät den dunklen Neptun. Dieser befindet sich in den frühen Stunden des 27. Mai in einer Entfernung von etwas mehr als einem Vollmonddurchmesser (0.38 Grad) links oben von Jupiter. Diese Gelegenheit wiederholt sich in diesem Jahr noch zweimal, nämlich am 9. Juli und 21. Dezember. Zu solchen Dreifachbegegnungen des innersten mit dem äußersten Gasriesen kommt es alle zwölf bis dreizehn Jahre. Der Grund hierfür ist, dass sich dann beide Planeten etwa zur selben Zeit in Opposition befinden, also auf der Verlängerung der Verbindungslinie Sonne-Erde. Jupiter erreicht die Oppositionsstellung am 14. August, Neptun am 17. Zur Zeit ihrer Oppositonsstellung sind die Planeten rückläufig, das heißt, sie bewegen sich bezüglich des Fixsternhintergrunds von Ost nach West. Beim Wechsel von Recht- zur Rückläufigkeit und wieder zurück kommt es zu den drei nahen Begegnungen. Schon einmal Neptun gesehen hat auch Galileo Galilei, doch war ihm der Planetencharakter dieses Lichtpunktes nicht bekannt und sein kleines Teleskop konnte den Punkt nicht zur Planetenscheibe vergrößern. Als Planet wurde Neptun erst 1846 aufgrund theoretischer Vorhersagen entdeckt. Als Galileo Galilei in der Nacht des 28. Dezembers 1612 Jupiter und seine Monde beobachtete, befanden sich die beiden Gasriesen auch in einer Dreifachkonjunktion. Galilei notierte Neptun als "Stern" 8. Größe. Ein paar Wochen später, am 27 Januar 1613, standen sich Neptun und Jupiter wieder nahe. Zusammen mit einem weiteren Stern notierte sich Galilei auch wieder die Position des Neptun. In der darauffolgenden Nacht schaute er wieder nach dem Jupitersystem und bemerkte dabei, dass sich der Abstand der beiden "Sterne" vergrößert hat. Leider hat Galilei diese Spur nicht weiter verfolgt, sonst wäre ihm bestimmt aufgegangen, dass sich einer der beiden "Sterne" tatsächlich bewegt. Galileo Galilei war aber nicht der einzige Astronom, der Neptun gesehen, ohne ihn entdeckt zu haben. Nachweislich trifft dies auch auf Lalande und John Herschel zu. Von dem Astronomen Johann von Lamont, Direktor der Sternwarte Bogenhausen, wird sogar gesagt, er hätte Neptun wenige Tage vor seiner offiziellen Entdeckung gesehen. Wer also nicht in die Neptun-Falle tappen will, sondern den äußersten Planeten unseres Sonnensystems gezielt entdecken will, hat am 27. Mai die Möglichkeit dazu.
Extrarunde für STS-125
Extrarunde für die Crew der Atlantis: Da das Wetter in Florida eine Landung des Space Shuttles heute nicht zulässt, genießen die Astronauten noch ein paar extra Runden bis morgen. Nach der anstrengenden Wartungsmission am Weltraumteleskop Hubble haben sie sich das auch verdient. Morgen, so in etwa zum Anpfiff des letzten Spieltags der Bundesliga soll es dann aber klappen. Spielt das Wetter dann immernoch nicht mit, bleibt als Ausweichlandeplatz die Edwards Air Base in Kalifornien. Dies wäre aber ärgerlich, da dann das Space Shuttle für viel Geld extra wieder per huckepack auf einer Boing 747 zum Kennedy Space Center nach Florida gebracht werden muss. Andererseits sieht das aber auch immer schön spektakulär aus.
Astronomie für Selbstrechner
Was ist ein Satelloon?

Das Bild zeigt Echo 1 (Image Credit: NASA). Dabei handelte es sich um einen NASA-Satelliten, der sich im Erdorbit zu einer 30 Meter durchmessenden Kugel aufblies. Durch seine metallische Beschichtung reflektierte er Funksignale und genau das war seine Funktion. Über den Umweg des Satelliten-Körpers wurden Funksignale an einem Empfänger hinter dem Horizont geschickt. Der Satellit stellt also gewissermaßen eine künstliche Ionosphäre dar. Echo 1 startete am 12. August 1960. Allerdings konnte sich diese passive Methode der Satellitenkommunikation nicht durchsetzen. Bereits am 4. Oktober desselben Jahres startete die US-Armee mit Courier 1B den ersten aktiven Kommunikationssatelliten. Dieser konnte Signale von der Erde empfangen und sie dann wieder abgeben.
Die Idee, Flugkörper im Orbit zu voluminösen Raumschiffen aufzublasen ist aber nicht gestorben. Der Hotelier Robert Bigelow träumt von einem Weltraumhotel aus aufgeblasenen Komponenten und er träumt nicht nur: Seine Firma Bigelow Aereospace betreibt derzeit zwei solcher Prototypen für ein "expandable space habitat", die sich seit 2006 und 2007 im Orbit befinden. Das Bild zeigt die Konzeptstudie BA 330.
Dieses voluminöse Habitat hat aufgeblasen einen Durchmesser von circa sieben Metern und könnte einmal Teil eines Mond- oder Marsraumschiffs sein. Dann wären Astronauten sowas wie Balloonfahrer - fehlt nur noch das Segel für den Sonnenwind.
The Right Stuff? Europas Astronautenfrischlinge
Sie sollen zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und womöglich darüber hinaus bis zum Mond: die neuen Astronauten Europas. Die europäische Raumfahrtagentur ESA hat sie heute vorgestellt. Ausgewählt wurden die sechs zukünftigen Helden aus 8413 Bewerbern. Auf dem Bild befindet sich in der Mitte die ESA-Direktorin für bemannten Raumfahrt Simonetta Di Pippo, umgeben von den sechs Neulingen. Das sind von links nach rechts:
Luca Parmitano (Italien), Timothy Peake (Großbritannien), Thomas Pesquet (Frankreich), Andreas Mogensen (Dänemark), Samantha Cristoforetti (Italien) und Alexander Gerst (Deutschland).
"Das ist der Höhepunkt eines lebenslangen Traums," so der Däne Andreas Morgensen laut universe today. "Eltern und Lehrer bestärken einen darin große Träume zu haben und ihnen nachzugehen, aber niemand sagt Dir, wie es ist, wenn sich der Traum erfüllt."
Besonders erfolgreich im motivieren sind offensichtlich die Eltern und Lehrer Italiens. Noch kurioser als die Doppelberücksichtigung Italiens ist aber, dass mit Timothy Peake tatsächlich ein Brite im Boot ist. Die destruktiven Euroskeptiker von der Insel haben es mal wieder geschafft, von einer europäischen Einrichtung zu profitieren, ohne einen Cent für diese Einrichtung zu bezahlen - schön blöd die Kontinentaleuropäer. Eine tiefergehende Diskussion zur Kandidatenwahl findet sich im Blog von Michael Khan: Go for Launch.
Eine Seite mit den Biografien der sechs Auserwählten gibt es bei der ESA hier. Zwei Dinge fallen sofort ins Auge: Zum einen ist Samantha Cristoforetti laut ihrer Vita eine Mustereuropäerin, weshalb ich das mit der Doppelberücksichtigung Italiens sofort zurücknehme und zum anderen kommt Alexander Gerst aus Künzelsau, weshalb ich sehr gut verstehe, dass er möglichst weit weg will.
Die sechs Astronauten der ESA beginnen ihre Ausbildung im September in Köln, um ab 2013 fit für die ISS zu sein. Wie alle Europäer müssen sie wohl mit dem Taxi fliegen. Zwar finden sich unter den sechs neuen Astronauten viele Piloten, aber es mangelt den Europäern am Fluggerät.
Hubble - repariert, erneuert und wieder frei
Leider hatte ich die Tage wenig Zeit, den Fortgang der Reparaturen zu verfolgen, geschweige denn, darüber zu berichten, doch gab es in meiner Blogroll in der rechten Spalte ja gottseidank immer jemanden, der Zeit für Hubble fand. Das ist das Gute an der Verlinkung in der Blogosphäre.
Ich will hier wenigstens noch das Abschiedsvideo der Atlantis-Crew einbinden. Das Video zeigt eindrucksvoll, wie das Teleskop vom Roboterarm gelöst wird und sanft entschwebt:
So nahe wie in diesen letzten Aufnahmen werden wir nie wieder an das Teleskop herankommen, denn diese fünfte Wartungsmission war zugleich die letzte. In fünf Außenbordeinsätzen haben die Astronauten der Atlantis Hubble runderneuert und dabei auch die Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC 2) durch das Nachfolgemodell WFPC 3 ersetzt. Die WFPC 2 war als das Arbeitspferd von Hubble für viele der berühmten Aufnahmen verantwortlich, die das Teleskop so berühmt machten. Eine Würdigung dieses Instruments mit ein paar schönen Bildern gibt es hier: End of an Era: The Hubble WFPC2’s Greatest Hits
36 anstrengende Stunden lang haben die Astronauten an Hubble rumgeschraubt, damit wir unter anderem mit der WFPC 3 noch weitere erstaunliche Bilder und Erkenntnisse erhalten. Allerdings haben sie auch einen Kopplungsmechanismus installiert (so um Minute 4 im Video zu sehen), an dem eines Tages ein kleiner Satellit andocken und das Teleskop zum Absturz bringen soll, damit es nicht als Weltraumschrott andere Missionen gefährdet. Das neue Hubble trägt also seinen Tod schon mit sich.
Es bleibt der Crew von Atlantis jetzt nur noch einen guten Rückflug zu wünschen. Die Landung soll nach momentanen Stand am Freitag dem 22. Mai stattfinden. Da heißt es nochmal Daumen drücken.
Erdnahe Asteroiden - Personenschäden und mehr

In seinem schön prägnanten Übersichtsartikel Erdnahe Asteroiden im Juni-Heft von Sterne und Weltraum macht Axel M. Quetz darauf aufmerksam, dass "... die Erde einem permanenten Bombardement von Körpern der Zehn-Meter-Klasse ausgesetzt ist." Im Mittel alle sechs Wochen kommt es zu einer Begegnung unserer Erde mit solch einem Asteroiden. Solch eine Kollision zerstört aber nicht immer nur den Zusammenhalt des Asteroiden, es gibt auch Opfer auf Seiten der Erdbewohner. Auf einer Internetseite der International Meteorite Collectors Association wird Buch geführt: Chronological Listing of Meteorites That Have Struck Humans, Animals and Man-Made Objects
So sieht die aktuelle Statistik aus:
- Anzahl der Personenschäden: 14
- Getroffene Tiere: 6
- Sachschäden: 107
Ich weiß nicht, ob ich mir diese Art zu sterben wünschen soll. Sie hat was für sich, denn sie kommt überraschend und - wie man es sich als Astronom wünscht - aus dem Himmel. Andererseits hätte ich auch das Gefühl, der Kosmos hat etwas gegen mich, wenn er einen seit Milliarden Jahren kreisenden Asteroiden benutzt, um mich loszuwerden.
Der Romanautor Harry Mulisch hat sich in seinem Buch Die Entdeckung des Himmels genau auf diese Art einer, für den weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr benötigten Figur entledigt. Er hat einfach seinem Protagonisten einen Meteoriten auf die Stirn knallen lassen. Das ist Schicksal, da kann man als Leser nichts dagegen unternehmen.
Symbiose - sehr sehr schräg!

Frau Prof. Dr. Aeka Ishihara aus Yokohama in Japan studiert derzeit in Jena die Astronomie in der Literatur der Goethezeit, so berichtet astronews.com. Damit erinnert mich Frau Ishihara sehr an Pschist-i, eine Vyrroc von Tau Ceti, die als Austauschstudentin auf der Erde ausgerechnet Goethe studiert, als hätte unser Planet nicht mehr zu bieten, als den ewigen Weimarer Klassiker. So steht es in dem Roman Symbiose von Uwe Post. Der Physiker und Journalist, der in Faustkeilwurfweite zum Neandertal lebt, hat mit diesem Roman einen sehr schrägen Sciencefiction geschrieben. Erschienen ist das Buch in dem wohl eher kleinen Atlantis Verlag und gäbe es das Schriftsonar nicht, hätte ich ihn glatt übersehen. Das Buch erinnert mich an die besten Satiren von Stanislaw Lem, indem es ein Konzept von der Zukunft konsequent und humorvoll durchspielt. Was bei Lem meist die künstliche Intelligenz und die Roboter sind, ist bei Uwe Post eine bis ins Letzte genetisch veränderte Umwelt, die mit den Menschen in idealer Symbiose lebt. Diese Symbiose ist weit mehr als eine simple Biotechnologie, denn die manipulierten Wesen leben vom Menschen und nutzen ihm zugleich. Die Nerds des Heidelberger Symbiware-Instituts lassen sich die Haarschuppen von Putzergeckos wegfressen, Reinigungsratten fressen den Abfall, Toilettenkröten fressen ... . Mir gefallen am besten die Spamtauben. Allgegenwärtig wie eben Tauben in den Städten sind, gurren sie penetrante Werbebotschaften, weshalb die Bewohner in Posts Deutschland des Jahres 2134 ständig damit beschäftigt sind Spamtauben wegzuwedeln - was doch sehr an das Verhalten der heutigen Internetnutzer erinnert.
Abgesehen von den Spamtauben ist die Welt in Symbiose eigentlich eine "schöne neue". Man betet zu Gaia, wird von Symbionten umsorgt und hat jede Menge Unterhaltung durch ständig wechselnde Kurzzeitstars. Vorangetrieben wird die Handlung ganz klassisch durch die unerfüllte Liebe zweier Männer. Der eine betet die völlig unereichbare Kaiserin an, der andere seine hübsche Kollegin. Letztere verschwindet auf mysteriöse Weise, denn sie scheint einem Staatsgeheimnis auf die Schliche gekommen zu sein: Ein Asteroid in Form eines Hai nähert sich der Erde und die Politiker, allesamt in Pinguin-Kostümen gekleidet, watscheln zum heimlich gebauten Rettungsraumschiff. Das Ganze geht grandios schief, denn da wäre noch eine terroristische Zurück-zur-Technik-Bewegung, die gar nicht mit dem Leben in Harmonie mit Gaia einverstanden ist. Diese Steeldogs, zu denen am besten Rammstein als Soundtrack passt, verüben einen Anschlag auf das Rettungsraumschiff der gesellschaftlichen Elite. So landet die Gesellschaft am Ende im Inneren des Hai und ich will gar nicht verraten, wie es da weitergeht.
Symbiose ist ein kurzweiliger und wirklich witziger Roman für Leser mit schrägem Humor. Dabei ist die von Uwe Post erfundene Zukunft weit mehr, als ein skurriles Hirngespinst. Vieles, was er anklingen lässt, ist uns durchaus vertraut und eine schlichte Extrapolation. Da wären beispielsweise Akademikerinnen, die von weit weit her nach Deutschland kommen, um ausgerechnet das so ziemlich Langweiligste zu studieren, was unser Land zu bieten hat.
Von mir bekommt das Buch drei Smileys:
Bibliographische Angaben zum Buch:Symbiose
von Uwe Post
Kartoniert
198 Seiten, 2009 Atlantis Verlag
ISBN 978-3-941258-11-2
Kostet derzeit € 12,90
Alles schon mal da gewesen?
Jedenfalls war ich neugierig geworden und machte mich auf die Suche. Und wurde fündig. Bei Welt der Physik. Und Redshift. Und Astronomie.de. Und Wissenschaft-aktuell. "Wie lautet die wichtigste Mondregel?"
"Wir recherchieren nichts."Allein das ihr mitgeteilte Wissen ihres ländlich-naturverbundenen Großvaters zählt. Nachamern gegenüber gibt man sich dementsprechend skeptisch:
"Wir sind selbst Skeptiker in vielen Dingen, gesunde Skepsis ist beim heutigen "Medienangebot" mehr als notwendig."Leider sind sie offensichtlich nur "in vielen Dingen" skeptisch, bei weitem nicht in allen.
Mondregeln haben handfeste Vorteile, wenn man den Mond-Pionieren glaubt. Hält man sich nämlich an die richtige Mondregel, so hält der neue Hausanstrich nicht nur fünf Jahre, sondern doppelt so lang! Wenn dies wirklich so stimmt, kann man diese Regel getrost als die wichtigste bezeichnen, denn der wirtschaftliche Vorteil solch eines Wissens wäre schlicht enorm. Auf die Frage, welche Mondregel die wichtigste ist, gibt Thomas Poppe aber eine erstaunliche Antwort, die ich gerne komplett zitiere:
"Erst gestern haben wir wieder eine Zuschrift bekommen, in der sich eine Dame bedankt, Sie habe mit dieser Mondregel 25 kg abgenommen, innerhalb eines Jahres und ohne jeden mentalen oder körperlichen Aufwand. Die Regel lautet: Bei Neumond und bei Vollmond jeweils einen Obst- oder Safttag einlegen oder gleich richtig fasten, bei abnehmendem Mond essen wie gewohnt und bei zunehmendem Mond fünf Minuten vor dem Sattsein aufhören zu essen. Wie man weiß, wann genau man satt ist? Das lernt man ebenso schnell wie den richtigen Bremsdruck beim Autofahren. Ist einfach Gefühlssache."Man beachte: eine Dame ist übergewichtig und folgt nun der Regel weniger zu essen und auch mal einen Safttag einzulegen. Klar, dass sie abnimmt, aber was hat das mit dem Mond zu tun? Ein ursächlicher Zusammenhang wird direkt auch gar nicht behauptet. Der Mond dient im Diätprogramm der Dame einfach als Taktgeber. So gesehen ist diese Mondregel durchaus sinnvoll und es wundert nicht, dass sie funktioniert. Es ist also durchaus schlau, diesen Fall herauszustellen und nicht die Frage, warum ein Zahnarztbesuch oder ein Hausanstrich einen durch den Mond vorgegebenen richtigen Zeitpunkt haben sollten. Da man im Fall der Diät nicht wirklich widersprechen kann, ist man versucht, auch die anderen Beispiele zu glauben, obwohl man dies ohne ein überprüfbares Modell der Ursache-Wirkung-Beziehung und entsprechender Experimente nicht sollte.
Wie geschickt sich die Mond-Pioniere im Verlagsumfeld bewegen zeigt diese Aussage von Thomas Poppe aus dem Interview:
"Es ist längst nicht alles gesagt, aber es gibt für alles den richtigen Zeitpunkt, auch beim Veröffentlichen. Der Zeitgeist geht die seltsamsten Wege, man muss ihn beobachten, sich ihm anvertrauen und mit ihm fließen."Ja, der Zeitgeist geht seltsame Wege, aber anvertrauen will ich mich dem doch lieber nicht.
Das vollständige Interview findet sich auf boersenblatt.net: La Luna gibt den richtigen Zeitpunkt vor.
Lesepräservative
Dieses Wochenende hatte ich gleich zweimal realen Kontakt zu Lesern von Astronomie- und Raumfahrtbüchern, die mir sonst nur virtuell via Internet begegnen: Am Samstag auf der Astronomiemesse ATT in Essen und am Sonntag in Heidelberg am Tag der offenen Tür des Max-Planck-Instituts für Astronomie. Dabei bin ich wieder auf ein für mich sehr erstaunliches Phänomen gestoßen, nämlich die Neigung der Deutschen, ihre Bücher in Folie einzuschweißen. Zusammen mit ihrer Neigung Wasser aus Flaschen zu trinken verhagelt dies die Umweltbilanz der ach so ökologischen deutschen Weltvorbildweltmeister.
In der Praxis läuft das so ab: Der Kunde fragt höflich, ob er denn mal in das Buch hineinschauen darf. Klar darf er, also entfernt man für ihn die Folie. Ist der Kunde nach reichlichem und kritischen Studium gewillt das Buch zu kaufen, greift er natürlich nach einem noch eingeschweißten Exemplar, was ich schonmal unlogisch finde, denn woher will er wissen, dass dieses Buch nicht zum Beispiel verheftet ist? Aber wie dem auch sei, der nächste Kunde prüft das nun ungeschützt daliegende Buch ebenfalls - lang und kritisch. Angenommen, jetzt liegt aber kein eingeschweißtes Buch mehr bereit, dann entsteht ein Dilemma in Loriot-Manier: Eigentlich will er das Buch haben, aber so ganz ohne Leserpräservativ ist ihm das offensichtlich unheimlich. Also fragt er nach: "Haben Sie dieses Buch noch eingeschweißt?" oder noch schlimmer: "Haben Sie nur noch das Ansichtsexemplar?". Antwortet man mit "nein und ja", sagt der gewillte Leser: "Kann ich es dann billiger haben? Sonst hole ich es mir woanders." Ich meine, was denken sich diese Leute? Meinen die ernsthaft, jeder Buchhändler hält für jedes Buch extra ein "Ansichtsexemplar" bereit? Wer sollte denn diesen Mehraufwand bezahlen? Meinen diese Leute wirklich, ein Buch verliert an Wert und muss billiger verkauft werden, weil die Folie fehlt? Wird denn umgekehrt das Gemüse auf dem Wochenmarkt teurer, weil es in Zeitungspapier eingewickelt ist, womöglich sogar die aktuelle Tageszeitung? Übrigens: Ein Buch billiger zu verkaufen, nur weil die Folie fehlt, ist ein klarer Verstoß gegen das Buchpreisbindungsgesetz.
Ganz schlimm ist, dass diese Leute sich auch oft nicht vorstellen können, dass es Verlage gibt, die ihre Bücher gar nicht einschweißen. Es gibt sogar Leute, die schicken ihre Bücher mit der Post zurück, weil die Folie gefehlt hat und sie daher meinten, die Bücher seien gebraucht! Sie verlangen dann vehement ein "eingeschweißtes Exemplar", völlig egal, ob der betreffende Verlag das Buch eingeschweißt liefert oder nicht.
Hier meine Theorie: Menschen, die Bücher wirklich lesen, die mit ihnen arbeiten, sind nicht primär am Zustand des Buches interessiert. Wenn es spannend, interessant oder für sie schlichtweg wichtig ist, dann reicht es völlig, dass das Buch einigermaßen ordentlich aussieht. Der Inhalt zählt und sie wissen, haben sie das Buch erstmal erworben, wird es in kürze sowieso gelesen und abgegriffen aussehen.
Dann gibt es aber auch die nervige Minderheit unter den Kunden, die nur selten Bücher erwerben. Für sie sind Bücher keine Arbeitsmittel sondern Schmuckstücke für den Intellekt oder schlicht Aushängeschilder. Sie haben aufgeräumte Bücherregale mit vielen schönen Bildbänden, wunderbar repräsentativ und wenn einmal im Jahr der Strom ausfällt und der Fernseher zwangsweise erkaltet, greifen sie im Kerzenschein danach und seufzen: "Hach, man sollte mehr lesen". Richtig so: Bücher soll man lesen, nicht anschauen! Bücher sind nur ohne Präservativ wirklich fruchtbar.
Warum ist der Himmel blau?
Was das Personal der KiGas angeht, gibt es jedoch Abhilfe: Gestern feierte die "Forscherstation" in Heidelberg feierlich ihre Eröffnung. Der volle Name des Projekts lautet Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Förderung. Das Team um Manuela Welzel-Breuer, Professorin an der PH Heidelberg, hat sich zum Ziel gesetzt, die Kindergärten durch Coachings und Leihmaterial zu unterstützen. Es geht dabei nicht darum, den Kleinen schon die Lehrinhalte aus Schule oder gar Studium einzutrichtern, sondern sie spielerisch mit Phänomenen der Physik in Kontakt zu bringen. 
Meilenstein für die ESA: Herschel und Planck im All

Der verlorene Schatten des Anirudh Walvekar
Am 13. Mai trat Anirudh Walvekar aus Pune in Indien Mittags auf die Straße und stellte fest, dass er keinen Schatten mehr hat.
Okay, das ist jetzt keine mehrdimensionale Astrophysik oder komplizierte Raketenwissenschaft, aber trotzdem nett. Zu dieser frühsommerlichen Jahreszeit steigt für die Bewohner der Nordhalbkugel die Sonne Tag für Tag höher über den Horizont, genauer: Die Mittagshöhe der Sonne wird immer größer. Dadurch wird nicht nur der Tag länger, sondern der Winkel, mit dem die Sonnenstrahlen auf die Erde treffen steiler. Beides hat den Effekt, dass sich die Erdoberfläche erwärmt - es wird Sommer. Dieser Trend setzt sich fort, bis zur Sommersonnenwende.
Für Bewohner einer Region zwischen dem Äquator und dem nördlichen Wendekreis, also auf einer Breite irgendwo zwischen o und 23,5 Grad, erreicht die Mittagshöhe einmal im Frühsommer 90 Grad. Die Sonne steht dann im Zenit direkt über dem Beobachter und die Schatten verschwinden. An den darauffolgenden Tagen werden die Schatten zwar wieder länger, aber die Sonne läuft dann nicht mehr von links nach recht, sondern von rechts nach links über den Himmel. Im Spätsommer wiederholt sich das Ereignis in umgekehrter Richtung.
Wie gesagt, das ist keine Rocketscience und in der Theorie recht einfach, aber ich fand das Foto ganz nett, weil wir Bewohner nördlich des nördlichen Wendekreis diese Erfahrung ja normalerweise nicht machen.
Wer es doch lieber kompliziert mag, kann ja ausrechnen, auf welchem Breitengrad Pune wohl liegt, wenn der Tag der verschwindenden Schatten auf dem 13. Mai fällt.
Kometenkristalle von der Sonnenbank
Klar, dass mich diese Story heute besonders beschäftigt hat ;-)Hubble am Haken
Dieser Screenshot von NASA TV zeigt das Weltraumteleskop Hubble aus Sicht des Space Shuttle Atlantis. Inzwischen hängt das elf Tonnen schwere Teleskop am Haken von Atlantis. Mit dem Roboterarm der Raumfähre wurde es in die Ladebucht bugsiert, so dass es nun für die Wartungsarbeiten bereit steht.
"We’re looking at an amazing sight right now. Hubble as an old man of 19 years still looks in fantastic shape",so der Astronaut John Grunsfeld, der auch gerne "Hubble fixit man" genannt wird. Der erste Außenbordeinsatz hierzu soll morgen stattfinden.
Mit dem Roboterarm wurde auch dieses Bild aufgenommen:
Es zeigt eine circa fünfzig Zentimeter lange Schramme, von der vier Hitzeschutzkacheln des Space Shuttle betroffen sind. Seit der Columbia-Katastrophe im Jahre 2003 werden die Kacheln nach dem Start routinemäßig überprüft. Damals viel ein Stück Schaumstoff vom Außentank auf die Flügelvorderkante und riss ein Loch in den Hitzeschutz. Auch diesmal scheint es wieder ein Stück vom Außentank gewesen zu sein, allerdings ist man sich noch nicht ganz sicher. Der Aufprall erfolgte 106 Sekunden nach dem Start und wurde von Sensoren registriert. Das nachfolgende Bild zeigt das Objekt kurz vor dem Aufprall.
Die NASA gibt sich zumindest nach außen gelassen:
"Today, the answer is that it certainly doesn't look like it will be an issue for us",so ein Manager. Nach Beendigung der Arbeiten am Weltraumteleskop Hubble wird die Crew sowieso noch einmal den Zustand der Hitzeschutzkacheln prüfen - auch das ein Routine-Prozedur.
Übrigens hat beim Start von Atlantis nicht nur die Raumfähre gelitten, sondern auch der Startplatz. Bis zum nächsten Starttermin am 13. Juni soll er aber wieder repariert sein.
Quelle: universetoday und space.com
Terminsache: Kommt nach Essen

Am Samstag ist es wieder so weit: Schlechte Luft, zu wenig Toiletten, aber jede Menge gute Laune! Die Rede ist von der ATT in Essen. Bereits zum 25. Mal kommen hier professionelle Händler und private Aussteller zusammen. Gemeinsam gestalten sie die größte Astronomiemesse Europas.
Gegründet wurde der ATT als astronomischer Tausch- und Trödeltreff und diesen Charme hat er sich über die Zeit bewahrt. Hier kann man alte Jahrgänge von Sterne und Weltraum genauso erwerben, wie die neuesten Geräte der namhaften Hersteller. Dazu gibt es ein Vortragsprogramm und natürlich jede Menge Begegnung mit Gleichgesinnten. Also wer noch nichts Besseres zu tun hat, möge nach Essen fahren. Nirgendwo kann man sich umfangreicher über Teleskope informieren, wie da. Apropos Information: Mehr Informationen und Impressionen zur ATT gibt es hier: http://www.astronomie.de/att-essen/
Riskante Sache?
Hubble wir kommen!
Um Hubble einzufangen, benötigt die Crew der Atlantis zwei Tage. Gefühlte keine zwei Minuten dauerte es, bis die ersten Videos vom Start auf Youtube zu sehen waren. Ich habe hier eins ausgesucht, das ein bißchen länger dauert und so die Spannung vor dem Start schön aufbaut. Es empfiehlt sich auf die Lautstärke zu achten. Zu Beginn ist das Video ruhig, doch startet erstmal das Space Shuttle, dann klirren die Gläser.
Besser als Youtube ist natürlich das Live-Erlebnis
"It's a cool social event",resümiert Benjamin Higginbotham von spacevidcast.com die tolle Show, die auf diesem Videoblog zu sehen war.
Countdown läuft und der Basketball ist gut verstaut
Sieht gut aus bis jetzt. Im Moment steht der Countdown für die Mission STS-125 bei genau drei Stunden. Die Astronauten werden derzeit an ihren Sitzen befestigt. Das Wetter ist ausgezeichnet und auch sonst spricht nichts für eine Verzögerung. Das Space Shuttle Atlantis steht bereit für den Flug zum Weltraumteleskop Hubble.Man kann dies alles auf NASA-TV verfolgen. Ich schlage hier aber eine Alternative vor: http://www.spacevidcast.com/
Denn:
- Es ist ein Videoblog von Space-Enthusiasten und das soll man ja unterstützen.
- Es ist aufregender, denn anders als bei NASA-TV geht bei spacevidcast auch mal was schief.
- Es ist wie Public-Viewing: Man kann nebenher chatten.
Der Weltraumveteran John Grunsfeld gehört zu den Astronauten, die sich heute zum Weltraumteleskop Hubble aufmachen. Ihn verbindet mit Edwin Hubble, dass er ebenfalls an der University of Chicago studierte. Für den Flug STS-125 wollte er nun DEN Basketball mitnehmen, doch dies stellte sich schwieriger heraus, als erwartet: DER Basketball hat nämlich gar kein Ventil!
"It’s a cosmic mystery as to how the ball was filled, and now for me how to drain it,"so Grunsfeld. Er hatte sich die Erlaubnis der Universität geholt, den Ball mit einem Messer zu öffnen:
"To my astonishment, I discovered that there is no bladder, and no pressurized air. The basketball was filled with an organic fiber packing."Den gewaltsam geplätteten Ball will er im Weltall wieder reparieren, um dann zwischen den Außenbordeinsätzen mit den Kollegen ein bißchen Space-Basketball zu spielen. Übrigens ist das nicht die erste Hubble Devotionalie, die Grunsfeld ins All befördert, so war auch schon das Okular von Hubbles Teleskop im All. Ein bißchen erinnert das ja schon an den Devotionalienhandel im Mittelalter. Gut, dass es kein Leichentuch von Edwin Hubble gibt, oder doch?
Soweit der unterhaltsame Teil am Rande. Jetzt heißt es aber erstmal: Daumen drücken!
Abschiedsbild von Hubbles WFPC2
Die WFPC2 ist es, die uns die meisten der faszinierenden Bilder liefert, für die Hubble so bekannt ist. Jetzt hat man Hubbles letztes WFPC2 "Pretty Picture freigegeben:
Es stammt vom 4. Mai und zeigt den Planetarischen Nebel Kohoutek 4-55. Kohoutek? Da war doch was? Richtig. Luboš Kohoutek entdeckte mehrere nach ihm benannte Kometen. Seine Entdeckung von 1973 erregte besonders in der Presse einiges an Aufsehen, da er auf seiner Bahn sehr nahe an die Sonne herankommen würde, so daß man ihm eine enorme Helligkeit prognostizierte. Die Bild-Zeitung titelte gar "Ach du Schreck, der Kohoutek!" Doch Komet Kohoutek konnte die in ihn gesteckten Erwartungen, der große Komet des Jahrhunderts zu werden, nicht erfüllen und ging in die Annalen der Kometenbeobachter als große Enttäuschung ein. Luboš Kohoutek hat auch noch jede Menge Asteroiden entdeckt, aber sein eigentliches Arbeitsgebiet sind Planetarische Nebel. Seit 2001 ist er offiziell im Ruhestand, aber es ist eher ein "Unruhestand". Noch immer kommt er regelmäßig in sein Büro an der Hamburger Sternwarte, jedes Jahr veröffentlicht er fleißig neue Kataloge und Analysen Planetarischer Nebel.
Kohoutek 4-55 zeigt einen inneren Ring, umgeben von einer bipolaren Struktur, eine seltsame Kombination. Der Planetarische Nebel wird durch Ultraviolettstrahlung zum Leuchten angeregt, die der Überrest des Roten Riesensterns aussendet, aus dem der Nebel entstanden ist.
Der NASA geht das Plutonium aus!

Solarenergie ist eine feine Sache, aber jenseits der Marsbahn reicht die Sonnenstrahlung nicht mehr aus, um Raumsonden mit Strom zu versorgen. Im Reich der Gasriesen und darüber hinaus nutzt die NASA das radioaktive Element Plutonium-238, dessen Zerfallswärme in Strom umgewandelt wird - es handelt sich also um einen Kernzerfall, nicht um eine Kernspaltung wie in einem Atomkraftwerk.
Das Bild (Credit: NASA) zeigt den Radioisotopengenerator der Raumsonde Cassini, die im Saturn-System ihre Runden dreht. Aber nicht nur Cassini, auch die weitgereisten Sonden Pioneer, Voyager und Galileo waren bereits mit solch einem Gerät zur Stromerzeugung bestückt. Nun aber geht der NASA das Plutonium-238-Isotop aus. Für zwei Missionen reicht es wohl noch, für das Mars Science Laboratory und den Jupiter Europa Orbiter, dann aber ist Feierabend.
Plutonium-238 findet man nicht im Garten. Es ist ein Nebenprodukt der Atomwaffenherstellung. Im Zuge der Abrüstung, die jeder vernünftige Mensch wohl befürwortet, fehlt nun der Nachschub. Zwar hat die NASA wohl auch schonmal in Russland eingekauft, aber auch dort wird Pu-238 knapp. Auch wenn Pu-238 selbst kein Bombenmaterial ist, ist seine Produktion ein Politikum.
Selbst entscheiden kann die NASA das nicht, denn nur der amerikanischen Energiebehörde ist es in den USA erlaubt, Plutonium zu produzieren. Die hat am Donnerstag verkündet, dass sie 30 Million Dollar für vorbereitende Studien bereitstellen will. Einem Bericht des National Research Council zufolge könnte man nach acht Jahren Vorbereitungszeit, mit modifizierten Anlagen aus dem Kalten Krieg, pro Jahr etwa 5 Kilogramm Plutonium-238 produzieren, was dem Bedarf der NASA entspricht. Die notwendigen Investitionen hierfür schätzt der Bericht auf 150 Million Dollar.
Es bleibt also eine spannende Frage, ob die Produktion dieses Materials wieder aufgenommen wird oder ob die NASA eine Alternative zu Pu-238 finden muss. Andernfalls wäre es sehr schlecht bestellt um die weitere Erkundung des äußeren Sonnensystems.
Quelle: universetoday, discovery, newscientist












